Galileo und Scaramouche retteten zum 1000. Mal die Welt

Jubiläums-Show im Kölner Musical Dome

Für den guten Ton der schwungvollen, mit Kölsch, Sekt und belegten Brötchen bestückten After-Show-Party sorgte die exzellente WWRY-Band, die, wie die Hauptdarsteller auch, hier noch eine längere Zugabe ”schmissen”. Alex Melcher, der Kölner Ur-Galileo, der in dieser Rolle seit der Premiere am 12. Dezember 2004 über 500 Mal zu sehen und zu hören war und jetzt, weil er sich verstärkt seinem Band-Projekt widmet, als Chef-Bohemian etwas kürzer tritt, ließ bei dieser Gelegenheit schon einmal eine Hörprobe seiner neuen CD durchklingen. Das hörte sich viel versprechend an. Dem Schwof vorangegangen war der obligatorische Anstich der Jubiläumstorte, bei dem Galileo, Scaramouche, BAP, Ozzy, Khashoggi und die Killer-Queen der rechteckigen Kalorienbombe mit dem langen Messer zu Leibe rückten. Da bekamen auch Produzent Michael Brenner sowie Bernhard Mattes Appetit.

Letzterer. ist der Vorsitzende der Geschäftsführung der Ford-Werke.Die Kölner Autobauer sind seit der Premiere von ”We will rock you” als Partner und Sponsor mit im Boot. Nebenbei bemerkt: Der allererste Tourbus der Rockgruppe ”Queen” war ein Ford-Transit. Und deshalb ist ein solcher auch Bestandteil des Bühnenbilds ist.

Abstimmung mit den Füßen

Produzent Michael Brenner, der Geschäftsführer von BB-Promotion, räumte ein, er sei zwar von Anfang an von der Konzeption des Stücks überzeugt gewesen, hätte aber doch nicht mit diesem durchschlagenden Erfolg rechnen können. Das hatte wohl niemand. Im Gegenteil. Die Zahl Skeptiker sowie die der tatsächlichen oder selbst ernannten Kritiker, die das Stück im Vorfeld zerrissen hatten, war groß. Sie ist inzwischen aber deutlich geschrumpft. Sowohl weiland im Londoner Westend im Zuge der Welt-Uraufführung, als auch in Folge am Rhein war das Projekt nieder geschrieben worden, was jedoch nichts nutzte. Das Publikum stimmte mit den Füßen und durch den Ticketkauf ab und machte die Produktion jeweils zur erfolgreichsten in beiden Städten. Weltweit haben inzwischen fünf Millionen Menschen die Inszenierung gesehen.

Neue Publikumsschichten erschlossen

Brenners Kalkül, sich neue Publikumsschichten zu erschließen und damit Leute, die sonst eher einen Bogen ums Theater machen, anzusprechen, ist allemal aufgegangen. Im ”Dome” geben sich Rock-Fans ebenso wie klassische Musicalgänger die Klinke in die Hand. 70jährige sitzen einträchtig mit 15jährigen Teenies nebeneinander – und haben einen Mordspaß.

Inzwischen gibt es ja auch einen deutschsprachigen WWRY-Ableger in der Schweiz, während im Januar kommenden Jahres mit Wien ein drittes festlandeuropäisches Produktionsstandbein hinzu kommt. Ga-Ga-Land ist überall. Am Kölner Rheinufer wird das Stück zunächst bis Frühjahr 2008 zu erleben sein, wobei eine abermalige Verlängerung aber nicht ausgeschlossen scheint. Der Vertrag für den Standort des ”blauen Müllsacks” in Hauptbahnhofsnähe läuft, wie Geschäftsführer Thomas Krauth wissen ließ, bis Anfang 2009.
Quelle: Jürgen Heimann

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