Interview Sabine Mayer, Rob Fowler

“Tutanchamun” ist eine Welturaufführung – was bedeutet es euch beiden bei so einem Projekt dabei sein zu können und eine noch nie dagewesene Rolle zu kreieren?

Sabine: Für mich persönlich ist es eine große Ehre und etwas ganz Besonderes bei einer Welturaufführung mitzuwirken. Bisher habe ich schon bei deutschsprachigen Erstaufführungen wie z.B. “Joseph” mitgespielt, aber eine neue Rolle zu seiner eigenen zu machen ist einfach großartig.

Rob: Es ist auch meine erste Welturaufführung. Ich finde es cool, dass man bei diesem Stück wirklich etwas lernen kann, eine Art Geschichtsunterricht. Dass das Grab Tutanchamuns gefunden wurde, wissen viele, wie er gelebt hat, eher wenige. Es ist auch toll mit Leuten zusammenzuarbeiten, mit denen man so noch nie gearbeitet hat wie z.B. Dean Welterlen oder Cedric Lee Bradley.

Wie würdet ihr eure Rollen der Anchesenamun und des Haremhab charakterisieren?

Rob: Haremhab ist ein General. Er verkörpert in dem Stück das Böse, er will Macht haben und sie allen zeigen, jeder soll zu ihm hochsehen müssen.

Sabine: Anchesenamun ist eine Prinzessin mit viel Macht. Sie hat viele Facetten und ist eine ehrliche, bodenständige Frau mit viel Power.

Das Besondere an dem Stück ist, dass jede Person geschichtlich belegt ist, es ist nichts erfunden worden.

Was glaubt ihr ist der Grund, warum euch die Verantwortlichen einer Produktion öfters gemeinsam engagieren (z.B. “Footloose”, “Hair” und jetzt “Tutanchamun”). Ist das Zufall oder harmoniert ihr einfach so gut miteinander?

Sabine: Dass wir so oft bisher engagiert wurden, ist wirklich purer Zufall. Es steckt keine Absicht dahinter, ganz im Gegenteil, viele Regisseure sehen das nicht so gern, wenn ein Ehepaar, das noch dazu ein Kind hat, gemeinsam auf der Bühne steht. Für uns ist es natürlich schön, wenn wir in derselben Produktion auftreten, wir haben die gleichen Probezeiten und können gemeinsam dorthin fahren. Lediglich mit dem Kind wird es dann etwas schwierig, aber Gottseidank habe ich tolle Eltern, die uns viel helfen.

Bis jetzt waren wir in ca. drei Produktionen in “Tommy”, wo wir uns kennengelernt haben, “Wild Party”, “Footloose”..

(Rob gibt sich mit dieser Schätzung nicht zufrieden, er will es unbedingt wissen und zählt eifrig die Stücke).

Rob: “Hair” und jetzt “Tutanchamun”. Es waren schon tatsächlich fünf Musicals, dazu kommen noch einige Galas. Wir sind ab Herbst dann auch im Fernsehen in Michael Niavaranis Serie “Ex” gemeinsam zu sehen.

Sabine: Es scheint, dass es für viele doch angenehm ist, wenn sie zwei auf einen Schlag bekommen.

Stellt euch vor, es kommen ein Komponist und ein Texter auf euch zu und möchten euch ein Musical auf den Leib schneidern, wie könnte dieses Stück aussehen?

Sabine: (nach einigem Zögern) Das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich würde sagen ein Gangstermusical mit Comedyelementen und viel Power wäre genau das Richtige für uns.

Rob: Ja, “Mr. und Mrs. Smith, das Musical” vielleicht.

Ihr macht ja neben euren Musicalengagements auch eigene Musik. Wie würdet ihr eure Stile beschreiben und warum habt ihr nicht einfach gemeinsam eine Band gegründet?

Sabine: Ursprünglich wollten wir eigentlich ein Duo gründen, aber irgendwie kam dann Zoltan (Anm. der Red. Zoltan Sebestyen ist der Partner in Robs Band “Morton”) dazwischen und jeder gründete seine eigene Band. Robs Stil ist sehr rockig und es fliegen die Fetzen, meine Musik ist ein bisschen melancholisch und hauptsächlich deutschsprachig.

Rob: In meinen Songs verarbeite ich wahre Geschichten, die mit vielen verschiedenen Gefühlen zu tun haben, wir haben unseren Stil im Vintagesound gefunden und dabei möchte ich auch gerne bleiben.

Was haltet ihr vom Song Contest und würdet ihr, wenn euch jemand darauf ansprechen würde mit euren jeweiligen Bands Österreich vertreten wollen?

