Thank you for the music, Musicalgala Korneuburg

Leider ist das Glück nicht jeder open air Veranstaltung hold und sie kann auch wirklich im Freien stattfinden. So musste leider die Musicalgala am 11.8., die ursprünglich vor dem Korneuburger Rathaus geplant war, in der Sporthalle stattfinden. Obwohl es während des Abends nicht geregnet hatte, war das Wetter untertags einfach zu unbeständig, um einen reibungslosen Ablauf garantieren zu können.

In der Halle konnten die Besucher gut untergebracht werden, lediglich die Bühne hatte, im Verhältnis zur Breite des Raumes, größer sein müssen. Auf den seitlichsten Plätzen hatte man somit eine etwas eingeschränkte Sicht. Für die Gala konnten die Verantwortlichen vier Top-Musicaldarsteller/innen engagieren. Leah delos Santos, Yngve Gasoy Romdal, Carin Filipcic und Rasmus Borkowski. Begleitet wurde das Quartett den ganzen Arbeit hindurch nur auf einem Klavier (Herbert Pichler), was eine besondere Atmosphäre aufkommen ließ. Das Programm wurde mit dem Song ”Mamma Mia” von Abba eingeleitet. Leah erschien in einem langen grünen Kleid, Carin in einem cremefarbenen mit Silberakzenten und die Herren der Schöpfung trugen Jeans, ein Hemd und darüber ein schwarzes Gilett. Filipcic war auch für die ersten einleitenden Worte zuständig, in denen sie sich u.a. an ihre Kindheit in der Turnhalle, speziell an ihre Erfolge an den Seilen, zurückerinnerte. Sie moderierte locker und sympathisch, auch wenn sie sich selbst einige Stolpersteine in den Weg legte. Gasoy Romdal ließ mit ”Sunset Boulevard” alte Zeiten aufleben, während Filipcic in einem glitzernden, weißen Kleid eine stimmgewaltige Norma Desmond gab. Als nächstes folgten zwei Titel aus ”Die 3 Musketiere”. Leah sang den Song ”Gott lächelt uns zu” von Constance mit klarer Stimme und Rasmus gab einen Vorgeschmack auf seinen D’Artagnan. ”Heut ist der Tag” wird im Normalfall mit Unterstützung aus dem Background gesungen, nur mit Klavierbegleitung ist der Song sicher schwieriger zu meistern, aber Borkowski legte sich ordentlich ins Zeug und zeigte volle Power. Romantisch wurde es beim Duett ”Sonne und Mond”, gesungen von Leah und Yngve, und auch Rasmus überraschte bei ”Bui doi”, einem weiteren Song aus ”Miss Saigon”. Danach hätte Rasmus als Conferencier auftreten sollen. Da aber alleine sein Erscheinen und das Ankündigen der nächsten Songs wahre Begeisterungsstürme auslöste, beließ er es dabei und ging ab. Auf dem Bühnenrand sitzend interpretierte Carin Filipcic einen ihrer großen Songs. ”Siehe da, sie liebt” aus ”Romeo & Julia”. Auf deutsch und französisch gelang es ihr, wie so oft während des Abends, das Publikum zu verzaubern und sprachlos zu machen. Rasmus und Leah harmonierten als Liebespaar Romeo und Julia beim Duett ”Liebe”. Auch bei ”Gold von den Sternen” aus ”Mozart!” saß bei Filipcic bis zum unglaublichen Schlusston einfach alles. Als Mozart selbst fragte sich Yngve, wie schon so oft in seinem Leben ”Wie wird man seinen Schatten los?”. Man sah ihn regelrecht im Outfit der Musicalrolle auf der Bühne stehen, doch dann erschien Rasmus und machte ihm, zuerst als Schatten, dann als ebenbürtiger ”Gegner” die Stellung streitig. Borkowski hatte bereits in der konzertanten Fassung diese Rolle im Raimundtheater gesungen und großes Lob dafür bekommen.

Nach der Pause, die mit ohrenbetäubenden Fanfarenklängen für beendet erklärt wurde, ging es mit dem aktuellen Musical im Raimundtheater ”Rebecca” weiter. Carin Filipcic, die in dem Stück bis vor der Sommerpause die Mrs. van Hopper gespielt hatte, sang doch tatsächlich das Titellied der Mrs. Danvers. Passend zum Song war sie dunkel angezogen und versuchte sogar etwas böse zu wirken. Der Versuch in eine Rolle zu schlüpfen, die sie zuvor nie gespielt hatte, wurde mit tobendem Applaus belohnt, über den sie sich, sichtlich erleichtert, sehr freute.

Aus ”Annie get your gun” gab es ein humorvolles Medley mit ”An old fashioned wedding” und ”Alles was du kannst, kann ich noch besser” von Leah und Yngve zu hören. Ein genialer gesanglicher Wettstreit der beiden, bei dem aber letztendlich doch Leah die Hosen anhatte. Ganz lässig bekam man ”Lune” aus ”Notre Dame de Paris” von Borkowski zu hören, während Filipcic danach mit einer Geschichte um eine Opern- und Jazzsängerin aufwartete (”The girl in 14G”, die wirklich gelungene Übersetzung stammte von Werner Sobotka), bei der sie zuletzt sogar die Rollen drei verschiedener Personen sang, was für Lacher im Publikum sorgte. delos Santos hatte im zweiten Teil ihr Outfit gewechselt und erschien in einem interessanten schwarzen Kleid, dessen unterer Teil an ein Federkleid erinnerte. Yngve und Leah stehen gemeinsam noch bis 11.9.2007 als ”Die Schöne und das Biest” im Theater am Potsdamer Platz in Berlin auf der Bühne und überzeugten auch ohne Kostüm und Schminke als ungleiches Paar. ”Dunkles Schweigen an den Tischen” aus ”Les Miserables” besang Borkowski. Er schlüpfte regelrecht in die Rolle des Marius, so als ob er im Stück selbst wäre und nicht ”nur” bei einer Gala singen würde. Noch vor der Deutschland-Premiere am 15.11.2007 in Stuttgart gab es von Leah und Carin das schöne Duett ”For Good” aus dem Stück ”Wicked” zu hören. Mit Leib und Seele interpretierte Yngve wieder einmal ”Gethsemane” und danach besangen alle das Motto des Abends, nämlich ”Thank you for the music”. Das Publikum ging mit und klatschte vor Begeisterung. Eine Sprühfontaine links und rechts von der Bühne und standing ovations leiteten das finale Abba-Medley ein. Zu guter Letzt regnete es sogar Luftschlangen auf die Sänger. Über soviele positive Energie, die den vier entgegenströmte, waren sie sehr erfreut und dankten es den Fans nach der Show auf eine spezielle Art und Weise. Mit Autogrammkarten bewaffnet erschienen sie und erfüllten geduldig alle Autogramm- und Fotowünsche. Ein 1A Fanservice, das die Show noch einmal aufwertete. Fantastische Darsteller, eine tolle Show mit vielen gesanglichen Überraschungen, die man sich bei Galas öfters wünschen würde und wirklich akzeptablen Eintrittspreisen machen die Gala in Korneuburg zu einem unvergesslichen Erlebnis. Man darf auf eine Fortsetzung auch im nächsten Jahr hoffen.
Quelle: Andrea Martin

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