Welt-Premiere in Fulda am 3. Juni: Der Heilige Bonifatius als Musical-Star

Mit Reinhard Brussmann in der Titelrolle, Leah Delos Santos und Stefan Poslovski

Der furchtlose Gottesmann Bonifatius (bürgerlicher Name: Wynfried von Crediton), der von seiner Heimat England aus über den Kanal reiste, um den alten Germanen das Christentum schmackhaft zu machen, war am 5. Juni anno 754 im fernen Friesland unweit der der Stadt Dokkum in den heutigen Niederlanden von heidnischen Mordbuben in einen Hinteralt gelockt und samt Gefolge umgebracht worden. Schon zu Lebzeiten hatte er als Bischof zu Fulda die dortige Klosterkirche, den heutigen Dom, zu seiner letzten Ruhestätte bestimmt.

Hinter dem ehrgeizigen Projekt steckt die ”spotlight Musicalproduktions GmbH”. Regie führt Reinfried Schießler, für die Choreografie zeichnet Julia Poulet verantwortlich. Musik und Libretto stammen aus der Feder des jungen Berufsmusikers und Sängers Dennis Martin, das Buch zum Stück steuerte Zeno Diegelmann bei. Schwanger geht das Kreativteam, zu dem noch Produzent Peter Scholz und Produktionsleiter Michael Weiß zählen, mit diesem Vorhaben schon seit längerem. Das Bonifatius-Jahr bietet den Anlass und den passenden Rahmen, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Martin wollte schon immer mal ein Musical wie ”Ludwig” an einem Originalschauplatz ansiedeln und aufführen, gleichzeitig aber etwas Ureigenes und Neues schaffen. Hier bot sich die Gelegenheit dazu.

Spannender Glaubenskrimi mit Lokalkolorit

Leben, Werk und Tod des berühmten Benediktinermönchs, der als ”Apostel der Deutschen” in die (Kirchen-)Geschichte einging, bieten genügend Stoff und Ansatzpunkte, um daraus ein pralles Bühnenepos zu stricken. Spannende Unterhaltung dürfte es ob der abenteuerlichen Vita des Protagonisten und in der geschickten Verschmelzung von mittelalterlicher Geschichte und Lokalkolorit allemal bieten. Unerschrocken und von seinem Auftrag beseelt, hatte er sich Zeit seines Lebens auch mit den Mächtigen und Herrschenden angelegt. Angst vor ”großen Tieren” kannte der Gelehrte nicht. Er sah sich teuflischen Intrigen, mörderischen Plänen und Komplotten gegenüber und ging unbeirrt seinen Weg.

Partitur zwischen Klassik und Rock

Bei dem Stück handele es sich keineswegs um ein streng katholisches Musical, versichert die ”spotlight musicalproduktions GmbH”. Produktionsleiter Michael Weiß spricht von einer ”spannenden, mittlelalterlichen Geschichte, kombiniert mit moderner Unterhaltung in einem atemberaubenden Rahmen”. Die Partitur (insgesamt sind es 20 Songs) ist stilistisch vielfältig und bedient sich sowohl klassischer, als auch moderner, rockiger Elemente. Sie beinhaltet gefühlvolle Balladen und kraftvolle, treibende Up-Tempo-Stücke. Zur Appetitanregung: Hörproben, allerdings nicht solche in der endgültigen Besetzung, sind im Internet abrufbar, und zwar unter www.bonifatius-musical.de. Dort gibt es auch weitere, ausführlichere Infos zum Stück. Rechtzeitig zur Premiere soll dann die offizielle Cast-CD im Handel sein.

Die Titelrolle wird übrigens kein Geringerer als Reinhard Brussmann spielen. Als Valjean unvergessen und als King Herod eine Klasse für sich. Apropos: der sympathische Österreicher, zuletzt als ”Eishauch” bei ”Musical on Ice” in Dinslaken mit von der Partie, wird auch in dieser Saison bei ”Jesus Christ Superstar” im Rahmen der Bad Hersfelder Festspiele wieder als Judenkönig auf der imposanten Freilichtbühne der Stiftsruine stehen – und hat dann von dort haus knapp 50 Kilometer bis zu seiner anderen ”Baustelle”. Und noch eine Verbindung Hersfeld-Fulda gibt es. Festspiel-Intendant Dr. Peter Lotschak konnten die Domstätter als künstlerischen Berater für ihr Projekt gewinnen.

Inzwischen haben die Produzenten auch die übrige Besetzung bekannt gegeben. Auf der insgesamt 43 Namen umfassenden Castliste finden sich neben dem Heldentenor weitere bekannte Namen aus der Musical-Szene. Dazu zählen u.a. auch Leah Delos Santos als Schankmädchen Alrun, Stefan Poslovski als Bischof Gewilip aus Mainz und Frank Bahrenberg als Friesenherzog Radbod.

Tickets zum Preis zwischen 23 und 39.50 EUR gibt es unter der Hotline (06 61) 2 80 – 6 44. JÜRGEN HEIMANN
Quelle: Jürgen Heimann

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