Auf die CATS gekommen: Rum Tum Tugger macht aus Konkurrenten Partner

Keine (Elefanten-)Hochzeit, aber: Stage Holding und Thomas Krauth-Gruppe kooperieren

Beide Vertragspartner gelten nach wie vor als Konkurrenten, wobei das von Krauth und Friedrichs repräsentierte Unternehmen (”Miami Nights”, ”Jekyll & Hyde”, ”Starlight Express”) nach und neben der international agierenden ”Theatre Company” des Niederländers Joop van den Enden eigentlich deren einziger noch verbliebener und ernst zu nehmender Mitbewerber auf dem Feld des Musik-Theaters ist. Die meisten anderen großen Long-Run-Produktionen im Land des Deutschen Michels sind fest in der Hand des fliegenden Holländers bzw. seiner germanischen Statthalter.

”Einmaliges Projekt”

Insofern mag eine, wenn auch zunächst nur partiell angelegte Kooperation zwischen beiden Häusern Spekulationen und Gerüchten durchaus Nahrung geben. Alle diesbezüglichen Mutmaßung über eine Ehe, einen Zusammenschluss oder gar eine Übernahme des einen durch den anderen suchten die Verantwortlichen im Rahmen einer Pressekonferenz jedoch zu zerstreuen. Dies sei ein ”einmaliges Projekt” und eben nur auf das befristete Gastspiel des Webber-Klassikers in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt beschränkt. Schließlich habe man in Sachen Musical die gleiche Ansichten und vertrete dahingehende identische Philosophien.

Eine über ”Cats” hinausgehende Zusammenarbeit sei nicht geplant – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt (noch) nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden… Immerhin ist dies nicht der erste Berührungspunkt zwischen Stage Holding und der Krauth-Gruppe. So wurde seinerzeit ja auch das Bee Gee-Musical ”Saturday Night Fever”, an dem letztere die Rechte besitzt, in den Niederlanden als SH-Tourneeproduktion aufgeführt.

Nach wie vor auf Expansions-Kurs

Ursprünglich sollte Manero-Tony ja auch in Berlin hopsen, während die berühmtesten Katzen der Welt im Gegenzug ihr Körbchen am Rhein beziehen sollten. Das war aber noch zu Zeiten von Stella – und mit dem Konkurs des Unterhaltungsriesen erledigten sich erst einmal auch alle diesbezüglichen Pläne – vorerst. Inzwischen jedoch sind die Karten neu gemischt. Die Stage Holding wuchs in Folge rapide und ist bis heute dabei, ihre Marktführerschaft auszubauen. Sie übernahm mit Ausnahme Bochums alle Theater und Produktionen des früheren Konkurrenten – die Neue Flora in Hamburg ebenso wie das hiesige Operettenhaus, das Essener Colosseum sowie die beiden Spielstätten im Stuttgarter SI-Centrum. Das Musical-Zelt im Hamburger Hafen, in dem der Löwenkönig brüllt, gehörte der Company damals bereits. Inzwischen ist das Theater des Westens in Berlin (”Les Misérables”) hinzugekommen, während auch das Musical-Theater im Bremer Richtweg (ehemals Hair, ”Jekyll & Hyde”) längerfristig angemietet wird. Nach wie vor soll die Stage auch noch auf der Suche nach einem zweiten Standbein im Rurhgebiet sein. Der Expansionsdrang des Entertainment-Giganten ist also ungebrochen.

Die Initiative, ”Cats” in NRW zu spielen, ging in diesem Fall aber wohl von der anderen Seite aus. In Düsseldorf war man auf der Suche nach einem Nachfolge-Stück für ”Miami Nights” (läuft noch bis 25. Januar und zieht dann nach Wien), und da die Miezen am Potsdamer Platz in Berlin sowieso Ende Januar ihren Ausstand geben und der ”Blue Man Group” weichen, schien der Zeitpunkt günstig, einen alten Plan/Wunsch aus der Schublade zu ziehen und aufzugreifen. Eine SMS von Andrea Friedrichs an Klokow, und die Sache war fast schon geritzt.

Tanzen auf dem Jellicle-Ball

Es spricht eigentlich auch nichts gegen eine zeitlich befristete Weiterverwertung der Webber’schen Stubentiger, zumal sie sich für einen Bruchteil der Investitionskosten, wie sie für eine völlig neue Produktion erforderlich wären, realisieren lässt. Und wenn sich dann noch zeigt, dass auch nach 17,5 Jahren CATSen-Jammer in Deutschland immer noch Nachfrage besteht, warum eigentlich nicht? Die Fans und solche im NRW-Einzugsgebiet, denen der Weg zum Jellicle-Ball nach Hamburg, Stuttgart und Berlin in der Vergangenheit zu weit und mühselig war, wird’s freuen, und die beiden Anbieter profitieren, wenn’s gut läuft, ebenfalls davon.

Streicheleinheiten

Die Kooperation hier sieht so aus, dass die Stage Holding produktionstechnisch den Daumen drauf hält, während die Partner die Spielstätte bereitstellen und auch den Ticketverkauf sowie das Marketing übernehmen. ”Wir sind hier nur Gäste, Thomas Krauth aber ist hier eine Institution”, sagte Maik Klokow artig und spielte damit auch auf dessen unbestreitbaren Standortvorteil und dessen PR-Schlagkraft in der Region an. Der Kollege sei der Impresario des Deutschen Musicals schlechthin und habe diesem jede Menge Impulse gegeben. Kein anderer habe so viele Eigeninszenierungen auf die Beine gestellt.

Aus dieser Zusammenarbeit könne eigentlich nur etwas Gutes erwachsen, unterstrich denn auch Andrea Friedrichs als Geschäftsführerin der Capitol-Event GmbH. Jetzt bleibt abzuwarten, was daraus noch erwächst. Dass in gar nicht allzu ferner Zeit auch eine Krauth-Produktion in einem Theater der Stage Holding läuft, scheint vor diesem Hintergrund eigentlich gar nicht so abwegig. JÜRGEN HEIMANN
Quelle: Jürgen Heimann

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0 Comments

  1. lukas klos

    echt gut erklärt und hier findet man allles was man braucht .Sehr zu empfehlen!!!!!!!!!!!!

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