Ein biss(chen) für die Ewigkeit

Das tschechische Erfolgsmusical DRACULA begründete nach seiner Uraufführung 1995 in Prag eine eigene Musicaltradition an der Moldau und löste damit einen Boom aus, der bis heute ungebrochen ist. Das Stück steht in der Tradition der großen romantischen Musicals und basiert weniger auf dem bekannten Briefroman des Iren Bram Stoker als vielmehr auf der mittelalterlichen Sage um den transsylvanischen Fürsten Vlad Dracul. Jeder der drei Akte spielt in einer anderen Epoche. So beschreiben die Macher ihr Musical DRACULA.

Faszinierend war das Musical, was dort am 1.7.2011 in der Hallenser Oper Premiere feierte. Man mochte zunächst glauben, daß es nicht möglich sei, 3 Epochen in nur zwei Akten unterzubringen, ohne die Geschichte zu sehr zu kürzen, doch man wurde schnell eines Besseren belehrt. Das Musical faßt den Kern der Dracula-Sage und gibt ihn gekonnt in musicalischer Form wieder.

Die Handlung (übernommen aus dem Programmheft)

Im 16. Jahrhundert zieht Fürst Dracula mordend und plündernd durchs Land. Als er ein Kloster überfällt, wird er von einem sterbenden Mönch zu ewigem Leben und unstillbarer Blutgier verflucht. Als er auf seine Burg zurückkehrt, ist Draculas geliebte Frau Adriana nach der Totgeburt ihres Kindes gestorben. Dracula will sich das Leben nehmen, muss aber feststellen, dass sich der Fluch des Mönchs bewahrheitet hat: Er kann nicht sterben.

Zunächst von der Aussicht des ewigen Lebens begeistert, versteht es Dracula, noch 300 Jahre später, im 19. Jahrhundert, nicht nur Schrecken sondern auch Faszination zu verbreiten. Die englische Baronesse Lorraine lebt mit ihrem Bruder Steven auf dem verschuldeten Landsitz ihrer verstorbenen Eltern. Sie reist nach Transsylvanien, um den entfernten verwandten Graf Dracula um finanzielle Unterstützung zu bitten. Dort verliebt sie sich in den Grafen und auch er erliegt ihrer Schönheit. An ihrer Stelle und mit ihrer Einwilligung tötet Dracula ihren Bruder, um das Blut zu bekommen, dass er zum Erneuern seiner physischen und psychischen Kraft benötigt.

Im 21. Jahrhundert ist Dracula ein mächtiger Casino-Boss, doch seine Kraft hat ihn verlassen. Er muss tagsüber von einem Professor in einem unterirdischen Laboratorium am Leben gehalten werden. Eine Motorradgang will das Casino überfallen. Nick, ihr Anführer, stellt anhand eines alten Gemäldes fest, dass seine Freundin Sandra Draculas erster Frau Adriana zum Verwechseln ähnelt und nutzt dies aus. Als Dracula Sandra im Casino entdeckt, glaubt er seine geliebte erste Frau wieder getroffen zu haben. Die Gang überfällt das Casino, in einem fulminanten Finale erscheinen noch einmal Draculas Opfer. Aus Mitleid mit Dracula lässt Sandra Sonnenstrahlen in den dunklen Raum fallen und der Vampir stirbt.

Gebannt folgte man der Geschichte auf der Bühne, die so bekannt und dennoch so faszinierend unbekannt war. Viel zu schnell ging der erste Akt zu Ende und man wartete gespannt in der Pause auf den zweiten Akt. Dieser gestaltete sich nicht ganz so interessant und schnelllebig, wie der erste. Doch tat dies keinen Abbruch und die Darsteller wurden mit tosendem Applaus für ihre Aufführung belohnt.

Darsteller:

Dracula: Gerd Vogel

Adriana / Sandra: Nadine Eisenhardt

Lorraine: Kerstin Ibald

Scapino: Björn Christian Kuhn

Drei Nymphen: Constanze Eschrig, Katharina Schutza, Tabea Scholz

Steven: Christopher O’Connor

Nick: Matthias Joe Schießl

Priester: Rainer Stoß

Mönch: Michael Mehnert

Magd: Anja Binkenstein

Drei Zofen: Angela Götze, Kathrin Herold, Konstanze Winkler

Dracula-Double: Andriy Holubovskyy

Adriana-Double: Hyona Lee

Lorraine-Double: Constanze Marei Hubalek

Zusammen mit der Staatskapelle Halle, der Michael-Fuchs-Band, dem Chor, dem Ballett Rossa, dem Extra-Ballett und der Statisterie der Oper Halle, sowie den Motorradfahrern der Sensu Crew und der Safitar GmbH war die Verwandlung der Oper Halle in das Schloß Draculas perfekt.

Faszinierend war der Einsatz der drei Doubles, welche die Geschichte als Ballett wiedergaben. So konnte man die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Stilen betrachten. Sie wurden nicht immer eingesetzt, sondern ausschließlich dann, wenn die Geschichte eine bedeutende Wendung widerfuhr oder es einen Rückblick gab.

Alle Termine auf einen Blick:

01.07.2011, 19:30 Uhr

02.07.2011, 19:30 Uhr

03.07.2011, 19:30 Uhr

03.09.2011, 19:30 Uhr

02.10.2011, 19:30 Uhr

14.10.2011, 19:30 Uhr

06.11.2011, 15:00 Uhr

19.11.2011, 19:30 Uhr

27.11.2011, 19:30 Uhr

27.12.2011, 19:30 Uhr

28.12.2011, 19:30 Uhr

01.02.2012, 19:30 Uhr

20.02.2012, 19:30 Uhr

10.03.2012, 19:30 Uhr

29.03.2012, 19:30 Uhr

13.04.2012, 19:30 Uhr

14.04.2012, 19:30 Uhr

26.05.2012, 19:30 Uhr

09.06.2012, 19:30 Uhr

29.06.2012, 19:30 Uhr

30.06.2012, 19:30 Uhr

Diesen Fürsten darf man sich nicht entgehen lassen, er fasziniert, verführt und berührt. Musik und Geschichte bilden eine harmonische Einheit, deren Magie man sich nicht entziehen kann und will.

Momentan sind Vampire ja in aller Munde. Da tut es gut, wieder einen Vampir der alten Schule zu sehen, und nicht nur irgendeinen, sondern DEN Vampir schlechthin – Fürst Vlad ”Tepes” Dracul.

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Quelle: Christine Daaé

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