Berauschend: “Goldrausch” mit Livemusik im Nürnberger Opernhaus

“Goldrausch” ist einer der besten Filme aller Zeiten – da sind sich die Kenner einig. Er ist ein Klassiker und gemacht für großes Kino – auch damals schon. Und genau dieses Goldstück der Filmgeschichte wurde den Zuschauern in dem Nürnberger Opernhaus auf einem Silbertablett serviert: ein Kinoerlebnis wie aus alten Zeiten, in einem Prunksaal und Livemusik. Charlie Chaplin wäre sicherlich erfreut gewesen.

Der Inhalt ist eigentlich schnell erzählt: Ein Tramp, gespielt von Charlie Chaplin, irrt auf der Suche nach dem großen Glück durch Alaska. Auf Gold trifft er zwar erstmal nicht, dafür für aber auf Bären, Verbrecher und Betrüger, andere Goldsucher und Mädchen. Am Anfang mag es aussichtslos erscheinen, doch die Dinge wenden sich zum Guten und am Schluß ist er es, der triumphiert.

“Goldrausch” kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die wichtigsten Eckdaten seien hier kurz genannt:

1925: Charlie Chaplin drehte die Komödie “Goldrausch”, die heute zu den 100 besten Filmen aller Zeiten gehört.

1942: Charlie Chaplin stellt für eine Neuauflage des Films die Musik zusammen. Die gesprochenen Erzählparts werden dabei aus dem Film genommen

1994: Carl Davis bearbeitet die Musik von 1942

2004: Timothy Brock restauriert den Film

2011: Daniel Jakobi sorgt zusammen mit der Staatsphilharmonie Nürnberg für ein Kinoerlebnis mit Live-Musik

Vor der Veranstaltungen hatten interessierte Zuschauer noch die Gelegenheit, eine kurze Einführung in den Film und das Konzept zu bekommen. Ein Angebot, das viele Zuschauer dankbar annahmen, um noch etwas mehr über die Hintergründe diese doch nicht so ganz alltäglichen Produktion zu erfahren.

Charlie Chaplin und seine Filme sind und bleiben zeitlos. Auch wenn die Gags aus den typischen Klamauck-Schubladen gezogen werden, erheitern sie dennoch immer wieder aufs Neue und erfüllen den Saal mit Gelächter. Bei manchen bekannten Musikpassagen wie “Blumenwalzer” oder ”Holder Abendstern” wurde dann sogar mitgesummt.

Einen Stummfilm mit Livemusik zu begleiten stellt für die musikalische Leitung eine Herausforderung dar. Jeder Auftakt, sei es für eine Musikpassage oder für Soundeffekte, muß auf die Sekunde sitzen. Die Darsteller warten nicht auf den Dirigenten und ein verpatzter Auftakt könnte Einbußen für eine Pointe bedeuten. Daniel Jakobi stellte sich dieser Herausforderung und meisterte sie zusammen mit der Staatsphilharmonie Nürnberg mit Bravur. Langanhaltender Applaus und Standing Ovations waren der Lohn für seine Leistung – wohlverdient.

Das Publikum – in dem auch viele junge Zuschauer zu finden waren – war begeistert. Über den Film und die Leistung des Orchesters gleichermaßen. Man ging beschwingt nach Hause und im Foyer waren Sätze wie “Das war jetzt richtig schön” oder “Das war es auf jeden Fall wert” zu hören. Man nahm etwas mit nach Hause – nämlich gute Laune und mit Sicherheit auch den Vorsatz, wieder einmal ein Kinoerlebnis der besonderen Art besuchen zu wollen. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall.

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Quelle: Alexander Brock

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