Schön seltsam

So ist sie, die seltsame Schöne des Moulin Rouge, Star des Abends in Paris und auch in Nürnberg, genauer gesagt in der Meistersingerhalle. Diese verwandelte sich in das berühmt-berüchtigte Moulin Rouge, wenn auch leider nur für diese eine Nacht. Denn am 3. März hatte dort das Musical “La belle bizarre du Moulin Rouge” seinen leider einzigen Gastauftritt.

Wer dabei sein durfte, kann sich glücklich schätzen, denn dieser Abend ist und bleibt unvergeßlich. Ein begeistertes Publikum durfte gebannt die Geschichte um Fatime (Anna Montanaro) und Armand (Jesper Tydén) verfolgen, und wurde Zeuge einer unglaublich schönen Liebesgeschichte mit einem unglaublich tragischen Finale. Doch bis es zum tragischen Finale kam, gab es viel – sehr viel – zu lachen.

Le Directeur (Sissy Staudinger) und sein “Kreativteam” (Stefanie Tydén, Katharina Felling, Manuela Bäcker und Michael Wallfass), immer auf der Suche nach einer neuen Show für das Moulin Rouge, ließen das Publikum immer wieder in Lachsalven ausbrechen, doch verstummte man schnell, wenn man ihnen beim Singen zuhörte – jedoch nur, um danach in donnernden Applaus zu verfallen.

Begleitet von einem Live-Orchester AUF der Bühne, entließ der Can Can – der im Moulin Rouge niemals fehlen darf – in die Pause, wo man erste Eindrücke des Publikums von der Show hörte, sie waren durchweg positiv. Schnell eilte man wieder an seinen Platz, als die Pause vorbei war, um nichts zu verpassen. Auch der zweite Akt war – erwartungsgemäß – lustig, voller faszinierender Songs und packend – durch das tragische Ende.

Es war faszinierend zu hören, daß man auch ganz normale Popsongs in einem Musical singen kann, so fand man zum Beispiel “All you need is love” von den Beatles oder “Up where we belong” oder auch eine sehr gelungene Variation von Madonnas “Like a virgin”. Somit bietet dieses Musical für jeden Geschmack etwas. Und mal ehrlich, wer träumt nicht – wie Armand – von der großen und reinen Liebe, die einen überollt – wie sie Fatime überrollte. Wer träumt nicht von tollen Liedern und Illusionen, wie sie nur das Moulin Rouge bieten kann? Oder, um die Macher des Musicals zu zitieren: La belle bizarre du Moulin Rouge feiert die Welt der Illusion, in der alles größer, schöner, bunter, schneller und wilder ist oder kurz: genau so, wie wir unser Leben gern hätten.

Für einen Abend durften die Zuschauer Teil des Moulin Rouge sein und eine unglaubliche Geschichte miterleben, doch leider war dieser Abend viel zu schnell vorüber und das Moulin Rouge verwandelte sich wieder in die Nürnberger Meistersingerhalle. Viel zu schnell war die Illusion vorbei.

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Quelle: Christine Daaé

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0 Comments

  1. Sebastian

    Ich habs auch gesehen, allerdings vor Nürnberg. War nicht schlecht, allerdings hätte man “The show must go on” nicht ganz so verunstalten müssen. Ansonsten war die Idee ganz gut. Die Pressestimmen auf der offiziellen Webseite stellen der Produktion ja auch Lob aus. Eure ist da nicht abgedruckt ?

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  2. Redaktion

    @Sebastian: Der Link zur Rezension haben wir an die Produzenten geschickt. Ob er veröffentlicht wird, kann ich nicht sagen. Mein Eintrag im Gästebuch auf der offiziellen Seite, mit einem Hinweis auf die Rezension wurde bis heute nicht freigeschalten, was ich schade finde.

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  3. Eva

    also ich weiß ja nicht, was alle daran so toll finden…. ich fands eher durchschnitt, wenn überhaupt.

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  4. Tanja

    Ich habe am 03. Januar eine Aufführung in Frankfurt besucht. Der Film gehört zu meinen Lieblingsfilmen, weil er so schön schrill, romantisch und gleichzeitig melancholisch ist. Das was dort auf der Bühne gezeigt wurde hat damit allenfalls die Musik gemein. Eher empfand ich es als total wirr und grotesk. Einige Lieder, so kams mir vor, wurden eher runtergeleiert und standen mit der Handlung in keinem Zusammenhang. Einzelne Lieder wurden sogar zweisprachig gesungen. Englisch und deutsch im Wechsel. Die Handlung entsprach nicht dem Original sondern eher der Oper “Die Kameliendame”. Das wäre aber nicht weiter tragisch hätte man sich mit der Inszenierung etwas mehr Mühe gegeben. Ich war total enttäuscht.

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  5. Sven

    Ich fand es einfach nur kitschig und überzogen.

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  6. Marion

    Naja, ganz schlecht war es nicht, aber auch nichts, wo man noch mal rein müßte. Verstehe nicht ganz das Gejubel der Presse. Aber ist ja auch Geschmackssache. Auf einer Skala von 1-10 würde ich dem Stück eine knappe 6 geben.

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