Musicalkonzert der Vereinigten Bühnen Wien, 26.10.2006, Wiener Rathausplatz

Anlässlich der Feierlichkeiten zum österreichischen Nationalfeiertag am 26.10.2006 gab es auf einer relativ kleinen Bühne vor der Kulisse des Wiener Rathauses ein einstündiges Musicalkonzert mit den Musicalstars von vergangenen Produktionen der VBW, aber auch drei Hauptdarsteller aus ”Rebecca” waren vertreten. Alexander Goebel begrüsste in gewohnt lockerer Manier die Menschenmassen, die sich dicht vor der Bühne drängten.

Mit einem schwungvollen ”All that jazz” aus ”Chicago” von Maya Hakvoort wurde gestartet. Mit diesem Song wurde das Publikum indirekt auf das Kommende eingestimmt. Was dann kam, verblüffte so ziemlich jeden Fan und Musicalliebhaber. Die Verantwortlichen waren der Meinung gewesen, dass man Musicalsongs doch auch ruhig einmal musikalisch umgestalten kann und so wurden bekannte Titel mit Jazz- und Swingelementen versehen und dermaßen entstellt, dass das Zuhören alles andere als eine wahre Freude war. Vor allem die originalen Texte der Lieder in den neuen Versionen unterzubringen war eine Kunst für sich und viele der Sänger scheiterten daran. ”Herrscher der Welt” aus ”Romeo & Julia” von Lukas Perman, Matè Kamaras und dem 8-köpfigen Ensemble gesungen, erkannte man fast überhaupt nicht wieder. ”Wie wird man seinen Schatten los?”, ebenfalls von Kamaras dargebracht, war alles andere als melodiös. Sogar einer Hakvoort, der Jazz normalerweise liegt, sah man an, dass sie sich bei ”Gold von den Sternen” schwer tat. Eine sehr erwachsene Version, allerdings mit zuviel Donnergeräuschen untermalt, wurde mit ”Totale Finsternis” präsentiert. Hier war Lukas Perman in einer etwas ungewohnten Rolle, nämlich der des Graf Krolock, zu sehen. Marjan Shaki als Sarah war da schon etwas routinierter. Beim ”Elisabeth”-Block hieß es Broadway meets Musical. Bei ”Die Schatten werden länger” (Perman, Kamaras) war Finger schnippen durchaus erwünscht, aber wieder war der Wiedererkennungswert des Songs durch die musikalischen Arrangements verloren gegangen. ”Ich gehör nur mir” war auch eine etwas krampfhafte neue Version, nicht einmal Maya’s tolle Stimme konnte gegen diesen Sound ankommen. Als Robbie Williams versuchte Matè das Publikum mit Auszügen aus ”Rock DJ” anzuheizen. Danach folgte ein kurzes Intermezzo von ihm auf der Mundharmonika. So wurde ”der letzte Tanz” eingeläutet – leider dürfte Kamaras diesen Auftritt mit einer seiner Rockshows verwechselt haben, lediglich die Aufforderung an das Publikum mitzusingen war von Erfolg gekrönt. Der ”Rebecca”-Teil wurde mit großen Worten angekündigt und nicht zu unrecht, denn dann kam sie – Susan Rigvava-Dumas. Ganz in schwarz sang sie den Titelsong. Was für eine Stimme, welch eine Ausstrahlung. Gegen Ende des Liedes stieg Wietske van Tongeren, interessanterweise ebenfalls ganz in schwarz gekleidet, ein, aber sie konnte nicht gegen ihre Kontrahentin ankommen. Mit ”Gott warum?” gab es Uwe Kröger’s Solo zu hören. Er war toll in Form und auch im Duett mit Wietske ”Hilf mir durch die Nacht” konnten beide überzeugen. Die flotteren Nummern hatte man sich für den Schluss aufgehoben. Nach ”You’re the one that I want” (Kamaras, Shaki) wurde von Lukas Perman ”Let the sun shine in” angestimmt. Leider hatte er bei diesem Titel einen totalen Texthänger und sang irgendetwas. Marjan, Matè und Maya konnten ihm, als sie einstimmten, etwas aus der misslichen Lage helfen. Natürlich gab es, wie bei jedem Musicalkonzert laute ”Zugabe”-Rufe und das Finale wurde mit dem ”Time Warp” bestritten, bei dem auch Alexander Goebel gesanglich gefordert war. Alles in allem erlebte man ein interessantes Experiment, dass aber nicht gelang, da der Funke auf die Menge nicht wirklich übersprang.
Quelle: Andrea Martin

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