Premiere am Mittwoch: „Der Engel im schwarzen SL“ gibt Vollgas

Skandal um Rosie: Ein Call-Girl als Musical Star – Die ersten Fotos aus Düsseldorf

Eine Trauerprozession beklagt den Tod einer zwischen Lebens- und Geldgier, Sex, Liebe, Frust, Wut und Geltungsdrang hin- und her gerissenen Frau, die sich aus der Gosse bis in die höchsten gesellschaftlichen Kreise hoch ornithologiert hatte und deren Profession in keinem vogelkundlichen Leitfaden zu finden ist: Bordsteinschwalbe. Rosemarie Nitribitt war das bekannteste und aufregendste Luxus-Callgirl der deutschen Nachkriegszeit. Ihr schillerndes Leben (und mysteriösen Sterben) im Wirtschaftswunder-Land beflügelt auch heute, 47 Jahre nachdem es ausgehaucht, noch die Phantasie der Menschen.

Jetzt ist der platinblonde Männertraum, der bei den Herrn der Schöpfung unstillbare Begierden hervorrief, auch auf der Theater-Bühne gelandet und zum Musical-Star mutiert. In wenigen Tagen, am kommenden Mittwoch (21. Januar), hebt sich im intimen Club-Theater des Düsseldorfer Capitol der Vorhang für die mit Spannung erwartete Welt-Premiere des Stücks. Titel: ”Das Mädchen Rosemarie”. Dabei handelt es sich um eine weitere, von Thomas Krauth und Andrea Friedrichs produzierte Eigeninszenierung des renommierten Hauses.

Für Buch und Regie zeichnet in Personalunion Dirk Witthuhn verantwortlich, die packende, aufregende Musik, ein prickelnder Mix aus erdigem Rock, Jazz, Chanson und 50-er Jahre-Schlager, steuerte Heribert Feckler bei. Dem Komponisten sind dabei etliche veritable Ohrwürmer geglückt, die sich zwangsläufig in den Lauschgängen des Publikums festkrallen. Pünktlich zum Start kommt auch eine CD in den Handel, auf der sieben Highlight-Songs der Partitur enthalten sind.

Mit Anna Montanaro ist der Titelpart nachgerade ideal besetzt. Die Autoren haben ihr die Rolle quasi auf den Leib und in die Kehle geschrieben haben. Und die vor Energie strotzende Künstlerin agiert und singt umwerfend, wie sich die Besucher der der Uraufführung vorgeschalteten Previews überzeugen konnten. Der Mann an ihrer Seite ist zwar ein Neuling im Musicalgeschäft, hat sich aber als Bühnen- und Filmschauspieler bereits einen großen Namen gemacht: Bernhard Bettermann als Industrieller Konrad Hartog. Auf der Besetzungsliste stehen ferner so bekannte und illustre Namen wie Norbert Lamla, Tom Zahner, Karin Kern und Brigitte Oelke.

Bis zum immer näher rückenden Tag X gibt es für alle Beteiligten noch eine Menge zu tun. Neben dem Feinschliff gilt ihr Hauptaugenmerk der Straffung zahlreicher Spielszenen. In der Ur-Fassung war das Stück mit drei Stunden und zehn Minuten nämlich deutlich zu lang. So wörtlich mochten sie den Begriff ”abendfüllendes Programm” den doch nicht nehmen.

Rosalie Marie Auguste Nitribitt war käuflich, das Erlebnis ihrer so trefflich visualisierten und in packende Melodien verpackten Lebensgeschichte ist es (natürlich) auch. Tickets gibt es unter der Hotline (0211) 73440 oder im Internet unter www.kartenkaufen.de. JÜRGEN HEIMANN
Quelle: Jürgen Heimann

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