Zwei Seelen – zwei Premieren – zwei Casts – Jekyll & Hyde in der Staatsoperette Dresden

“In jedem von uns wohnen zwei Seelen.

Gut und böse.

Wenn es nun gelänge jede dieser beiden Naturen

in gesonderte Persönlichkeiten zu verpflanzen,

wäre das Leben von jeder Unerträglichkeit befreit.

Es ist der Fluch der Menschheit,

dass Gut und Böse,

diese feindseligen Zwillinge,

einen ewigen Kampf in uns führen müssen.”

– Frank Wildhorn, Jekyll & Hyde

Zur Premiere des Musicals “Jekyll & Hyde” hatte sich die Staatsoperette Dresden etwas Besonderes ausgedacht. Statt nur einer Premiere, wie man es ja normalerweise kennt, gab es zwei Premieren, für jeden Cast eine. Wie wir von Musicalzirkel finden, eine grandiose Idee.

In der Premiere am 26. Januar 2008 sah man Marcus Günzel in der Rolle des Jekyll / Hyde, Gabriele Rösel als Emma Carew und Femke Soetenga als Lucy Harris. Letztere feierte an diesem Tag, zusätzlich zu einer gelungenen Aufführung noch ihren Geburtstag, zusammen mit allen Zuschauern auf der Premierenfeier. Dort wurden die drei Hauptdarsteller des Musicals noch einmal näher vorgestellt, von Wolfgang Schaller, dem Intendanten der Staatsoperette Dresden.

Marcus Günzel (Jekyll / Hyde), so erfuhren wir, kam direkt von der Musikhochschule Dresden an die Staatsoperette, und spielt nun die Hauptrolle, nein die zwei Hauptrollen in einem der anspruchsvollsten Musicals. Zuvor spielte er den Boccaccio in der gleichnamigen Oper. Diese begabte junge Mann hat mit Sicherheit eine steile Karriere vor sich!

Seine Gesangspartnerin Gabriele Rösel (Emma Carew) kann bereits auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken und das trotz ihrer jungen Jahre. Ihr Repertoire umfasst mehr als 50 Partien aus Oper und Musical.

Femke Soetenga, das Geburtstagskind des Tages und Darstellerin der Lucy Harris, war auf der Bühne und auch während der Premierenfeier ein wahrer Wirbelwind und verzauberte das Publikum mit ihrem Lächeln und zog alle in ihren Bann. Sie war es auch, die neben Marcus Günzel beim Schlußapplaus den meisten Applaus bekam. Wer von ihr und ihrer Stimme nicht genug bekommen kann, dem sei gesagt, daß sie demnächst als Florence in “Chess”, welches Premiere am 27. Juni 2008 feiert, zu sehen sein wird.

Nach einer gelungenen Aufführung, die mit Standing Ovations und nicht enden wollendem Applaus belohnt wurde, waren alle Darsteller und auch die Verantwortlichen, wie Andreas Henning, der die musikalische Leitung hat, oder Ella Späte, die Verantwortliche für die Ausstattung oder auch Winfried Schneider, dem wir alle diese gelungene Inszenierung verdanken, erleichtert und glücklich, daß auch die zweite Premiere ein voller Erfolg war. Man sah es ihnen in die Gesichter geschrieben.

Im Anschluß an die Vorstellung der Crew und dem Hauptcast wurden die Gäste der Premierenfeier mit einer weiteren Vorstellung belohnt, mit den Künsten einer Spinnenfrau, die ihren Körper in alle erdenklichen Positionen verdrehen konnte. Es blieb einem der Mund offen stehen, bei solch einer Akrobatik.

Bei den anschließenden Gesprächen im Foyer der Staatsoperette konnte man vom Publikum wahre Begeisterungsstürme vernehmen. Man hörte zum Beispiel, daß es “atemberaubend” war, oder “fantastisch” oder “eine tolle Show” und noch so einiges mehr. Immerhin, nach ungefähr zwanzig minütigem Applaus, Standing Ovations, wohlgemerkt, war das zu erwarten. Was auf der Bühne der Staatsoperette Dresden geboten wurde, war Musical der Spitzenklasse, Unterhaltung pur, einfach zweieinhalb Stunden Action, Drama, Liebe und Verzweiflung. Der Abschlußapplaus war mehr als berechtigt.

Gedankt sei hiermit jedoch nicht nur den oben erwähnten Hauptdarstellern, sondern der gesamten Cast, als da wären:

Hans-Jürgen Wiese – John Utterson

Herbert G. Adami – Sir Danvers Carew

Jochen Staudinger – General Lord Glossop

Bernd Könnes – Bischof von Basingstoke

Gerd Wiemer – Simon Stride

Christian Theodoridis – Sir Archibald Proops

Frank Oberüber – Lord Savage

Christian Grygas – Spider

Silke Fröde – Lady Beaconsfield

Mandy Garbrecht – Guinevre

Ji Hoon Kim – Ein Priester

Wolfgang Amberger – Ein anderer Priester

Roland Pietzsch – Poole

Hardy Punzel – Zeitungsjunge

Nicht unerwähnt sollen ebenso die Solostimmen Constanze Eschrig, Mandy Garbrecht, Iris Maier, Martin Gebhardt und Adrien Mechler bleiben. Auch gilt unser Dank dem Chor, dem Ballett, der Statisterie und dem Orchester der Staatsoperette Dresden, ohne die eine solch gelungene Aufführung nicht möglich gewesen wäre.

Nach dieser mehr als geglückten Premiere kann man sich sicher sein, daß man auch bei den folgenden Aufführungen des Musicals “Jekyll & Hyde” Spitzenklasse bekommen wird.
Quelle: Christine Daaé

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