Musical Christmas in Vienna 2006

Musical Christmas in Vienna 2006

An drei Tagen (9., 10. und 11.12.) wurde es weihnachtlich im Raimundtheater. Insgesamt fünf Mal stand das traditionelle Adventskonzert der Vereinigten Bühnen Wien auf dem Programm. Für die musikalische Leitung war wieder Caspar Richter verantwortlich, die Regie lag in den Händen von Werner Sobotka. Aufgrund dieses Namens hoffe man auf den ein oder anderen lustigen Regieeinfall. Ein paar bekam man auch zu sehen, doch sie hielten sich in Grenzen. Man setzte eher auf ruhigere, nicht so bekannte Lieder, die zum Großteil aus Filmen stammten.

2006 griff man zum ersten Mal nicht nur auf Darsteller, die aktuell in einer Produktion der VBW spielen, zurück. Man entschied sich für eine buntzusammengewürfelte Truppe, wobei es sogar einige Ensemblemitglieder gab, die zum ersten Mal in einer Produktion der VBW auftraten. Mit Andrè Bauer, Carin Filipcic und Caroline Vasicek hatte man schon Musical Christmaserprobte Solisten engagiert. Jesper Tydén komplettierte das Quartett als vierter Sänger. Bei einigen Titeln unterstützten, neben dem 12köpfigen Ensemble, auch noch Jasmina Sakr, Sean Gerard, Carmen Wiederstein und Dennis Kozeluh die Solisten.

Schade, dass es nicht gelungen war, neben Bauer und Filipcic noch weitere Darsteller aus ”Rebecca” zu verpflichten. Eine positive Veränderung war die Länge der Veranstaltung. Anstatt der bisherigen 90 Minuten, die ohne Pause durchgespielt wurden, hatte man auf zwei Stunden inklusive Pause verlängert.

Gleich geblieben war hingegen der Standort des Orchesters – nämlich mitten auf der Bühne. Links davon gab es eine Treppe, auf der sich das Ensemble meistens für die Gruppensongs sammelte. Dahinter befand sich ein großer, schön geschmückter Christbaum.

Die Moderation hatte zum ersten Mal Alexander Goebel übernommen. Stimmlich wirkte er etwas angeschlagen, sorgte aber mit seinen Gags für Lacher im Publikum.

Caroline Vasicek interpretierte u.a. ”Christmas Lullaby”, bei dem sie neben einen kleinen Weihnachtsbaum auf die Bühne gefahren wurde. Gemeinsam mit Jasmina Sakr gab sie ein harmonisches ”When Christmas comes to town” zum Besten, bei dem sie von dem Damenensemble gesanglich unterstützt wurde.

Andrè Bauer sang im Dick Tracy Styling ”It’s beginning to look a lot like Christmas”, während Jasmina Sakr, Iris Morakis und Carmen Wiederstein die ”3 Engel für Andrè” waren. Zusammen mit Jasmina sang er eine schöne, stimmungsvolle Version von ”Little Drummer Boy”.

Jesper Tydén setzte seine Stimme gekonnt bei ”Believe” aus dem Film ”The Polar Express” ein und mit Dennis Kozeluh prostete er sich in Ledersesseln sitzend (ausgeborgt aus ”Rebecca”) bei ”Winter Wonderland” zu. Seinen großen Auftritt hatte er aber im zweiten Teil, als er ”Gabriella’s Song” aus dem Film ”Wie im Himmel” in seiner Muttersprache (schwedisch) interpretierte. Mit dieser Darbietung konnte er das Publikum sehr begeistern.

Die Sängerin, die ihre Wandlungsfähigkeit am öftesten bewies, war aber eindeutig Carin Filipcic. Egal ob beim swingenden ”Sleigh Ride”, als ”schwebende Elfe” im zuckerlrosa Outfit beim ”Christmas Waltz”, bei dem sie schlussendlich von der Bühne gezerrt werden musste oder beim schuhlos gesungenen wienerischen ”Ka Weihnachten” – die Filipcic war einfach großartig und wusste, wie sie das Publikum in ihren Bann ziehen konnte.

Ein witziger Regieeinfall gelang bei dem Titel ”We need a little Christmas”, bei dem das Ensemble in Uniform auftrat und Filipcic tonangebend war, auch wenn Goebel den Taktstock schwang.

Natürlich gab es auch stimmungsvolle Nummern, bei denen das komplette Ensemble beteiligt war. Besonders hervorzuheben ist hier das Finale des ersten Teiles. ”Hallelujah” war ein frischer, fröhlicher Song im Gospelgewand, bei dem man am liebsten aufgestanden wäre und mitgeklatscht hätte. Einen besonderen Gag gab es zum Schluss, als mittels Buchstaben auf Geschenkpäckchen ”Fröhliche Weihnachten” von den Darstellern geschrieben wurde. Trotz frühlingshaften Außentemperaturen kam weihnachtliche Stimmung auf, auch wenn man sich zukünftig vielleicht wieder mehr traditionelleren Stücken annehmen sollte.
Quelle: Andrea Martin

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