„Hairspray“ in St. Gallen: Testlauf für eine En-suite-Produktion in Deutschland?

Fönfrisuren, die jedem Wetter trotzen

”Hairspray” ist eine packende Tanzshow mit kecker und schmissiger Musik aus der Feder von Marc Shaiman und basiert auf dem 1988 entstandenen Film von John Waters. Die 2002 in New York uraufgeführte Bühnen-Adaption wiederum stand Pate für den im vergangenen Jahr in die Kinos gekommenen gleichnamigen Musical-Leinwandspaß mit dem als Frau verkleideten John

Travolta, Michelle Pfeiffer und anderen Top-Stars.

Namhaftes Kreativ-Team

Als Choreografen für ihre Bühnenproduktion haben die Schweizer keinen Geringeren als Dennis Callahan gewinnen können. Er, wie auch Regisseur Davids betreten damit quasi Neuland. Beide zählen zwar zur ersten Garnitur ihrs Fachs, ein reines Tanzstück fehlte ihnen aber bislang noch auf ihrer To-Do-Liste. Insofern darf man auf die Umsetzung ziemlich gespannt sein. Als Musikalischer Leiter schließlich zeichnet ein weiterer Großer des Musicalgenres verantwortlich: Robert Paul (”Tanz der Vampire”, ”Aida”, ”We will rock you”).

Aschenputtel-Motiv in neuem Kontext

Die Story spielt Anfang der 60-er Jahre in Baltimore und orientiert sich am Aschenputtel-Motiv. Wie für alle ihrer Altersgenossinnen ist es auch Tracy Turnblads größter Traum, in der ”Corny-Collins-Show”, der angesagtesten TV-Tanz-Sendung der Stadt, auftreten zu können. Die Außenseiterin entspricht ob ihres (vorsichtig formuliert) etwas robusten Körperbaues jedoch nicht dem gängigen Schönheitsideal, ganz im Gegensatz zu Amber von Tussle. Letztere ist optisch eine Perle, charakterlich jedoch eine zickige Miesmuschel. Und die Mütter der beiden jungen Damen mischen in dem (ungleichen) Konkurrenzkampf auch noch kräftig mit.Dass am Ende alles gut wird, Tracy ihre Chance bekommt, wahrnimmt und zum neuen Teenie-Idol aufsteigt, darf der Zuschauer voraussetzen.

Nadine Schreier, Gudrun Schade und Ralph Morgenstern

Mit dem Part der Tracy Turnblad haben die Eidgenossen die Belgierin Ilse La Monaca betraut, die in St. Gallen bereits in ”Fame” zu sehen war. Die Rolle ihrer Gegenspielerin ”Amber von Tussle” obliegt hier der jungen Nadine Schreier, die inzwischen zu den talentiertesten Nachwuchstalenten der deutschsprachigen Musical-Szene gerechnet wird und zuletzt als ”Constance” bei den drei Muske(l)tieren in Stuttgart überzeugte. Tracys Frau Mama ”Edna” ist wie im Film und am Broadway männlich besetzt. In St. Gallen schlüpft der deutsche Schauspieler und TV-Moderator Ralph Morgenstern in Frauenklamotten. Auf der Castlist stehen aber noch weitere bekannte Namen, der von Gudrun Schade beispielsweise, die Ambers intrigante Mutter Velma spielt, oder der von Rasmus Borkowski (Link Larkin).

Die Inszenierung steht zunächst bis zum 10. Juni auf dem Spielplan. Nach Lage der Dinge dürfte die Aufführungsreihe auch eine Art Probelauf sein, um die ”Massentauglichkeit” des Stücks zu testen. In größerem Rahmen könnte dadurch durchaus ein Long-Run irgendwo in Deutschland erwachsen. Dafür spricht, dass als Co-Produzenten die Marek Lieberberg Konzertagentur und Michael Brenner zeichnen. Brenner ist Chef der international agierenden bb-promotion, zu deren Zugpferden derzeit ”We will rock you” gehört. Im Rahmen der Diskussion um die Zukunft des Kölner Musical Domes hatte der Impresario bereits anklingen lassen, er könne sich ”Hairspray” als En-suite-Produktion durchaus vorstellen.
Quelle: Jürgen Heimann

[yasr_visitor_votes size=”small”]

  • Logo
    Logo
    © Theater St. Gallen

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!