Rechtzeitig zur Premiere am 23. März soll auch die neue CD-Einspielung auf dem Markt sein

Im Essener Colosseum haben die Proben für “Elisabeth” begonnen

Pia Douwes und Uwe Kröger griffen zum Messer, um den süßen Hauptgang unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen in mundgerechte Happen aufzuteilen. Produzent Joop van den Ende, Komponist Sylvester Levay und Librettist Dr. Michael Kunze bekamen natürlich die größten Stücke. Fast wäre nichts daraus geworden, denn die leckere Kalorienmasse hatte sich zuvor verselbstständigt und wäre fast vom Tisch auf den Parkettboden der sonnendurchfluteten Übungsbühne gerutscht. Ein schlechtes Omen? Wohl kaum! In letzter Sekunde konnten Regisseur Eddy Habbema, assistiert von Carsten Lepper (alias Lugi Lucheni), Annika Bruhns und anderen reaktionsschnellen Mitgliedern des Ensembles das kostbare Teil auffangen und wieder in die Horizontale hieven.

Dem vorausgegangen war die Präsentation einer Vokal- und Choreographie-Probe der berühmten “Milch”-Szene unter Leitung von Silvester Levay und Choregraph Dennis Callahan. Sofern diese als Gradmesser für die gesamte Inszenierung herangezogen werden kann, dürfte das Stück ein echter Abräumer werden.

Neues Duett für Elisabeth und den Tod

Basierend auf der gegenüber der Ursprungsversion (Wien 1992) wesentlich weiter entwickelten niederländischen Fassung im Scheveningen (Premiere war hier im November 1999 – knapp einen Monat zuvor hatte sich im schwedischen Karlstadt erstmals der Sissi-Vorhang gehoben) wird die deutsche Version auch noch einmal in wesentlichen Punkten modifiziert und überarbeitet. So hat das Autorengespann Levay/Kunze eigens dafür ein neues Duett für Elisabeth und den Tod geschrieben. Die beiden arbeiten übrigens zur Zeit bereits an einem neuen Stück, das ihren Worten zufolge schon zu 75 Prozent fertig ist: Rebecca. Es soll vermutlich übernächstes Jahr und zunächst in englischer Sprache ins Westend kommen.

Die Musik von Sylvester Levay verlangt nach einer großen Orchestrierung. 28 exzellente Musiker werden für eine entsprechende Umsetzung der Partitur sorgen. Sie waren zwischen dem 6. und 10. November in geschlossenen Auditions unter unzähligen Bewerbern herausgesucht worden. Wesentlich gespannter hatten die Musical-Fans aber auf die personellen Entscheidungen für den Cast gewartet. Darüber hatte die Stage Holding bis zuletzt einen Mantel des Geheimnisses gebreitet.

Zwar war relativ frühzeitig durchgesickert, dass die Ur-Elisabeth Pia Douwes und der Ur-Tod Uwe Kröger dabei sein würden, doch was den Rest des Ensembles anbelangte, da erwies sich die verfügte Nachrichtensperre als dicht.

Viele neue Talente am Start]

Von Annika Bruhns (Elisabeth alternierend/Ludovika/Frau Wolf), Michael Lewis (Franz Josef), dem stimmgewaltigen Carsten Lepper (Lucheni) und Detlef Leistenschneider (alternierend Franz Josef) einmal abgesehen, haben die Verantwortlichen die Schlüssel- und auch alle Nebenrollen mit überwiegend unbekannten Talenten besetzt. Gerüchten zufolge sollen sich auch Andy Bieber (der Ur-Rudolf von 1992) und sein Freund Paul Kribbe (Tabaluga & Lilli: Mond/ Baum) beworben haben – allerdings vergeblich.

Für die 12 Previews gibt es noch Karten

Viel Zeit bleiben den Künstlern und dem Creativ-Team nicht mehr. Die Essener Premiere soll ja bereits am 23. März über die Bühne gehen. Der vorgeschaltet sind insgesamt zwölf Previews, für die man sich noch im Colosseum vormerken lassen und mit etwas Glück Karten ergattern kann. Telefon: 0201/24020. Eine Chance für alle, die es nicht erwarten können. Der reguläre Kartenverkauf sebst hat schon vor einigen Wochen begonnen. Die Nachfrage ist gewaltig. So brach am Tag nach dem Vorverkaufsstart die Telefonanlage zusammen.

Uwe Kröger noch bis Februar Napoleon

Uwe Kröger wird seine Napoleon-Rolle im Londoner Shaftesbury Theatre noch bis Ende Februar zu 50 Prozent wahrnehmen – parallel zu den Proben in Essen. Pia Douwes kommt ja mehr oder weniger direkt aus Scheveningen, wo sie bis zuletzt als Elisabeth auf der Bühne stand.

Es zeichnet sich ab, dass Joop van den Ende den deutschen Musical-Markt in den nächsten Jahren gehörig aufmischen wird. Seine Stage Holding hat ja bereits vor Monaten Buddy in Hamburg übernommen. Das Stück läuft Ende März aus – im Dezember soll dann an gleicher Stelle “Der König der Löwen” brüllen. Und die Rechte für AIDA (ebenfalls von Elton John und Tim Rice) hat sich der Holländer inzwischen ebenfalls gesichert, um es (irgendwann) in Deutschland auf die Bühne zu bringen.

Van den Ende und seine Leute gehen die Dinge auch wesentlich forscher und offensiver an als beispielsweise die Deutsche Entertainment AG (ehemals Stella). Während letztere sich vehement ziert und das Risiko scheut, trotz vielfältiger Nachfrage eine eigene CD der Stuttgarter Vampire-Produktion zu veröffentlichen (weil es ja schon eine Version aus Wien gibt), ist das im Falle Elisabeth für den Niederländer keine Frage. Die Tracks für die Studioeinspielung sind schon zu 50 Prozent im Kasten. Die Scheibe soll rechtzeitig zur Premiere auf den Markt kommen.
Quelle: Jürgen Heimann

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  • Uwe Kröger und Pia Douwes  im Gespräch mit Joop van den Ende.
    Uwe Kröger und Pia Douwes im Gespräch mit Joop van den Ende.
    © Jürgen Heimann
  • Die ersten Fotos von den Proben  zu Elisabeth im Essener Colosseum. Das Ensemble feilt  an der berühmten „Milch“-Szene.
    Die ersten Fotos von den Proben zu Elisabeth im Essener Colosseum. Das Ensemble feilt an der berühmten „Milch“-Szene.
    © Jürgen Heimann
  • Michael Kunze (links) und Sylvester Levay  (rechts)  waren aufmerksame Beobachter des Probenauftaktes.
    Michael Kunze (links) und Sylvester Levay (rechts) waren aufmerksame Beobachter des Probenauftaktes.
    © Jürgen Heimann


  • © Jürgen Heimann
  • Füttern erlaubt: Uwe Kröger gibt seiner Partnerin Pia Douws nach dem Anschneiden des Kuchens ein Stückchen ab.  Ganz rechts  Carsten Leppe r(Lucheni), im Hintergrund Regisseur  Eddy Habbema und Komponist Sylvester Levay
    Füttern erlaubt: Uwe Kröger gibt seiner Partnerin Pia Douws nach dem Anschneiden des Kuchens ein Stückchen ab. Ganz rechts Carsten Leppe r(Lucheni), im Hintergrund Regisseur Eddy Habbema und Komponist Sylvester Levay
    © Jürgen Heimann

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