Ein Mann – zwei Seelen – zwei Stimmen – nicht enden wollender Applaus

So ungefähr könnte man in Kurzform die Premiere des Musicals “Jekyll & Hyde” am 10.01.2009 im Landestheater Coburg beschreiben. Randy Diamond war der Mann der Stunde, der die zwiegespaltene Person Jekyll / Hyde so überzeugend darstellte, daß einem kalte Schauer des Grauens über den Rücken liefen und das Publikum zum atemlosen Schweigen brachten.

Doch auch seine beiden Partnerinnen Ulrike Barz (als Lucy Harris) und Katrin Dieckelt (als Lisa Carew) ernteten den Applaus des Publikums, welches sichtlich und hörbar begeistert war, wenn es nicht gerade den Atem anhielt – ob vor Grusel oder Spannung bleibt dahingestellt.

Ein wenig unklar blieb die Funktion des Kindes und des Vaters Jekylls, die beide immer in Schlüsselszenen auftraten. Doch natürlich tat dies dem Stück keinen Abbruch, das nicht nur durch schauspielerische Höchstleistungen überzeugte, sondern auch durch die Einfachheit des Bühnenbildes, das ohne viel Schnick-Schnack auskam und somit nicht vom Geschehen ablenkte. Gekonnte gesetzte Akzente in der Beleuchtung sorgten dafür, daß die dunkle Seite der Handlung und des sonst mitfühlenden Dr. Jekyll buchstäblich ins rechte Licht gerückt wurde oder sollte man besser sagen: nicht verborgen blieb ?

Nicht unerwähnt sollen natürlich auch die weiteren Darsteller sein, denn immerhin gab jeder auf der Bühne sein Bestes:

General Lord Glossop: Freimut Hammann

Sir Danvers Carew: Martin Trepl

John Utterson: Karsten Münster

Nellie: Kerstin Kluge

Simon Stride: Peter Fischbach

Poole: Jens Müller-Rastede

Lady Beaconsfield: Gabriele König

Bischof von Basingstoke: Sascha Mai

Vater: Klaus-Dieter König

Sir Archibald Proops: Wolfgang Mühlenbeck

Lord Savage: Niklaus Scheibli

Kind: Miklas Witkowski

Die Leistungen der Beteiligten wurden zu Recht mit großem Applaus und Standing Ovations belohnt. Immer wieder wurde der Vorhang gehoben, um die Darsteller dem begeisterten Publikum zu präsentieren. Da es, nachdem alle Darsteller, inklusive dem Creativteam und dem Dirigenten, auf der Bühne etwas zu eng wurde, wurde kurzerhand die Drehbühne genutzt, um jeden Darsteller einmal in der ersten Reihe stehen zu lassen. Eine geniale Idee.

Ein großes Lob auch an den Chor und den Extrachor des Landestheaters Coburg, auch an das Ballett, die Statisterie und das Philharmonische Orchester. Alle gaben ihr Bestes, um diese Premiere unvergleichbar zu machen. Und das ist ihnen allen gelungen. Ihnen allen sei gedankt für einen unvergesslichen Abend.

Das Landestheater Coburg hat wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, daß großes Theater keinen großen Konzern braucht.

[yasr_overall_rating]
Quelle: Christine Daaé

[yasr_visitor_votes size=”small”]

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!