Kleiner Mann ganz groß

Und auch ganz anders. So erschien den Zuschauern am Samstag dem 13.10.2012 im Fürther Stadttheater die Figur des Pinocchio. Wahrscheinlich erwartete man die niedliche Disney-Version, die jedermann fast sofort im Kopf herumspukt, wenn man den Namen Pinocchio hört.

Jedoch war dieser Pinocchio anders – düster und morbide präsentierte Jochen Schölch seine Version und kam damit dem Originalbuch von Carlo Collodi weitaus näher als die altbekannte niedliche Disney-Version. Leider erkannten dies in Fürth nicht alle Zuschauer, da einige nach der Pause beschlossen hatten, fernzubleiben. Schade, denn so verpaßten sie die Chance, mal einen ganz anderen Blick auf diese Geschichte zu werfen.

Das Bühnenbild war genauso einfach wie genial. Mithilfe einer kleinen Kamera wurde einfach der passende Hintergrund eingeblendet, oder aber gleich der ganze Schauspieler, der sich dann als überlebensgroßes Bild nicht nur über dem erschreckten Pinocchio erhob, sondern die Zuschauer gleichsam mit einschüchterte.

Die Musik von Martyn Jaques entpuppte sich zu einem angenehmen Ohrwurm, den man gern immer wieder hören möchte. Und das Orchester tat sein Übriges, so daß die Musik einfach im Ohr blieb und das Stück somit bereicherte, aber auch noch ein wenig morbider und düsterer machte.

Masken symbolisierten die verschiedenen Charaktere, ebenso verschiedene Kostüme. Es war faszinierend zu sehen, wie wenig Künstler es im Endeffekt auf der Bühne bedurfte, um die ganzen Charaktere zum Leben zu erwecken. Im ganzen waren es nur sieben:

Denise Matthey als Pinocchio

Michael Vogtmann als Geppetto

Lilian Naumann als die Fee

Enrico Spohn als Kater

Thomas Wenke als Fuchs

Thomas Schrimm als Theaterdirektor

Elisabeth Wasserscheid als Lucignolo

Jedoch reichten diese sieben vollkommen aus. Sie erfüllten jede Rolle mit Leben und ließen die Zuschauer alle Facetten ihres schauspielerischen und gesanglichen Könnens auskosten. Gebannt verfolgte man die Verwandlungen auf der Bühne und ließ sich entführen in die düstere, jedoch nicht minder faszinierende Welt dieses Musicals.

Die gesungenen Parts waren in Englisch, aber mit Übertiteln, gesprochen wurde in Deutsch. Das Intro wurde in Englisch, Deutsch und ”Pseudo-Italienisch” gesprochen.

Wer nun neugierig geworden ist, zum einen auf das ”Pseudo-Italienisch”, zum anderen aber darauf, wie man es schaffte, die Lügennase Pinocchios darzustellen, dem sei ein Besuch im Fürther Stadttheater angeraten.

Hier sind noch einmal die Termine:

Premiere Samstag, 13. Oktober, 19.30 Uhr

Sonntag, 14. Oktober 2012, 19.30 Uhr

Dienstag, 16. Oktober bis Freitag, 19. Oktober 2012, jeweils 19.30 Uhr

Sonntag, 21. Oktober 2012, 18.00 Uhr

Freitag, 9. November bis Samstag, 10. November 2012, jeweils 19.30 Uhr

Sonntag, 11. November 2012, 15.00 Uhr

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Quelle: Christine Daaé

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