Picasso, wie man ihn nicht kennt, aber ihn dennoch lieben wird

Pablo Picasso ist jedem ein Begriff, selbst Leuten, die sich sonst nicht für Kunst interessieren. “Ein Picasso” – das ist doch schon ein Synonym für ein gutes Bild. Genau das will uns das Theaterstück “A Picasso” vermitteln. Es geht darum, daß Picasso (Tim Hardy) einem typisch deutschen Fräulein, nämlich dem Fräulein Fischer (Sonya Kraus) drei seiner Werke identifizieren soll. Was er auch tut, bis er erfährt, daß seine Bilder verbrannt werden sollen! Niemand verbrennt einen Picasso, denn damit verbrennt man Picasso selbst, so der Künstler und so dreht er die Ereignisse so, daß es immer noch seine Bilder sind, aber dennoch Fälschungen.

Brillant führt Tim Hardy seine Schauspielkollegin Sonya Kraus, aber auch das Publikum hinter das Licht und erklärt in einem Atemzug die Geschichte hinter allen drei Bildern, jedoch sofort kommt auch die Begründung, warum es Fälschungen sind.

Das Publikum leidet mit Fräulein Fischer, die ja “nur” ihre Arbeit machen muß und dem deutschen Führer in Berlin EINEN Picasso zum Verbrennen bringen soll. Langsam bröckelt die Fassade des stolzen deutschen Fräuleins und man erfährt auch die Beweggründe von Fräulein Fischer, warum sie so ist, wie sie ist und warum sie tut, was sie tut und wie sie es tut. Doch das soll hier nicht verraten werden.

Sonya Kraus und Tim Hardy bilden auf der Bühne ein wunderbares Team, welchem man den Spaß am Spielen, an der Rolle und der Geschichte anmerkt. Beide blühen förmlich auf. Er vom Gejagten zum Jäger und sie von der Jägerin zur Gejagten. Ein Rollentausch par excellance! Kein Wunder, daß die beiden vom Publikum dreimal auf die Bühne verlangt wurden, um ihnen den gebührenden Applaus zu spenden, die sie wahrlich verdient haben.

Es tut gut, Sonya Kraus, die man aus dem Fernsehen als hübsche, quirlige Blondine kennt, in der Rolle eines steifen Fräuleins zu sehen. Man fragt sich nun, warum diese Frau nicht schon viel eher ihre Talente auf der Theaterbühne eingesetzt hat. Ihr Theaterdebüt ist ihr vollkommen gelungen und wir von Musicalzirkel wünschen uns, sie noch öfter auf deutschen Theaterbühnen sehen zu dürfen! Vielleicht ja auch mal auf deustch?

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Quelle: Christine Daaé

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