Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

Stellen Sie sich mal folgendes vor: Sie sind neu an Ihrem Arbeitsplatz und werden von einem Kollegen, der zufällig mit der Tochter des Chefs verheiratet ist, nach Hause eingeladen. Und das auch noch um 3 Uhr in der Frühe. Sie sind ein kleiner Emporkömmling, der seine Frau im Schlepptau hat. Doch statt einer gepflegten Konversation erwartet Sie ein handfester Ehekrach, der sich später als ein Spiel der Hausherren herausstellt. Oh und es gibt noch weitere Spiele, und eines davon heißt: Der gearschte Gast.

Wäre dies das echte Leben, dann würden Sie wohl so schnell wie möglich dir Flucht ergreifen und die beiden Hausherren sich gegenseitig zerfleischen lassen. Doch wenn es nun aber ein Theaterstück ist? Dann würden Sie bleiben, genau wie Nick und Putzi. Und das Publikum blieb auch – und hatte einen Heidenspaß am 05.05. im Coburger Landestheater.

Wie immer wurde dort Theater der Extraklasse geboten. Die Zuschauer bogen sich vor Lachen und saßen dann wieder wie versteinert da, um dem Plot zu folgen, der einige sehr interessante Wendungen aufwies und sich zu einem faszinierenden Ende dann wieder schloß. Zu Recht bekamen die Darsteller auf der Bühne begeisterten Applaus. Faszinierend war, daß sich die Darsteller beim Schlußapplaus erst einmal sammeln mußten, so sehr waren sie in ihren jeweiligen Rollen aufgegangen.

Mitwirkende

Inszenierung: Matthias Straub

Ausstattung: Till Kuhnert

Dramaturgie: Georg Mellert

George: Helmut Jakobi

Martha: Kerstin Hänel

Nick: Sönke Schnitzer

Putzi: Philippine Pachl

Weitere Vorstellungen

Freitag, 18.05.2012 – 19:30

Mittwoch, 23.05.2012 – 19:30

Mittwoch, 20.06.2012 – 19:30

Freitag, 22.06.2012 – 19:30

Donnerstag, 28.06.2012 – 19:30

Donnerstag, 05.07.2012 – 19:30

Wer kann, der sollte die Gelegenheit ergreifen und sich dieses Stück ansehen.Um das Landestheater zu zitieren: Zwischen ”Gesellschaftsspiel” und bitterböser Farce bewegen sich Dialoge wie Monologe und am Schluss sind sowohl die Ehe zwischen Nick und Putzi, als auch die Illusionen von Martha und George endgültig zerstört. Lässt sich aus diesen Trümmern etwas Neues aufbauen?

Finden Sie es heraus und seien Sie sich bei einem gewiß: der Zuschauer wird nicht der gearschte Gast sein.

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Quelle: Christine Daaé

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