Rezension: Charlie Chaplin Doublefeature: Stummfilm philharmonisch im Nürnberger Staatstheater am 14.11.2015

Zum wiederholten Male zeigte das Staatstheater Nürnberg unter der Leitung von Frank Strobel seine Reihe “Stummfilm philharmonisch” mit Filmen des wohl berühmtesten Stummfilmstars aller Zeiten: Charlie Chaplin. Diesmal waren es die Filme “Behind the screen” und “The Kid”.

Ersterer ist eine Slapstick-Komödie mit der Musik von Carl Davis und stimmte das Publikum auf den Hauptfilm ein, welcher jedoch auch einen traurigen Aspekt besaß. Nicht umsonst hatte der Film den Untertitel: “A picture with a smile – and perhaps, a tear”. In dem Film spielt Chaplin wieder den Tramp, doch diesmal hat er einen kleinen Co-Star, mit dem zusammen er wunderbar harmoniert – Jackie Coogan. Dieser Kinderstar wurde später als der einzig wahre Filmpartner Chaplins bezeichnet.

Und dies zu Recht. Dieser kleine Junge schaffte es, sich in die Herzen des Publikums zu spielen, damals wie heute, und so auch in Nürnberg. Er herrschte unheimliche Stille bei der wohl herzzerreißendsten Szene, die man bisher in einem Stummfilm erlebt hatte. Aller Slapstick und Klamauk waren vergessen bei den verzweifelten Tränen des kleinen Jungen.

Hinzu kam die perfekt akzentuierte Musik, mit der Frank Strobel und das Nürnberger Symphonieorchester diesen Film begleiteten. Die Musik stammte von niemand anderem als Charlie Chaplin persönlich, der sie im hohen Alter von über 80 Jahren noch dafür schrieb und den Film auch noch ein wenig modifizierte.

Jeder der schon einmal einen Film aus der Reihe “Stummfilm philharmonisch” gesehen und gehört hat, weiß, mit welcher Perfektion Frank Strobel und das Nürnberger Symphonieorchester sich dieser großen Aufgabe widmen und dass sie diese Aufgabe immer wieder meistern. Jede Note saß, jeder Einsatz kam zur rechten Zeit und alles passte perfekt zusammen, so daß es einen wunderbaren und harmonischen Abend ergab, den man so schnell nicht wieder vergessen wird.

“Stummfilm philharmonisch” ist etwas ganz Besonderes. Es ist eine Erinnerung an die Vergangenheit. An die gute alte Zeit, als die Bilder laufen lernten und als man nur mit seinem Gesicht und seiner Mimik und Gestik spielte und nicht alles durch Worte kaputtmachte. Eines ist diese Reihe gewiss nicht – nämlich langweilig, wie so der eine oder andere (wahrscheinlich nicht ganz freiwillig) Anwesende befürchtet hatte. Doch am Ende waren sie alle überzeugt und spendeten eifrig und reichlich Applaus.

Diese beiden Filme kann man nur noch ein einziges Mal in Nürnberg erleben, und zwar am 01.12.2015. Jedoch ist die Hoffnung groß, dass es eine weitere Fortsetzung dieser Reihe geben wird. Sollte es so sein, dann ist eines gewiss: wir werden wieder mit dabei sein.

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Quelle: Christine Daaé
  • Auch unser hüpfender Reporter Gregor de la Quak war anwesend und hatte sichtlich seinen Spass.
    Auch unser hüpfender Reporter Gregor de la Quak war anwesend und hatte sichtlich seinen Spass.
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