The best of musicals, Donaubühne Tulln

The best of musicals, Donaubühne Tulln

Langsam aber doch, näherte sich der Musicalsommer seinem Ende und somit hieß es, aufgrund eines herbstlicheren Wetters aus für die open air Veranstaltungen. Um einen Sommerabend mit Kultur noch bei akzeptablen Temperaturen zu genießen, stand am 18.8. ”The best of musicals”-Gala auf der Donaubühne in Tulln am Programm. Nicht in jeder Show, mit diesem Titel, wird auch wirklich ein guter Querschnitt aus den diversen Musicals geboten. Oft gibt es die übliche Mischung, ohne besondere Leckerbissen, zu hören. Nicht so bei dieser Show, die sowohl alt Bekanntes, wie auch neuere Titel aus Erfolgsstücken beinhaltete. Nachdem sämtliche Enten vor der Bühne geflüchtet waren (die Bühne liegt direkt in der Donau und ist über zwei Stege erreichbar) konnte das zweieinhalbstündige Programm inklusive einer Pause beginnen. Leider war die Veranstaltung alles andere als ausverkauft, speziell auf der Tribüne herrschte gähnende Leere. Die 8köpfige Band unter der Leitung von Herwig Gratzer eröffnete das Programm mit der Ouverture aus ”Chicago”, die in ”All that jazz”, gesungen von den vier Solisten Maya Hakvoort, Sabine Neibersch, Kai Peterson und Andreas Bieber überging. Unterstützt wurden sie von Tänzern der Karen Henry-Dance Company: Karen Henry, Nina Weiss, Laura Fernandez, Giuliano Mercoli und Ramesh Nair.

Gar nicht wie alte rostige Dampfloks klangen Bieber und Peterson bei ihrem Duett aus ”Starlight Express”. Als alleiniges Dreamgirl zeigte Sabine Neibersch mit ”One night only” was für eine Powerstimme in ihr steckt. Die Mitglieder der Dance Company waren nicht nur als Background-Unterstützung gefragt, sondern durften auch ohne die vier Solisten ihr Können unter Beweis stellen. Eine außer Atem bringende Choreographie, was sich etwas auf den Gesang auswirkte, gab es bei ”I gotcha” (Nair, Fernandez, Mercoli) zu sehen und bei ”Big Spender” zeigten die Damen in knappen Outfits eine Sesseleinlage. Als Ausblick auf ”Wicked” in Stuttgart interpretierte Maya Hakvoort mit ihrer großartigen Stimme ”Defying gravity”. Von ihr hätte sich jeder gerne verhexen lassen wollen. Neibersch und Bieber hatten bei ”You’re the one that I want” sichtlich Spaß und Bieber schaffte es, das Publikum zum Mitklatschen zu bringen. Kai Peterson schlüpfte für zwei Songs in zwei Charaktere, die man sonst eher von Uwe Kröger interpretiert kennt. Als Maxim de Winter sang er ”Gott, warum?” (”Rebecca”) und als Fürsterzbischof Colloredo ”Wie kann es möglich sein?” (”Mozart!”). Bei beiden Songs stellte er gut die Zerrissenheit der jeweiligen Person dar und zeigte, obwohl er weder in der einen noch der anderen Rolle Übung hat, eine tolle gesangliche Leistung. Eine spezielle Andreas Bieber-Note erhielt ”Der letzte Tanz” . Bieber’s Kronprinz Rudolf Image ging dadurch etwas verloren, was ihm aber sicher recht war und die andere Seite, die des Todes machte ihm scheinbar auch viel Freude. Natürlich durfte auch der Hit aus ”Elisabeth” schlechthin ”Ich gehör nur mir” nicht fehlen. Mit diesem Titel kann die Hakvoort gar nichts falsch machen, da sie diese Rolle, wie fast keine zweite, geprägt hat. Partystimmung kam bei ”Staying alive” und ”Night Fever” aus dem Bee Gees Klassiker ”Saturday Night Fever” auf, wobei sich Kai und Ramesh als Leadsänger abwechselten. Das Ende des ersten Teiles wurde von einem Abba-Medley eingeläutet. Die Suche nach dem richtigen Ton war erfolgreich und es wurde a cappella gestartet. Bei ”Super Trouper”, ”Dancing Queen”, ”Does your mother know” und ”Mamma Mia” shakten die vier was das Zeug hielt und das Publikum ließ sich gerne von der guten Stimmung anstecken.

Der zweite Teil wurde mit Songs aus einem eher selten gespielten Stück bei Galas ”City of Angels” eröffnet. Neben ”Funny” (Peterson) gab es ein beswingtes Duett ”What you don’t know about women” der Ladies und eine starke Konfrontation der Männer bei ”You’re nothing without me” zu sehen, in der es am Ende darum ging, wer von den beiden – Bieber oder Peterson – den längeren Atem hatte. Auch außergewöhnlich für ein Konzert war ”Steam Heat” von Weiss, Nair und Mercoli, bei dem die drei wie Schlangen zischend ihre Choreographie mit Knieschonern absolvierten. Geballte Frauenpower gab es bei ”Schafft die Männer ran” aus ”Jekyll & Hyde”, bei dem Hakvoort und Neibersch in roten Kleidern die Bandmitglieder anmachten. Etwas weniger Pepp und Widerhall hätte dem Titel ”Engel aus Kristall” gut getan, aber Bieber zeigte eine gute gesangliche Leistung mit beachtlichem Schlusston. Zwei der wohl schönsten Liebesduette gab es mit ”Written in the stars” (Hakvoort, Bieber) und ”Time of my life” (Bieber, Neibersch) zu hören. Romantik und Gefühl pur. In Frank Sinatra Manier swingte Peterson bei ”The lady is a tramp”, während man beim ”Evita”-Block mit Maya Hakvoort einen längeren Ausflug nach Argentinien und Buenos Aires unternahm. Das Finale bestand aus einem Queen-Medley in Anlehnung an das Musical ”We will rock you” (welches ab 24.1.2008 im Raimundtheater zu sehen sein wird). Mit ”Innuendo”, ”I want to break free” und ”Somebody to love” rockten die vier noch einmal so richtig los. Begeisterungsstürme des Publikums konnten zu weiteren Zugaben in Form von Queensongs überzeugen. ”Who wants to live forever”, ”We will rock you” und ”We are the champions” beschlossen den Abend und verschafften aufgrund des Mitklatschens, zumindest warme Hände. Eine tolle Akustik, schöne Lichteffekte und wunderbare Darsteller, mit denen man sich fast auf einer kleinen Modenschau fühlte, (fast bei jedem zweiten Titel wurde ein Outfitwechsel vollzogen) und jede Menge Glück mit dem Wetter machten die Veranstaltung zu einem der Highlights bei den Veranstaltungen auf der Donaubühne in Tulln.
Quelle: Andrea Martin

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