Rob: Als ich ein Kind war, da war der Eurovisions Song Contest sehr wichtig, vor allem für England. Ich habe sogar meinen ersten französischen Satz so gelernt “Royaume-Uni Null points” (Sabine ist ganz angetan von seinem französisch). Dieses Jahr war der Auftritt von Russland, die schlussendlich auch Sieger geworden sind megacool. Ein Song vom Nr. 1 Songwriter Timbaland, ein Nr. 1 Eiskunstläufer und ein Geiger mit einer Stradivari, was will man mehr. Aber ich finde, dass heutzutage die Politik eine große Rolle spielt. Vor allem die osteuropäischen Länder geben sich gegenseitig möglichst viele Punkte, nur damit kein Krieg ausbricht.

Sabine: Ich habe mir schon ein paar Mal überlegt mitzumachen und stand zeitweise schon kurz davor, aber diese Veranstaltung ist einfach nicht mehr das, was sie früher war. Damals sind wirklich noch Stars hervorgegangen wie z.B. Nicole, Udo Jürgens oder Celine Dion. Heute wird das Ganze einfach nur mehr ins Lächerliche gezogen und es hat nichts mehr mit Talent zu tun. Wer macht die bessere, bombastischere Show, wer ist lächerlicher, wer hat am wenigsten an, wer sieht am besten aus, das sind die Kriterien und das finde ich sehr schade.

Wenn der Song Contest wieder die Wertigkeit bekommen sollte, die er früher hatte, dann könnte ich mir schon eine Teilnahme vorstellen, am liebsten nur “me, myself and I” mit Gitarre. Wichtig ist für mich auch, dass ich mich mit dem Song identifizieren kann, aber im Moment ist diese Show nichts für mich.

Wie förderlich ist es für eure Beziehung, wenn ihr auch öfters beruflich zusammen auf der Bühne steht und zusammen spielen müsst. Wie könnt ihr Beruf und Privatleben trennen, wenn ihr ein gemeinsames Engagement habt?

Sabine: Wir versuchen schon private Streitereien aus dem beruflichen Leben herauszuhalten. Natürlich ist das nicht immer möglich, da wir beide sehr impulsive Menschen sind, aber ich glaube unsere Kollegen kennen uns und akzeptieren uns als Paar und Streit kommt doch auch in den besten Familien vor und gehört einfach dazu.

Euer Zusammentreffen scheint ja Liebe auf den ersten Blick gewesen zu sein – habt ihr vor eurem Kennenlernen daran geglaubt?

Rob: Ich habe gehofft, dass es so etwas im Leben gibt, dass der erste Blick, mit dem man einem Menschen begegnet um eine Sekunde länger dauert als normal und man sich von ihm angezogen fühlt. Wenn man dann auch noch herausfindet, dass die Chemie zwischen den beiden Menschen stimmt, was gibt es Schöneres?

Sabine: Ich habe auch daran geglaubt, obwohl man natürlich dieses “Liebe auf den ersten Blick” auch verschieden auslegen kann. Aber grundsätzlich konnte ich mir so etwas schon vorstellen.

Sabine, zuerst hast du dir als Künstlernamen “Samaya” zugelegt, eine interessante Kombination zwischen Vor- und Nachnamen. Warum hast du dein zweites musikalisches Projekt in Lisa (in Anlehnung an deinen zweiten Vornamen) getauft?

Sabine: Samaya war ein komplett anderes Projekt, die Namensgebung erfolgte nicht von mir und es gibt es nicht mehr. Es gab bei mir einen Lebenswechsel und auch eine musikalische Richtungsänderung und seitdem gibt es nur mehr Lisa. Sabine hat mir als Name für eine Band nicht so gefallen, Lisa fand ich dagegen kurz und bündig, es kommt in meinem Namen vor und ist meine ganz eigene Sache.

Rob, wie hältst du dich fit? Auf der Bühne sprühst du ja nur so vor Energie – woher nimmst du diese?

Rob: Ich musste in meiner Kindheit lernen, mich zu behaupten. Mein Bruder ist zwei Jahre älter, meine Schwester zwei Jahre jünger und ich war immer irgendwie in der Mitte und merkte, dass ich viel Aufmerksamkeit brauche. Wenn ich auf der Bühne bin und 100% gebe, dann bekomme ich diese Energie, die ich entwickelt habe zurück, was mir sehr viel gibt. Ich glaube, ich bin einfach eine Rampensau, da ich es liebe auf der Bühne zu sein. Mein Leben hat sich durch Musik und das Theater sehr geändert und ich möchte mit meiner Musik auch gerne versuchen das Leben der Zuschauer ein klein wenig zu ändern.

