Love is an opera – V.I.P. Opera

Max Volt ist sicher noch nicht vielen ein Begriff, da der Künstler bis vor kurzem unter einem anderen Namen aufgetreten ist. Nachdem er seine alte Identität mehr oder weniger ad acta gelegt hat, dreht er, gemäss seinem Nachnamen, ordentlich auf und begeisterte die Zuseher u.a. mit seinen Auftritten als Annas/Simon bei diversen ”Jesus Christ Superstar” Konzerten. Auch war er Zweitbesetzung des Lord Capulet in ”Romeo & Julia”, Magaldi in ”Evita” (Baden) und ist gern gesehener Gast bei diversen Galas. Jetzt hat er, gemeinsam mit seinen Freunden, Azzi Finder, Erich Steinkogler und Peter Hofmann das Projekt ”V.I.P. Opera” (Vienna International Pocket Opera) ins Leben gerufen.

Im kleinen Schuberttheater, das unscheinbar in einem Hof der Währingerstraße liegt, trat das Quartett auf. Von den gut 70 Sitzmöglichkeiten waren leider nur knappe 30 besetzt, aber trotzdem kam bald gute Stimmung auf, sogar ein prominenter Gast, Alf Poier, war anwesend.

In monotonem Englisch, das aber gut verständlich war, begann Finder mit einer kleinen Einleitung zur Geschichte. Etwas erinnerte er an den Narrator der ”Rocky Horror Show”.

Was dann folgte war eine turbulente Kombination aus Zitaten aus Oldies, Popsongs, Operettenliedern, die miteinander und ineinander verwoben eine neue Komposition ergaben.

Rund 80 Titel wurden teilweise nur mit ein paar Textzeilen angesungen, gerade so, dass man sie erkennen konnte. Für diese Arrangements waren zum größten Teil Azzi Finder und Erich Steinkogler verantwortlich. Im ersten Teil wurden mit passenden Songs die Suche nach der wahren Liebe (”Everybody needs somebody”, ”Herzilein, du musst nicht traurig sein”), Frauen, die nicht erobert werden wollten/konnten (”Lola”, Rosamunde”, ”Jeanny”), die Gefühle, die Max entwickeln sollte (”Sexy thing”, ”Du verstehst mi net”, ”Love hurts”) beschrieben. Witzig auch die Begegnung mit einem Klonschaf ”Hello Dolly”, dass er als große Liebe sieht, obwohl er erkannte ”I don’t know how to love it”. Infolge war er der Meinung, dass er, um die große Liebe finden zu können, berühmt sein muss. Außerirdische gewährten ihm drei Wünsche. Er wünschte sich wie der King of Pop zu werden. Was dann folgte, war mit Sicherheit das Highlight der Vorstellung – Max interpretierte im Michael Jackson Stil mit typischen Bewegungen Songs wie ”You are not alone”, ”Heal the world”, ”Black or white”, oder ”Man in the mirror”. Im zweiten Teil sah Max derangiert aus – vor allem seine Haare standen wirr durcheinander. Es wurde dargestellt, dass ”Regen über ihn kommt”, sprich er möchte seinem Leben ein Ende setzen, da ihn auf der Welt keiner will. ”I can’t stand the rain”, ”Singin’ in the rain” oder sogar ”Durch den Monsun” von Tokio Hotel untermalen diese Szene. Er wurde jedoch von einer Donaunixe gerettet und es folgten ”I will survive” und ”Staying alive”. Als er das Leben bei ”Born to be wild” auf einem Motorrad genießen möchte, baut er auf dem ”Highway to hell” einen Unfall und darf ”Knockin’ on heaven’s door” anstimmen. Er will jedoch noch nicht tot sein, die Himmelstür öffnet sich und er wird wieder auf die Erde geschickt. Einzige Änderung – er ist eine Frau. Erschrocken gab es in den höchsten Tönen die Arie ”Die Königin der Nacht” aus der ”Zauberflöte” zu hören. Obwohl der eine ”Dancing Queen” war, lässt er sich wieder zum Mann machen und wurde zum ”Anton aus Tirol”, an dem die Frauen vor allem den Bizeps lieben. Dann ging er ins Publikum und fand plötzlich seine Liebe, was für ein Zufall, dass seine Frau glücklicherweise anwesend war und er niemand fremden anschmachten musste. Mit ”Dein ist mein ganzes Herz”, ”Heut geh’n wir ins Maxim” bekam sie eine Liebeserklärung der besonderen Art und der bunte Liederreigen wurde beendet.

Unter ”V.I.P. Opera” hatte man sich sicher etwas anderes vorgestellt, aber dank des ein oder anderen Überraschungseffekts, die es hauptsächlich aufgrund der interessanten Liederkombinationen gab, musste man nicht enttäuscht nachhause gehen.
Quelle: Andrea Martin

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