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25 Jahre Phantom der Oper — Keine Kommentare

  1. Als Andrew Lloyd Webber 1986 mit seinem Musical „The Phantom of the Opera“ Premiere feierte, gab es eine Christine und nur ein Phantom. Heute, 25 Jahre später, sieht die Situation ganz anders aus. Es gibt hunderte von Christines, von Phantomen und von Raouls. Sein Musical war und ist ein Erfolg und prägt noch heute die Fans.

    Doch leider hat dieser Erfolg auch seine Schattenseiten, denn um sein Musical einem breiteren Publikum bekannt und schmackhaft zu machen, wurden einige Wandlungen vorgenommen, die die Charaktere teilweise doch sehr veränderten. War früher der Altersunterschied zwischen dem Phantom und Christine doch sehr gravierend, gleichen sich die beiden in den letzten Jahren immer mehr an.

    Schon vor 2004, also vor „dem Film“, wurden die Phantome immer jünger. Der eigentliche Kern der Geschichte, nämlich daß das Phantom eigentlich um einiges älter war als seine junge Protegée, wurde schon sehr bald von dem Slogan eines „younger and sexier Phantom“ ersetzt.

    Logischerweise zog dies ein ganz anderes Publikum an. Nun interessierten sich auch jüngere Leute für dieses doch recht anspruchsvolle Musical, weil man ja nun ein Phantom hatte, was nur unwesentlich älter war, als das Publikum.

    Hinzu kommt in letzter Zeit der Effekt, daß alle Darsteller irgendwie niedlicher geworden sind. Sarah Brightman war eine Christine mit Persönlichkeit. Michael Crawfords Phantom sticht unter tausenden hervor. Doch nun sehen sich alle irgendwie ähnlich und sind alle auf eine gewisse Weise niedlicher, so wie im Anime-Stil.

    Es stellt sich den „alten“ Fans die Frage, warum die Darsteller immer jünger wurden und die eigentlichen Rollenbilder immer mehr in Clichees und Niedlichkeiten abglitten. Zwar spricht man nun ein breiteres Publikum an, doch auf der anderen Seite wird der eigentlich tragischen Geschichte damit nicht mehr die entsprechende Würdigung zuteil.

    „Tonight belongs to the Phantom“ mag nun für viele Teenager zutreffen, doch nicht mehr für die eigentlichen Theatergänger.

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