Rocky Horror Show, Museumsquartier

Ab dem 27.11.2008 bis 11.1.2009 steht die Halle E des Museumsquartiers unter dem Motto “Dont dream it – be it”. Unter der Mitwirkung des Erfinders des spektakulären Musicals, Richard Ox0092Brien, entstand eine völlig neue Inszenierung, die zum Teil für Verwunderung und Erstaunen sorgt. Am 28.11. fand die offizielle Premiere statt und über den roten Teppich marschierten u.a. folgende Promis: Miguel Herz-Kestranek, die Rogers Zwillinge, Peter L. Eppinger, Gerti Senger, Dieter Chmelar, Birgit Sarata, Kyrre Kvam, Marika Lichter, Rasmus Borkowski, Sabrina Harper, Susan Rigvava-Dumas, Vincent Bueno uvam. Viele Fans ließen sich trotz herrschender Kälte nicht davon abhalten sehr wenig anzuhaben. Goldene Höschen, Strapse und Boas standen an der Tagesordnung. Für diejenigen, die sich die “Ausrüstung” für dieses Stück nicht mitgebracht hatten, gab es diese (Konfetti, Zeitung, Spritzpistole, Knicklicht, Ratsche, Spielkarten) auch käuflich zu erwerben.

Die Rocky Horror Show ist in der Musicalszene ein fixer Bestandteil und man glaubt sie eigentlich gut zu kennen. Nach einer Frischzellenkur, die dieser Produktion wirklich sehr gut getan hat, könnte man fast meinen, dass man sich in einem neuen Stück befindet. Musikalisch gab es einige neue Arrangements. Outfitmässig wurden viele Charaktere um 100% umgekrempelt und auch bei der Bühnenausstattung ließ man sich etwas Neues einfallen.

Brad (Chris Ellis-Stanton) gesteht Janet (Ceri-Lynn Cissone) nach einer Hochzeit ihrer Freunde mit “Damn it Janet” seine Liebe und beide verloben sich. Auf dem Weg zu ihrem Freund Dr. Everett Scott hat aber das Auto leider eine Panne und im Regen suchen die beiden mit “Over at the Frankenstein Place” Schutz bei einem nahegelegenen Haus. Auf Leinwänden werden viele unterstützende Videos eingespielt, so auch z.B. der herunterprasselnde Regen oder das unheimlich wirkende Haus, in dem die beiden viele Abenteuer zu bestehen haben. Anfänglich sind Brad und Janet noch eher unscheinbar und ängstlich, dass sich das bald grundlegend ändern wird, wissen die beiden zu dem Zeitpunkt noch nicht. Sie werden von Riff Raff (Stuart Matthew Price) ins Haus gebeten. Price sieht mit seiner bleichgeschminkten Haut, der langen blonden Haarmähne und der grünen Brille aus, als wäre er ein tageslichtscheuer Vampir. Bei einem der Songs des Stücks, dem bekannten “Time Warp” singt Price mit einer schönen tiefen Stimme, die einen sehr positiv überrascht, da sie so gar nicht zu seinem Erscheinungsbild passt. Unterstützt wird er von Magenta (Maria Franzén ist in dieser Rolle nicht rothaarig, wie man vermuten würde, sondern blond) und Columbia (Kerry Winter darf sich mit schriller Stimme und Steptanz in Szene setzen). Als dann der “Sweet Transvestite” alias Rob Morton Fowler die Bühne betritt, ist eines klar – die Figur des charismatischen FranknFurter scheint wie für ihn gemacht. Mit silbernem Korsett, Strapsen, High Heels, einer blonden Perücke und sexy Hüftschwung braucht er sich wahrlich nicht zu verstecken (obwohl dieser “neue” Frank so ganz anders aussieht, als man es gewöhnt ist). Er hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz und rockt, was das Zeug hält.

Nachdem Janet und Brad schnell entkleidet und ihnen weiße Mäntel mit Blutspuren angezogen werden, beginnt, die Schaffung von FranknFurters Kreatur Rocky (Andrew Gordon-Watkins). In einer sehr interessanten Einspielung schlüpft Rocky aus einem Reagenzglas. Eine wallende blonde Mähne, ein Sixpack, bei dem sichtlich etwas nachgeholfen wurde, einem Zahnpastalächeln und einer goldenen Hose, die leider bei dieser Inszenierung eindeutig zu lang ausgefallen ist (man hätte sich hier wesentlich weniger Stoff gewünscht) sind seine Markenzeichen. Gesanglich kann Gordon-Watkins bei seinem Song “The Sword of Damocles” nicht so ganz mit seinen Kollegen, die wesentlich kräftiger bei Stimme sind, mithalten. Der im wahrsten Sinn des Wortes angeschlagene Eddie (Jack Edwards, der sehr an Meat Loaf, der diese Rolle im Film spielte, erinnert), mehr Zombie als Mensch, erscheint aus der Tiefkühltruhe und rockt mit “Hot Patootie”. Columbias Freund muss jedoch bald den Löffel abgeben, FranknFurter vollendet sein Werk und ermordet ihn kaltblütig. Columbia schreit was das Zeug hält, aber es ist zu spät. Als Hochzeitspaar treten Rocky und FranknFurter bei “I can make you a man” ab.

Zwischen einigen Szenen erscheint Alexander Goebel (in einigen Shows wird es eine Erzählerin geben, die von Chris Lohner dargestellt wird) und schafft eine Brücke zwischen einzelnen Szenen.