Wenn ihr das Rad der Zeit beliebig zurückdrehen könntet – würdet ihr irgendetwas in eurem Leben anders machen wollen?

Sabine (antwortet ganz spontan mit einem Lachen): Ich hätte nie Schulterpolster tragen sollen. Nein im Ernst, ich möchte nichts ändern, vielleicht hätte ich die Schule beenden sollen, aber sonst fällt mir nichts ein.

Rob: Ich glaube fest an das Schicksal und Vorherbestimmung. Es muss einen Grund für alles, was geschieht geben, deshalb möchte ich auch nichts anders machen.

Was sagt ihr zu euren Fans? Gibt es Unterschiede zwischen denen, die zu den Musicals und die zu euren Konzerten kommen oder sind es meist dieselben?

Rob: Ich finde Musicalfans sind, ohne die Mortonfans verärgern zu wollen, eine Spur treuer. Man kann mit Musicals vielleicht die Leute etwas mehr berühren als mit Popmusik. Es gibt sicher auch einige Fans, die die Musikrichtung von Morton weniger mögen, aber weil sie ein Fan von meiner Person sind, kommen sie trotzdem.

Stichwort Fans – Rob es wollte letztes Jahr doch wirklich jemand eine Haarsträhne von dir, als Berger aus der Amstettner “Hair”-Produktion, über Ebay verkaufen, Startpreis EUR 59,99. Beim Zustand der Ware stand “neuwertig und aus gepflegter Sammlung”, was hältst du davon?

Rob (fängt an zu lachen): Das war eigentlich ein Scherz von einem Freund meiner Agentin. Nach der Premiere von “Hair”, fand er eine Haarsträhne störend, ich hab diese dann herausgenommen und ihm mit den Worten “das kannst du verkaufen, wenn ich berühmt werde” in die Hand gedrückt. Am nächsten Tag hat er mir dann gesagt, dass er ein Angebot in ebay eingestellt hätte und der Preis steigen würde. Ich fand das sehr lustig und falls wirklich jemand diese Strähne gekauft hat, dann bitte waschen!

Würdet ihr euch selbst als Traumpaar bezeichnen?

Rob: Ich glaube schon, dass uns viele als Traumpaar bezeichnen, vor allem, wenn sie sehen, wie locker wir als Familie sind, wie wir wohnen und welchen Lebensstil wir pflegen.

Sabine: Es gibt zwar in jeder Familie manchmal das ein oder andere Problemchen, aber im großen und ganzen würde ich uns auch als Traumpaar bezeichnen, mit einen Traumkind und einem Traumhaus.

Wo seht ihr euch in 10 Jahren?

Sabine: Ich hoffe, dass es mit meiner Fernsehkarriere gut weiterläuft. Ich möchte nach der Rolle in “Ex”, neben den Musicalengagements, noch sehr viele andere Fernsehrollen spielen, weil mir das großen Spaß macht.

Rob: Ich hoffe, dass ich noch immer Theater spielen darf, vor allem in Stadttheatern, da en-suite-Produktionen doch auch mitunter anstrengend sein können, vor allem, wenn man nebenbei noch eine Band hat. Ich wünsche mir, dass meine Band sich schon in der Musikszene gut etablieren konnte und dass vielleicht einer oder sogar mehrere unserer Songs die Leute so getroffen haben, dass wir ein paar Nr. 1 Hits gelandet haben.

Ein herzliches Dankeschön an Sabine Mayer und Rob Fowler für das Interview und viel Erfolg bei Ihren zukünftigen Projekten.
Quelle: Andrea Martin

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  • Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    © Andrea Martin
  • Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    © Andrea Martin
  • Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    © Andrea Martin
  • Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    © Andrea Martin
  • Rob Fowler beim Auftritt mit Band Morton
    Rob Fowler beim Auftritt mit Band Morton
    © Andrea Martin
  • Rob Fowler beim Auftritt mit Band Morton
    Rob Fowler beim Auftritt mit Band Morton
    © Andrea Martin
  • Rob Fowler beim Auftritt mit Band Morton
    Rob Fowler beim Auftritt mit Band Morton
    © Andrea Martin
  • Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    Sabine Mayer beim Auftritt mit Band Lisa
    © Andrea Martin
  • Sabine Mayer und Rob Fowler
    Sabine Mayer und Rob Fowler
    © Andrea Martin
  • Sabine Mayer und Rob Fowler
    Sabine Mayer und Rob Fowler
    © Nina Walde
  • Rob Fowler beim Auftritt mit Band Morton
    Rob Fowler beim Auftritt mit Band Morton
    © Andrea Martin

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