Gemeinsam in einem Boot, Benefiz Gala, Raimundtheater

Für den Wiener Ruderclub Donaubund war der 21.6.2007 ein schwarzer Tag in seiner Geschichte. Ein heftiger Sturm ließ einen Baum auf das Clubhaus stürzen, sodass ein irreparabler Schaden daran entstand. Noch schlimmer als der materielle Verlust ist der menschliche. Frau Anna Rutka, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks mit Kindern im Haus befand, wurde vom herunterstürzenden Dach getötet. Den Kindern geschah Gottseidank nichts. Der Schaden ist hoch und kann nicht aus den Mitgliedsbeiträgen gedeckt werden.

Mit der Gala unter dem Motto ”Gemeinsam in einem Boot” möchten die Verantwortlichen einen Grundstein für den Neuaufbau legen. Das von den Vereinigten Bühnen Wien zur Verfügung gestellte Raimundtheater war sehr gut besucht, es hätten aber noch ein paar Gäste mehr sein können. Nach ein paar Bildern, die das Ausmaß der Verwüstung zeigten, kam es auch schon zum Aufmarsch der Akteure des Abends. Als Einstiegssong gab es das ”Lied des Volkes” aus ”Les Miserables”, was auch irgendwie einen Aufruf zur Hilfsbereitschaft gleichkam. Leider konnten zwei angekündigte Darsteller nicht teilnehmen. Thomas Borchert musste aufgrund einer Grippe das Bett hüten und Carin Filipcic konnte von den Proben für ”Les Miserables” in Graz nicht weg. Zumindest für Borchert konnte Ersatz gefunden werden. Martin Pasching verstärkte tatkräftig das Ensemble.

Nach einigen Ansprachen begann eine Gala der Extraklasse, die mit unzähligen Highlights aufzuwarten hatte.

In extravaganten Outfits (Strapse, Lederhöschen, Federboa) bestach sowohl optisch als auch gesanglich Harald Tauber als ”Sweet Transvestite”. Gemeinsam mit Sascha Krebs rockte er dann das Haus mit dem ”Time Warp”. Marjan Shaki rappte den Frauenpart. Auch die Position am Ende des Songs war einen Lacher wert. Tauber war in die Hände von Krebs gesprungen, Shaki durch die Füsse von Krebs geschlüpft. Eines der wohl schönsten Frauenduette war ”I know him so well” von Maya Hakvoort und Jana Werner, gefolgt von einem Herrenduell. Kai Peterson und Dean Welterlen lieferten sich bei ”You’re nothing without me” einen herrlichen Schlagabtausch. Nach einem romantischen Duett aus ”Miss Saigon” von Pasching und Shaki wurde mit den vier Sängern von Abbariginal Party gemacht. In Schlaghosen gab es ein flottes Abba-Medley zu hören. Die typischen Fosse Bewegungen sah man bei Jana Werner’s ”All that jazz”. Als Herbert aus ”Tanz der Vampire” konnte man Krebs bei ”Wenn Liebe in dir ist” erleben. Sein Alfred war Tauber, wobei allein schon das Größenverhältnis der beiden zueinander zum schmunzeln anregte. Statt einen Biss in den Hals gab es für Marjan Shaki in blutrotem Kleid ein Busserl auf den Hals von Dean Welterlen, der mit ihr ”Totale Finsternis” zum besten gab. Mit einem Medley aus ”Evita” hatte Maya Hakvoort im ersten Teil ihren großen Auftritt. Diese Rolle wird sie auch bei der Wiederaufnahme am 18.4.2008 im Stadttheater Baden wieder verkörpern. Großes Augenmerk wurde auch auf das Ensemble gelegt, das aus Rita Sereinig, (sie war auch für die Choreographie verantwortlich), Susanne Seimel, Kerstin Löcker, Marvin Dietmann, Alexander Moitzi und Philip Ranson bestand. Toll waren vor allem die akrobatischen Einlagen wie Salti und Räder bei Songs aus ”Grease”. Nach der Pause kam bei Songs aus ”Hair” ein schönes Gruppenfeeling auf. Beeindruckend Sascha Krebs Leistung bei ”Gethsemane” aus ”Jesus Christ Superstar”. Mit offenen Haaren lebte er diesen Song, setzte seine Rockstimme gekonnt ein und lieferte ganz großes Kino. Ohne Schuhe sang Shaki ”Maybe this time” aus ”Cabaret”, während Peterson danach ordentlich mit ”On broadway” groovte”. Während des Songs wechselte er sogar plötzlich zu Songs von Elvis Presley und leistete u.a. bei ”Jailhouse Rock” ordentlich Beinarbeit. Eine Weltpremiere gab es mit dem Titel ”Spürst du diese Kraft”, das von Gerald Gratzer komponiert wurde. Es ist Bestandteil des Musicals ”Tutanchamun”, welches im Sommer 2008 in Gutenstein seine Uraufführung erleben wird. Ein schönes Liebesduett, das vom Ehepaar Welterlen/Werner vorgetragen wurde. Nachdem der Saal bei ”Footloose” so richtig zum kochen gebracht wurde, gab es bei Songs aus ”Elisabeth”, ”Der letzte Tanz” (Pasching), ”Ich gehör nur mir” (Hakvoort) wieder ruhigere Töne. In einem wunderschönen dunkelroten Kleid trug die Hakvoort ihr Lied” vor, erhielt minutenlangen Applaus und war danach sichtlich gerührt. In Gestalt von Dennis Jale wurde Elvis Presley wieder zum Leben erweckt und es gab einige Songs vom King of Rock’n Roll zu hören. Besonders sehenswert war, wie der Bassist sein Instrument zu bearbeiten wusste. Als letzten Song gab es ”Morgen schon”, wieder aus ”Les Miserables”. Bei den Zugaben taten sich Maya, Marjan und Jana zusammen und performten ”I’m so excited” von den Pointer Sisters. Die Herren der Schöpfung konterten mit einem energiegeladenen ”Sex Bomb” von Tom Jones, bei dem sie alle den Tiger in sich entdeckten. Die beiden wirklich letzten Songs des Abends waren ”We will rock you/We are the champions” und ”Thank you for the music”. Danach wurden noch einige Ehrenmitgliedschaften beim Ruderclub vergeben und dem Publikum für sein Kommen gedankt. Mit dieser Veranstaltung konnten rund EUR 30.000,– eingenommen werden. Wenn auch unsere Leser dieses Projekt unterstützen möchten, hier die Details zum Spendenkonto:

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BLZ 60000, BAWAG PSK,

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Falls sie sich für den Wiener Ruderclub Donaubund interessieren: http://www.wrc-donaubund.at/

Quelle: Andrea Martin

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