Big Band Dreams, Wiener Konzerthaus, 22.6.2007

Meist ist das Orchester in seinem Graben versteckt und nur die Darsteller befinden sich auf der Bühne. Nicht so im Konzerthaus. Die 17 Mann starke Richard Österreicher Big Band mit Unterstützung von Aaron Wonesch am Klavier hatte es sich auf der Bühne bequem gemacht und eröffnete den Abend mit einem ”Tribute to the Duke”. Dann erschien auch schon Viktor Gernot, der sogleich mit ”The lady is a tramp” von Kopf bis Fuß swingte. Maya Hakvoort’s Startnummer war ”Don’t rain on my parade”. Man bekam Maya at her best geboten und sie wirkte in dem langen goldenen Kleid bezaubernd. Ihr langer Schlitz im Kleid hielt sie davon ab, sich auf den rechten Hocker zu setzen, da sonst das Publikum tiefe Einblicke bekommen hätte. So hatte sie Viktor Gernot und die Band, was denen auch nichts machte. Gernot war sehr überrascht, dass soviele Gäste gekommen waren, da gleichzeitig das Donauinselfest und ein Barbra Streisand Konzert stattfanden. Wenn man jedoch die Anzahl der freien Plätze betrachtete, konnte man sich nur fragen, wo die Fans der beiden geblieben waren. Nachdem Viktor Gernot beim Oktavensuchen bei ”It’s alright with me” von Cole Porter Erfolg gehabt hatte, folgte ein ”Bossa-Medley”, bei dem der Dirigent Richard Österreicher auch schon mal zur Mundharmonika griff. Hakvoort interpretierte ein sehr gefühlvolles ”The way we are” von B. Streisand. Gernot bezeichnete sie gleich als Schnäppchen im Vergleich zur Streisand, bei deren Konzert die Karten um einiges teurer waren. Frank und Nancy Sinatra like präsentierten die beiden ”Something stupid”, bei dem sie sich gegenseitig anschmachteten. Bei ”Where or when” kroch Viktor letztendlich sogar am Boden herum, da er seinen Schummelzettel mit dem Text ebendort zu Rate ziehen musste. Maya fehlten bei soviel Engagement dann auch die Worte und sie bog sich nur so vor Lachen. Ein interessantes musikalisches Arrangement wurde mit einem geswingten ”Ich gehör nur mir” von der kaiserlichen Hoheit ”Elisabeth” alias Maya Hakvoort geboten. Nach der Pause erschien Hakvoort in einem eleganten roten Kleid und auch Gernot machte die Leute darauf aufmerksam, dass er sich umgezogen hatte. Immer wieder ließ er sein Talent als Comedian zum Vorschein kommen, was ihm viele Pluspunkte beim Publikum einbrachte. Weitere Songs des Abends waren ”Mr. Bojangels”, ”I’ve got you under my skin” oder ”I get a kick out of you”. Beim witzigen ”Weil er auf Jazz steht” setzte sich Maya sogar auf den Schoß des Pianisten, um ihn zu wärmen und beeindruckte ihn mit ihren ”Skubidus”. Mit dem etwas aus der Reihe fallenden ”Crazy little thing called love” konnte Viktor Gernot das Publikum sogar zum Mitklatschen animieren. Insgesamt hätte es am Ende ganze drei Zugaben geben sollen. Gernot verausgabte sich bei ”New York, New York” und Hakvoort zeigte bei ”It’s so quiet” sowohl ihre rauhe, als auch sanfte Seite. Beide erzählten dann noch die Geschichte von ”Mack the knife”. Tobender Applaus im Saal führte zu weiteren zwei Zugaben, diesmal Songs, die bereits gespielt worden waren. Beide Künstler überzeugten an diesem Abend auf voller Linie. Sowohl mit ihrer gesanglichen Leistung, als auch mit Witz, Charme und Humor. Und was besonders stark zum Ausdruck kam, war das gute Verständnis der beiden untereinander, fast schon ohne Worte. Beide verbindet eine langjährige Freundschaft und das ließen sie das Publikum auch spüren.
Quelle: Andrea Martin

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