8. Sommernacht des Musicals in Dinslaken

Nach dem „Stardinner“ gibt es zu Pfingsten den nächsten klangvollen Leckerbissen

Klangvoll, festlich und appetitanregend hatten die Dinslakener das musicalische Jahr bereits im Januar mit dem ”Stardinner” eingeläutet, um in wenigen Wochen, am Pfingstsamstag, nahtlos an diese beschwingte und stimmungsvolle Vorlage anzuknüpfen. Der Termin für die diesjährige ”Sommernacht des Musicals” – es ist übrigens die 8. in Folge – liegt diesmal recht zeitig. Am 2. Juni geben sich im malerischen Burgtheater wieder einmal die angesagtesten Vertreter des Genres das Mikro in die Hand.

Inzwischen ist die erlesene Cast komplett, wobei sich die Veranstalter die ein oder andere personelle Überraschung aber immer noch vorbehalten. Die erlauchte Liste der Publikumslieblinge führt diesmal kein Geringerer als Thomas Borchert an. Für den vokalgewaltigen Tausendsassa ist es das berühmte erste Mal am Niederrhein, ebenso für seine reizende Kollegin Anne Görner. Beide hatten vor einigen Monaten ja zur Premierenbesetzung des Essener Phantoms gezählt. Er als ”Mann mit der weißen Maske, sie als ”Christine”.

Ein neues Gesicht auf der Bühne des Burgtheaters ist auch Sabrina Weckerlin, die als Musketier-Constanze in Berlin ihren großen Durchbruch feiern konnte. Hingegen dürfte der Auftritt der drei verbleibenden Protagonisten in Dinslaken schon Heimspiel-Charakter haben: Es gibt ein Wiedersehen mit Andy Bieber, Patrick Stanke und Peti van der Velde. Tickets für die um 19.30 Uhr beginnende Show sind noch unter 01805-570000 sowie im Internet unter www.fantastival.de buchbar.

Demnächst wird auch auswärts getafelt

Während sich die 1999 begründete Sommernachts-Reihe inzwischen zur beliebtesten Musical-Gala Deutschlands gemausert hat, könnte aus dem ”Stardinner” eine ähnliche Erfolgsgeschichte erwachsen. Inzwischen gibt es ernsthafte Bestrebungen, dieses neue Unterhaltungsformat zu exportieren und andernorts aufzuführen. Mehrere diesbezügliche Anfragen aus verschiedenen Teilen Deutschlands liegen vor.

Von Umsetzung und Konzeption her besticht selbiges nicht nur durch eine hohen künstlerischen Anspruch, sondern, weil der Rahmen bewusst klein und intim gehaltenen wird, vor allem auch durch Unmittelbarkeit und Nähe zwischen Publikum und Künstlern, was eine direkte Interaktion auf gleicher Augenhöhe ermöglicht. Und das als ”exklusives Abendbrot” deklarierte Büffet ist keineswes nur schmückendes, schmackhaftes Beiwerk. Die Songauswahl indes orientiert sich weniger an der Erwartungshaltung der Zuhörerschaft, denn an den Präferenzen der Vortragenden als Reflektion persönlicher Erlebnisse. Aber genau das macht es auch so spannend und vielseitig.

Exzellente Entertainer

Zur Premiere im Jahr zuvor hatten mit Yngve Gasoy-Romdal und Andy Bieber zwei etablierte ”Altvordere” des Genres im Mittelpunkt gestanden; diesmal nun empfahlen sich mit Maricel, Patrick Stanke und Jessica Kessler Verteter der nächsten Musical-Generation – und zwar nachhaltig. Sowohl personell, als auch instrumental hatten die Veranstalter damit etwas aufgerüstet. Die von ”Flügelmann” Bertram Ernst geleitete und durch Gitarrist Mirko van Stiphaut und Percussionist Daniel Sanleandro komplettierte Combo machte vergessen, dass hier tatsächlich nur drei Musiker am Werk waren. Und dass jede(r) der beteiligten Sänger(innen) zugleich auch über exzellente Entertainer-Qualitäten verfügt, wurde ebenfalls sehr schnell deutlich.

Powerfrau mit Songwirter-Qualitäten

Da war Maricels jazzig-ulkiges ”Ein bisschen Frieden” zur eigenen Gitarrenbegleitung nur die Spitze des Eisbergs. Die Powerfrau aus Hannover war zuvor in den ”Kampf dem Mann” gezogen und in Folge unter lautem Geschrei auf die Bühne geerrt worden. auf die Bühne gezerrt worden. Mit ihrem neuen, selbstverständlich wieder aus eigener Feder stammenden Stück. ”Seit Du weg bist” sollte sie später stürmische Ovationen einfahren. Mehr davon!!! Diese Lady hat echte Songwriter-Qualitäten.

Hahn im Korb

Jessica Kessler wäre auch als ”Kleptomanin” (und Komödiantin) erste Wahl und offenbarte mit ihrem Marianne-Rosenberg-Medley ganz neue Seiten. Derweil erinnerte sich Patrick Stanke schmerzvoll an seine ersten Ballettversuche in Schläppchen und engen Gymnastikhosen, gab ganz cool den ”Mr Bojangels”, erwies Robbie Williams seine Referenz und erinnerte gemeinsam mit seiner früheren Bühnenverlobten ”Amneris” an glorreiche Zeiten im Schatten der Pyramiden: Written in the stars!

Flotter Dreier

So richtig eindrucksvoll wurde es immer dann, wenn alle drei Künstler gemeinsam auf der Bühne agierten, beispielsweise mit ”Oh Happy Day”, ”Einen Schritt zu weit” (Aida) sowie beim finalen ”That’s what friends are for”. Dazwischen spannte sich der musikalische Bogen von ”Queen” und ”Titanic” über Mariah Carey , ”Porgy & Bess” und Elton John bis hin Johannes Heesters.

Eine wesentliche Bereicherung des Programms ist und bleibt die Schauspielerin Lucie Muhr, deren witzige und kuriose Zwischenspiele und Monologe die unterhaltsame Mischung abrundend würzten. Das Schöne und Reizvolle an diesem Format ist, dass hier nichts aufgesetzt und überzeichnet wirkt, ein roter Faden zwar vorhanden ist, aber dennoch genügend Raum für Spontanes bleibt. Der Charme der Ungezwungenheit prägt und dominiert sowohl das Geschehen auf der Bühne, als auch Reaktion und Stimmung im (kleinen) Saal. So etwas würde nie in einer größeren Halle funktonieren. Deshalb wird das ”Stardinner”, wenngleich jedem offen stehend, auch künftig seinen exklusiven Charakter behalten. Getafelt und gelauscht wird auch fortan vor überschaubarere Publikumskulisse. Und man darf schon gespannt sein, was im nächsten Jahr auf der Menükarte steht. JÜRGEN HEIMANN
Quelle: Jürgen Heimann

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