Killer-Barbier „Sweeney Todd“ rasiert demnächst auf der Leinwand

Stephen Sondheims Schauermusical kommt ins Kino

Die auf einer 1846 erschienen Groschenromanserie beruhende Story, die Christopher Bonds 1973 zu einem Schauspiel verarbeitete, ist bekannt. Spätestens seit der geniale Stephen Sondheim daraus ein schaurig-düsteres Musical strickte, das nach der mörderischen Hauptfigur betitelt ist – eben Sweeney Todd. Aber das ist sein Künstler- bzw. Deckname. Und jetzt schafft es Benjamin Barker, wie der legendäre Barbier mit den unorthodoxen Methoden von Hause aus heißt, auf die Kino-Leinwand.

Die US-amerikanische Movie-Multi Warner Bros. hat das makabere Sondheim-Werk cineastisch in Szene gesetzt. Der Film soll am 21. Februar bundesweit in unserer Lichtspielhäuser kommen. Den Amerikanern wird der Streifen rechtzeitig zu Weihnachten die Lust auf den Festtagsbraten verhageln.

Die Hauptrolle trägt Johnny Deep (”Fluch der Karibik”), die Pastetenbäckerin mit dem Hang zu morbiden Zutaten mimt Helena Bonham Carter (”Harry Potter und der Orden des Phönix”). Mit von der blutigen Partie ist ferner Sacha Baron Cohen (”Borat”). Regie führte Tim Burton.

”Sweeney Todd” gilt als Meilenstein in der jüngeren Geschichte des Musiktheaters. Es fuhr 1979 einen Tony Award für das beste Musical des Jahres ein und erhielt in Folge sieben weitere Auszeichnungen. Der weitgehende Verzicht auf musical-typische Stilmittel wie Schlagzeugbegleitung oder Tanzszenen rückt die durchkomponierte Partitur sehr stark in die Nähe der Balladenoper. Der Branchenprimus hier zu Lande aber würde nie auf die Idee kommen, das komplexe und schwer verdauliche Stück in einem seiner Bühnenpaläste zu zeigen. Dafür ist die Schauer-Ballade, in der es aber auch durchaus grotesk-komische Elemente gibt, nicht glitzernd und massentauglich genug. Das bleibt dann den ambitionierten Stadt- oder Staatstheatern überlassen, wo es immer mal wieder kurz auf dem Spielplan auftaucht. In diesem Zusammenhang wäre vor allem Stefan Hubers herausragende Inszenierung am Staatstheaters Mainz aus dem Jahre 2001 mit Norbert Lamla und Anne Welte in den Hauptrollen zu erwähnen.
Quelle: Jürgen Heimann

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