Late Night Show, 25.3.2007, Stadttheater Baden

Um dem Ensemble von ”Les Miserables” den Abschied vom Stadttheater Baden und untereinander zu erleichtern und natürlich auch um dem Publikum einmal etwas Besonderes zu bieten, gab es am 25.3. um 22:00 eine ”Late-Night-Show”. Insgesamt 16 Ensemblemitglieder hatten sich gefunden, um in dieser Veranstaltung diverse Songs, die hauptsächlich aus dem Bereich Musical kamen zum Besten zu geben. Parterre und Balkon waren für diese späte Stunde und angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Sonntag handelte doch gut besucht. Viele, die bei der letzten Show von ”Les Miserables” dabei waren, ließen sich auch dieses Ereignis nicht entgehen. Unterstützt wurden die Sänger vom Badener Städtischen Orchester unter der Leitung von Franz Josef Breznik. Dieses saß wie immer im Orchestergraben. Nur fünf Musiker, die ”Late-Night-Show-Band”, durften auf der Bühne Platz nehmen.

Artur Ortens eröffnete mit ”Wo ist die liebestolle Zeit/Kiss me Kate”. Er flirtete heftig mit den weiblichen Gästen der ersten Reihe und sein verzücktes Stöhnen war sehr theatralisch. Beim toll angesetzten Schlusston blieb ihm allerdings zu seinem eigenen Erstaunen die Luft weg, was sehr witzig wirkte, da er dennoch unbeirrt weitersang.

Patricia Nessy gab in einem fliederfarbenen Abendkleid aus ”Elisabeth” ”Ich gehör nur mir” in einer eigenen, aber schönen Interpretation mit leichtem operettenhaftem touch zum Besten. Zoltan Tombor schlug mit seinem Song aus der ”West Side Story” sanfte Töne an, lediglich sein Bühnenoutfit war etwas unglücklich gewählt, da er eher wie ein Rocker wirkte. ”Nur sein Blick” aus ”Jekyll & Hyde” war eines von vielen Duetten in einer außergewöhnlichen Zusammenstellung. Bettina Reifschneider tat sich etwas schwer, während Claudia Rohnefeld sichtlich erleichtert war, wieder Frau sein zu dürfen (Anm. sie spielte in ”Les Miserables” den Gavroche). Zu Katrin Fuchs’ Stimme passte ”Ich hätt’ getanzt heut Nacht” sehr gut und Chris Murray gab ein stimmgewaltiges ”Mein Gott, warum?” aus ”Miss Saigon”.

Mit sehr viel Herz war Dietmar Seidner bei seinem selbstgeschriebenen ”Waiting for a call”. Er griff sogar selbst zu einer e-Zitter (die er eigens für sich bauen ließ und das Patent auf dieses Instrument aus Fiberglas hat) und wurde von Max Volt mittels Darabukatrommel, Shaker und Tambourin unterstützt.

Mit ihrer Interpretation von ”Whatever happened to my part” sorgte Claudia Rohnefeld als Diva in Pelzjäckchen mit Man in black Brille für Lacher. Von Darius Merstein MacLeod bekam man ”Gebet” aus ”Scarlet Pimpernel” und infolge ”E lucevan le stelle” aus ”Tosca” dargeboten.

Besonders nach letztgenannter Nummer war er sichtlich erleichtert, dass er es so gut geschafft hatte und atmete kräftig durch. Zum an sich zweifeln hat er aber gar keinen Grund, da er tolle Töne lieferte. Ein schönes ”Papa, can you hear me” gab es bei angezündeter Kerze von Johanna Arrouas zu hören. Etwas ungewöhnlich war die deutsche Fassung von ”Gethsemane”, die Chris Murray sang. Er steigerte sich sehr hinein und das Publikum honorierte seine Leistung mit viel Beifall. Beim Duett ”I know him so well” aus ”Chess” harmonierten Patricia Nessy und Max Volt gut miteinander. Die wohl interessanteste Paarung gab es bei ”Gefährliches Spiel” aus ”Jekyll & Hyde”. Dieser Titel wurde von Claudia Rohnefeld und Darius Merstein MacLeod interpretiert. Rhonefeld bewies einmal mehr, dass eine Rolle nicht immer nur aufgrund der Optik, sondern auch wegen der gesanglichen Leistung besetzt werden sollte. Sie ist wahrlich keine Lucy, wie man sie sich vorstellt, aber stimmlich bewältigte sie den Part ohne Probleme und auch beim gemeinsamen, verführerischen Spiel mit Merstein MacLeod sah man ihr gerne zu. Es folgte ein Potpourri an Webber Liedern aus ”Jesus Christ Superstar”, ”Das Phantom der Oper”, ”Evita” oder ”Cats”. Als letzten Beitrag durfte Max Volt sein Paradesolo ”Summertime” aus ”Porgy & Bess” anstimmen, welches er gut meisterte. ”Can you feel the love tonight” war der Finalsong aller Sänger. Das Publikum war kaum noch zu halten und applaudierte und verlangte nach Zugaben. Dem wurde auch entsprochen und prompt gab es noch ein letztes Mal ”Das Lied des Volkes” aus ”Les Miserables” zu hören und auch der Titel aus ”The Lion King” wurde noch einmal wiederholt. Kurz nach Mitternacht war die Show, die ohne Pause durchgespielt wurde vorbei und war für die meisten sicher ein schöner Start in eine neue Woche.
Quelle: Andrea Martin

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