Die Göttinnen in Dezenz ist Schwäche, Kosmostheater

An fünf aufeinanderfolgenden Abenden versuchten Petra Kreuzer und Lilly Kugler mit ihrem musikalischen Comedyprogramm im Kosmostheater zu begeistern. Dies gelang auf jeden Fall, auch wenn vielleicht nicht immer soviele Leute im Saal anwesend waren, wie es sich die beiden gerne gewünscht hätten. Trotzdem gaben sie auf der Bühne jede Menge göttliche Szenen zum Besten. Viele Requisiten gab es nicht, zwei Hocker, zwei Mikroständer und eine griechische Säule mit einem schlauen Buch, indem alle guten Taten festgehalten wurden. Die beiden begrüßten ihre Schützlinge und Schützlinginnen (© die Göttinnen) mit “Jetzt sind wir da Halleluja”. Das Original stammte von den Weather Girls und heißt “It’s raining men” und wurde, wie ein Großteil der Songs mit einem komplett neuen witzigen (deutschen) Text versehen. Lilly Kugler gab die in sich selbst verliebte Göttin Venus und Petra Kreuzer stellte Athene dar. Da ihre Mitgötter ausgeflogen sind, müssen sie allein auf dem Olymp über das Geschick der Menschen entscheiden. Den einzigen Besuch bekommen sie von einem Klempner, den sie sich von der Erde holen mussten, da ihre Waschmaschine kaputt geworden war. Leider bekommt man diesen Mann nicht zu Gesicht, aber den beiden scheint er gefallen zu haben. Sowohl Venus als auch Athene sind für eine “Promotion der Liebe” und geben z.B. statt der “Dancing Queen” die “Dating Queen” zum Besten. Eine glockenhelle Liebeserklärung mit “Mama” gab es von Petra an ihre Göttermutter. Während sich Venus bei “Unter der Dusche” (Text und Musik von Kugler) etwas über Talente bei Castingshows lustig machte, die besser nur dort singen sollten, wo sie sich nur selbst hören, sang Athene statt Barry Manilow’s “Mandy” ein Liebeslied auf das “Handy”. Venus berichtete bei “Ganz Paris ist ein Theater” von einem Schützling, den sie einmal aufpäppeln musste. Es war Mireille Mathieu. Lilly rollt das r und fuchtelt mit den Armen, wie das Original, das man schon Angst haben muss, dass sie davonfliegen. Damit Venus nicht böse wird, sang das Publikum, nachdem es von ihr dazu aufgefordert wurde, mehr oder weniger brav mit. Ein total süßes “Ich hab’s wieder getan” im Original “Oops, I did it again” von Britney Spears, gab es von Athene, in dem sie sich fragte “wo ist mein Baby?”. Sehr romantisch klang “Denn i will deine Villa ham” (“Up where we belong”) von Kugler und Kreuzer, doch wenn man genau auf den Text hörte, dann war nichts mehr von Romantik zu spüren. Nachdem sie im Publikum eine Person entdeckt hatten, die ihre Hilfe brauchen konnte, wurde diese a cappella niedergesungen und bekam sogar zu guter letzt noch ein Küsschen von Petra. Mit “Aber bitte mit Sahne” wurde charmant die Pause eingeläutet, nach der es mit den Pointer Sisters weiterging.

Statt “I’m so excited” hieß es hier “Weil ihr dann frei seid”. Nach dem “Bundesbahnblues” mit schönem amerikanischen Akzent von Petra sangen beide “Die wolln gar nicht spielen” (im Original “Ich will doch nur spielen” von Annett Louisan). In dem Song ging es um einsame Mädchen, die von den Männern während der EM nicht mehr angesehen werden, da diese nur Fussball im Kopf haben. Beide stellen fest, dass Frauen die besseren Männer sind und sangen von Roger Cicero “Frauen regiern die Welt”.

Plötzlich ging ein Alarm los, beide mussten sofort in die Gehirne von zwei Schützlinginnen fahren und nahmen das Publikum mit auf eine witzige, von Stimmen aus dem off kommentierte, Reise. Als die beiden “A’s” von Abba, Agnetha und Anni-Frid erschienen sie nach kurzer Bühnenabwesenheit wieder. Die brauchten sie auch, weil sie in Schlaghosen und mit langen Perücken mit einem etwas anderen “Waterloo” so richtig loslegten. Mit “Wir sehen uns im nächsten Traum” (“Dream a little dream of me”) wurde das Publikum von den Göttinnen, die sich noch immer in den fremden Körpern befanden, verabschiedet. Die beiden Künstlerinnen boten einen kurzweiligen, nterhaltsamen Abend, mit humoristischen Einlagen und Texten, die fast zu 100 Prozent von den beiden selbst stammten und die das Leben schreiben. Mögen solche Götter wirklich über uns wachen, dann wird es sicher nie langweilig.
Quelle: Andrea Martin

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  • © Andrea Martin


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  • Lilly Kugler, Petra Kreuzer
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