“Dracula” in Coburg: Tanz des Vampirgrafen

Es gibt Geschichten, die sterben nie. Und sie eignen sich immer wieder für ein Bühnenstück. Zu diesen Geschichten gehört mit Sicherheit auch ”Dracula”. Die Geschichte um den Vampirfürsten feierte am 31.01.2012 im Landestheater Coburg als Ballett von Mark McClain seine Premiere. Unter der Leitung von Roland Kluttig und Roland Fister erwachte Dracula zu neuem Leben.

Premierendarsteller:

Dracula: Po-Sheng Yeh

Jonathan Harker: Niko Ilias König

Mina / Elisabetha: Eriko Ampuku

Lucy: Miki Nakamura

Renfield: Takashi Yamamoto

Van Helsing: Marius Czochrowski

Dr. Seward: Norbert Lukaszewski

Vampirinnen: Emily Downs, Chih-Lin Chan

Vertanzt werden unter anderem Stücke vom Johann Strauß, Igor Strawinsky, Josef Strauß und Kurt Weill.Gerade bei letzterem war es schwer, die Aufführungsrechte zu bekommen, so erfuhr man im Vorfeld der Aufführung bei der Besprechung zum Stück. Doch es ist gelungen, die Rechte zu erhalten, seltene Manuskripte nutzen zu dürfen und alles zu einer beeindruckenden Aufführung zusammenzuführen. Jedem, der eine Premiere am Landestheater Coburg besucht, sein ans Herz gelegt, diesen Besprechungen beizuwohnen. Man erfährt wahrlich Interessantes dort.

Mark McClain hielt sich mit seinem Ballett streng an Bram Stokers Roman, so daß es sich empfiehlt, diesen vorher gelesen zu haben, damit man das Stück besser verstehen kann. Stokers Roman wurde um einiges gekürzt, doch die Quintessenz seiner Geschichte wurde wunderbar erfaßt und auf der Bühne vertanzt.

Die Qualität des Ensembles um Po-Sheng Yeh überzeugte ebenso durch Ausdruckskraft und Professionalität, wie durch Eleganz und die Fähigkeit die Stimmung, die durch die Beleuchtung und das Bühnenbild erzeugt werden sollte zu bestärken und bis in die letzte Reihe des Saals zu transportieren. Im Vordergrund standen dabei Liebe und Leidenschaft, die beiden Themen um die sich Bram Stokers Roman eigentlich dreht. Das Gruseln blieb dabei im Hintergrund, doch nicht ohne hin und wieder einmal vorbeizusehen, sei es in Kostüm, Licht oder Videoeinspielung.

An Kostümen wurde nicht gespart – ebenso wenig an stimmungvollen Licht – doch überladen wirkte es zu keinem Zeitpunkt. Passend zu den Szenen wurden Akzente gesetzt und die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf den nächsten Schritt im Handlungsstrang gelenkt. Eng an der Vorlage des Romans war Dracula kein glitzernder und hübscher Vampirjüngling sondern ein spitznasiger alter Mann, der sich später zu einem Gentleman wandelte. Ein bißchen erinnerte er dabei an Max Schreck aus dem Film “Nosferatu”. Mina und Lucy waren dementsprechenden auch keine labilen Teenager sondern junge Frauen im heiratsfähigen Alter, die sich eben nur zu gerne zu dem eleganten Mann hingezogen fühlten – ein Fehler, wie sich herausstellte. Liebe und Leidenschaft mit Niveau, das ist es was “Dracula” eben ausmacht. Die Inszenierung des Landestheaters darf also mit Recht als werkgetreu bezeichnet werden.

Kleine Patzer gehören ebenso zu einer perfekten Premiere, wie auch der tosende Applaus am Ende und die begeisterten Unterhaltungen in der Pause und beim Hinausgehen. Das Landestheater Coburg ist für sein Ensemble und dessen Niveau bei den Aufführungen bekannt und auch diesmal wurden sie, wie immer, diesem hohen Niveau gerecht.

Man kann jedem nur raten, sich diese Version von ”Dracula” anzusehen. Die modernen Vampire haben zwar Hochkonjunktur, aber eben so schnell, wie sie auf der Bildfläche erschienen, werden sie auch wieder verschwinden. Dracula dagegen ist unsterblich.

Weitere Vorstellungen:

Donnerstag, 05.04.2012 – 19:30

Freitag, 13.04.2012 – 19:30

Dienstag, 17.04.2012 – 19:30

Freitag, 20.04.2012 – 19:30

Donnerstag, 03.05.2012 – 19:30

Samstag, 09.06.2012 – 19:30

Mittwoch, 13.06.2012 – 19:30

Mittwoch, 11.07.2012 – 19:30

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Quelle: Christine Daaé

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