Santa Evita von Ingolstadt

Der Aufstieg vom kleinen Mädchen vom Lande zur messianisch gefeierten First Lady von Argentinien ist eine wundervolle Grundlage für ein wundervolles Musical mit wundervollen und im Gedächtnis bleibenden Liedern, wie zum Beispiel “Don’t cry for me Argentina” oder “High flying adored”. Ob jedoch die Inszenierung des Theaters Ingolstadt so erinnernswert sein wird, mag bezweifelt werden. Denn obwohl die Darsteller schaupielerisch und gesanglich top waren, fehlte jedoch der Funke, der die Menge (das Publikum) entzündete. Anders als in dem 1996 erschienenen Musicalfilm mit Madonna, wo man in das Brüllen der Menge nach Evitas Ansprache (Don’t cry for me Argentina) mit einstimmte.

Den Schauspielern kann man keine Schuld geben, denn sie brillierten in ihren Rollen und sangen in den höchsten (oder tiefsten) und reinsten Tönen, doch war die Inszenierung an sich etwas steif und teilweise auch kitschig, so gehören Playboybunnies nicht wirklich in diese Geschichte. Das Publikum war sichtlich irritiert. Auch in der Pause, oder nach dem Stück fehlte einfach die Unterhaltung, die man sonst hört, wenn man sich in der Pause im Foyer trifft. Alle waren leise, niemand hatte etwas dazu zu sagen – seltsam. Ließ es wirklich alle so kalt?

Beim Schlussapplaus zumindest nicht, denn man zollte den Darstellern und dem Orchester die gebührende Anerkennung, die sie verdient hatten. Peter Reisser war ein herausragender Che, der den Aufstieg Evitas (Nathalie Schott) kritisch beäugte. Auch Rolf Germeroth als Magaldi sah immer wieder kritisch auf Eva, doch ließ diese sich nicht beirren, bis sie schließlich Perón (Norbert Aberle) kennenlernte. Kurzerhand komplimentierte sie seine Geliebte (Renate Knollmann) aus dem Haus, welche dann ein unwürdiges Ende ereilte. Untermalt von einem engagierten Orchester wurde auf der Bühne des Theaters Ingolstadt diese Geschichte wieder lebendig.

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Quelle: Christine Daaé

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