Zu Beginn des zweiten Teils, geht es gleich sehr heiß zu, wenn auch hinter einem Vorhang. Frank hat es speziell auf Jungfrauen abgesehen und was würde hier näher liegen als Janet und Brad hintereinander zu vernaschen. Das gelingt ihm natürlich nur, weil er sich am Anfang als jeweils einer der beiden ausgibt. Orgasmus garantiert! Pech nur, dass Janet das Treiben ihres Verlobten mit Frank zu Gesicht bekommt. Bei “Touch-a, touch-a, touch me” wird sie zur wilden Frau und verführt Rocky, der vor seinem Herrn geflüchtet ist. Und es wäre nicht die Rocky Horror Show, wenn Brad nicht diese Szene auch sehen würde. Ellis-Stanton großer Auftritt ist eindeutig beim gefühlvollen “Once in a while”. In FranknFurter Reich erscheint im Rollstuhl Dr. Scott (Jack Edwards), dem das Treiben der Außerirdischen, denn um solche handelt es sich, den Garaus machen möchte. Auch in dieser Rolle ist Edwards bei “Eddies Teddy” gut bei Stimme. FranknFurter kündigt die Floorshow an. Alle Darsteller haben sich herausgeputzt. Rocky als Primaballerina mit Schirmchen, Brad mit Herzchen auf den Brustwarzen und Janet tritt als Domina auf.

Rob Fowler liegt, in Anlehnung an den Film King Kong mit Fay Wray, im weißen langen Kleid und Lockenperücke auf einer riesigen Gorillahand, bevor er, umgeben von seinen Ergebenen, “Rose tint my world” zum Besten gibt. Eine sehr schöne Choreographie mit riesigen weißen Fächern, untermalt diese Szene.

Riff Raff und Magenta erscheinen in riesigen Umhängen und stehen augenscheinlich auf fahrbaren Unterteilen, die sie sehr groß erscheinen lassen, und teilen ihrem Anführer mit , dass sie nachhause möchten. Frank nimmt mit “Im going home” Abschied von der Erde. Doch er hat nicht mit Riff Raff gerechnet. Dieser möchte allein mit seiner Schwester zurückreisen und zielt mit einem Laser auf ihn. Columbia wirft sich schützend vor ihn, sie ist die erste, die stirbt. Auch Frank wird tödlich getroffen und stirbt in Rockys Armen, der kurz darauf das dritte Opfer wird. In einer Videoeinspielung sieht man, wie ein Ufo über dem Haus emporsteigt. Die Aliens sind weg.

Allein und etwas ratlos stehen Brad und Janet auf der Bühne, ob sie das Erlebte jemals verdauen können?

Das Publikum ist hellauf begeistert und gibt standing ovations. Auch beim “Time Warp” aller Beteiligten (Goebel hat sich sogar extra dafür in Strapse und High Heels geworfen) ist kein Halten mehr auf den Sitzen und es wird eifrig mitgemacht. Eine äußerst gelungene Show, die sicher noch oft für ein ausverkauftes Haus, auch auf der weiteren Tournee, sorgen wird.
Quelle: Andrea Martin

[yasr_visitor_votes size=”small”]

  • Chris-Ellis Stanton, Ceri-Lynn Cissone
    Chris-Ellis Stanton, Ceri-Lynn Cissone
    © Andrea Martin
  • Chris-Ellis Stanton, Ceri-Lynn Cissone
    Chris-Ellis Stanton, Ceri-Lynn Cissone
    © Andrea Martin
  • Kerry Winter, Chris-Ellis Stanton, Ceri-Lynn Cissone, Maria Franzen
    Kerry Winter, Chris-Ellis Stanton, Ceri-Lynn Cissone, Maria Franzen
    © Andrea Martin
  • Kerry Winter, Chris-Ellis Stanton, Stuart Matthew Price, Ceri-Lynn
Cissone, Maria Franzen,
    Kerry Winter, Chris-Ellis Stanton, Stuart Matthew Price, Ceri-Lynn Cissone, Maria Franzen,
    © Andrea Martin
  • Stuart Matthew Price, Maria Franzen
    Stuart Matthew Price, Maria Franzen
    © Andrea Martin
  • Chris-Ellis Stanton, Ceri-Lynn Cissone
    Chris-Ellis Stanton, Ceri-Lynn Cissone
    © Andrea Martin
  • Rob Morton Fowler
    Rob Morton Fowler
    © Andrea Martin
  • Rob Morton Fowler
    Rob Morton Fowler
    © Andrea Martin
  • Rob Morton Fowler, Kerry Winter
    Rob Morton Fowler, Kerry Winter
    © Andrea Martin
  • Rob Morton Fowler
    Rob Morton Fowler
    © Andrea Martin
  • Rob Morton Fowler
    Rob Morton Fowler
    © Andrea Martin
  • Rob Morton Fowler
    Rob Morton Fowler
    © Andrea Martin
  • Rob Morton Fowler, Chris Lohner (Erzählerin)
    Rob Morton Fowler, Chris Lohner (Erzählerin)
    © Andrea Martin
  • Premierenfeier (u.a. Alexander Goebel, Andrew Gordon-Watkins, Rob
Morton Fowler, Kerry Winter, Ceri-Lynn Cissone, Chris Ellis-Stanton)
    Premierenfeier (u.a. Alexander Goebel, Andrew Gordon-Watkins, Rob Morton Fowler, Kerry Winter, Ceri-Lynn Cissone, Chris Ellis-Stanton)
    © Andrea Martin

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!