[Rezension] Willkommen, bienvenue, welcome…

…zu einer der traurigsten Geschichten in der Musicalwelt. Cabaret… Traurig in der Tat, denn es gibt in der Geschichte zwei rührende Liebesgeschichten, doch sind beide zum Scheitern verurteilt. Zum einen die Liebe zwischen Sally Bowles (Nicole Sieger) und Cliff Bradshaw (Niels Liebscher), und zum anderen die Liebe zwischen Fräulein Schneider (Elga Mangold) und Herrn Schulz (Jens Müller-Rastede).

Das Musical, daß nach dem Stück ”Ich bin eine Kamera” von John van Durten und Erzählungen von Christopher Isherwood von Joe Masterhof (Buch), John Kander (Musik) und Fred Ebb ( Gesangstexte) geschrieben wurde, wurde von Claudio Bueno für das Landestheater Coburg noch bearbeitet und choreografiert. Die musikalische Leitung hatte Roland Fister, Inspizient war Steffen Westphal. Verantwortlicher für die Bühne war Erwin Bode, Andrea Eisensee für die Kostüme. Die Dramaturgie stammte von Christof Wahlefeld und Stefan Meier studierte den Chor ein. Die Regieassistenz lag bei Eva Lehner und Juljana Wrede und Boris stark war verantwortlich für die Soufflage.

Auf der Bühne des Landestheaters Coburg agierten Nicole Sieger als Sally Bowles, Niklaus Scheibli als Conférencier, Niels Liebscher als Cliff Bradshaw, Elga Mangold als Fräulein Schneider, die vom Publikum beim Abschlußapplaus frenetisch gefeiert wurde, Jens Müller-Rastede als Herr Schulz, dessen Applaus nicht geringer als der seiner Partnerin Elga Mangold war, Lars Kopmann als Ernst Ludwig, Eric Weber als Bobby, Martin Trepl als Max, Daniel Cimpean als Victor, Boris Stark als Taxifahrer und Gabriele Bauer-Rosenthal, Eva Maria Fischer, Teresa Lewis, Constanze Paul, Stefanie Schmitt, Joanna Stark, Monika Tahal als die Kit Kat Girls.

Fast schon magisch zog der Conférencier das Publikum in seinen Bann und präsentierte voller Stolz seine Kit Kat Girls, die eine wie die andere, individuell und verführerisch war. Hoch lobte er auch die Attraktion: Sally Bowles. Seine Worte hätten genausogut für Nicole Sieger gelten können, denn sie riß das Publikum in einen Bann der Gefühle, mit nur einer kleinen Bewegung. Man freute sich mit den beiden älteren Herrschaften Fräulein Schneider und Herrn Schulz, die ein später Glück gefunden zu haben schienen und war berührt von ihrer drolligen Art, wie sie miteinander umgingen, es war bezaubernd und man hatte Tränen in den Augen.

So rührend die beiden älteren Herrschaften waren, oder auch Cliff, der mit seiner Art an einen zerstreuten Professor erinnerte, so bedrohlich wirkte von Anfang an auch die Figur des Ernst Ludwig, der am Ende indirekt für das Scheitern der Liebe der beiden älteren Herrschaften verantwortlich war.

Abgerundet wurde die Riege der Darsteller durch ein engagiertes und begabtes Ensemble, dem man die Lust am Singen und Agieren ansah.

Donnernder Applaus und Fußgetrappel riefen die Darsteller nach einer durchaus gelungenen Premiere immer wieder auf die Bühne. Das Publikum war einfach zu begeistert, als daß es die Darsteller, die wirklich alles auf der Bühne gegeben hatten, so einfach von der Bühne lassen wollte. Immer wieder wurde der Vorhang geöffnet und der Applaus wallte wieder auf, minutenlang, und verdient, wohlgemerkt.

Noch lange hörte man auf dem Parkplatz die Zuschauer diese Premiere loben und das eine oder andere Lied vor sich hin singen oder summen. Das Leben ist eben doch ein Cabaret, oder nicht…?

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Quelle: Christine Daaé

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0 Comments

  1. Anna

    He Leute! War echt ne geile Show! Dickes Lob an das Ensemble!

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