Rezension “next to normal” 12.10.2013 Stadttheater Fürth: Fast schon normal

Über die Frage was denn schon normal ist, wollen wir uns heute nicht auslassen. Das überlassen wir lieber anderen. Das Pulitzer-Preis-gekrönte Broadwaymusical ”next to normal” oder deutsch ”fast normal” lädt nämlich fast schon dazu ein, sich in einer Philosophie über Normalität ergehen zu wollen. Aber eben nur fast.

Das Stadttheater Fürth lädt seit dem 11.10.2013 ein, sich eben genau dieses Stück anzusehen. Mit Stars wird nicht gegeizt. So kann man zum Beispiel Pia Douwes, Thomas Borchert und Sabrina Weckerlin zusammen auf der Bühne stehen sehen. Diese drei bilden den Kern der Familie Goodman, welche zerrüttet ist. Die Mutter (Pia Douwes) ist manisch-depressiv, der Vater (Thomas Borchert) opfert sich für seine Frau auf und die Tochter (Sabrina Weckerlin) wird von der Mutter kaum noch wahrgenommen und flüchtet sich in schulischen Ehrgeiz und dem Wunsch, am Klavier perfekt zu sein. Nach außen hin jedoch erscheinen sie wie eine normale Familie.

Man muß zugeben, daß es ein schweres Thema ist, dem sich Tom Kitt und Brian Yorkey angenommen haben. Doch muß man auch zugeben, daß das Musical dennoch fasziniert und bewegt, auch zum Nachdenken anregt, aber nicht depressiv macht. Es ist kein Gute-Laune-Musical, dessen muß man sich als Zuschauer bewußt sein. Es ist vielmehr ein ”Feel-Everything”-Musical, da man hautnah alle Gefühle der Familie Goodman miterlebt.

Die Darsteller auf der Bühne gaben alles, um die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen und es ist ihnen gelungen. Nicht nur zu einhundert Prozent, sondern zu mindestens 250 Prozent. Bei so manchen Szenen hörte man leises Weinen im Publikum. Auch die Musik, welche sehr eingängig und den Stimmungen angepaßt ist, faszinierte und polarisierte. So konnte man in der Pause den einen oder anderen einige Takte summen hören. Natürlich blieben Diskussionen über Manische Depressionen oder bipolare Störungen nicht aus. Wie auch bei einem solchen Thema?

Das Bühnenbild war beeindruckend und konnte vielseitig genutzt werden. Schon allein der Anblick des Bühnenbildes ließ so manche Münder offen stehen. Durch das Verdunkeln und Aufhellen des oberen und / oder des oberen Teils ließen sich verschiedene Stimmungen und Tageszeiten genau nachbilden.

Auch das Orchester, welches hinter dem Bühnenbild saß, harmonierte mit den Darstellern und bot den Zuschauern am 12.102013. eine beeindruckende Vorstellung. Zu Recht bekamen alle Standing Ovations, und das von Beginn des Schlußapplauses an. Niemanden hielt es mehr auf den Sitzen, als die letzten Töne verklungen waren.

Für ein paar erste Eindrücke kann man hier: http://www.youtube.com/watch?v=fli9AEYejLU und hier http://www.youtube.com/watch?v=M-Of07LAnng gern schauen.

Darsteller:

Pia Douwes: Diana Goodman

Thomas Borchert: Dan Goodman

Dirk Johnston: Gabe Goodman

Sabrina Weckerlin: Natalie Goodman

Dominik Hees: Henry

Ramin Dustdar: Dr. Fine / Dr. Madden

Weitere Termine:

15.10.2013, 19:30 Uhr

16.10.2013, 19:30 Uhr

17.10.2013, 19:30 Uhr

18.10.2013, 19:30 Uhr

19.10.2013, 19:30 Uhr

02.11.2013, 19:30 Uhr

03.11.2013, 18:00 Uhr

Anscheinend, so berichtet das Fürther Stadttheater, kursieren Gerüchte, daß alle Vorstellungen ausverkauft seien. Dies stimmt NICHT. Wer Zeit und Interesse hat, der solle sich dringend um eine Karte bemühen, denn das Stück ist es wirklich wert, gesehen und erlebt zu werden.

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Quelle: Christine Daaé

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