Chicago am 06.03.2016 in München: What a jazz!!!

Es gibt Musicals, die muss man einfach gesehen haben. Egal, was man dafür tun muss. Auch wenn man dafür morden müßte… denn um Mord geht es ja in einem der heißesten und an- (oder aus-) züglichen Musicals der Geschichte – CHICAGO

Chicago ist nach Cabaret das bekannteste Musical von Kander/Ebb. John Kander brachte die Musik ein, welche wirklich im Ohr bleibt und auch nach Tagen nicht mehr rausgeht, während die Gesangstexten von Fred Ebb beigesteuert wurden. Auch beim Buch wirkte Fred Ebb mit, zusammen mit niemand Geringerem als Bob Fosse. Es basiert auf dem gleichnamigen Stück der Reporterin Maurine Dallas Watkins aus dem Jahr 1926. Regie und Choreografie übernahm Bob Fosse, was man auch deutlich merkt. Jeder Tanzschritt geht ins Blut.

Die Geschichte des Musicals (übernommen von Stage Entertainment):
Die Nachtclubsängerin Roxie Hart ermordet ihren Liebhaber. Im Gefängnis lernt sie die korrupte Mama Morton und Velma Kelly kennen. Velma, ebenfalls Tänzerin und dank der Hilfe von Morton ein Medienstar, plant die Fortsetzung ihrer Karriere nach ihrer Freilassung. Hierfür soll sie der durchtriebene Staranwalt Billy Flynn aus dem Gefängnis boxen, der allerdings gleiches auch für Roxie plant.
Es beginnt ein undurchsichtiges Dreiecksspiel, bei dem die beiden Tänzerinnen um die Gunst Flynns buhlen. Als dann die Boulevard-Journalistin Mary Sunshine dafür sorgt, dass Roxie als „Jazz-Mörderin“ zum Medienstar wird, beginnt ein Verwirrspiel aus Tricks, Lügen und Eifersucht.
Doch werden die Tänzerinnen mit Hilfe der Medien wieder ihre Freiheit zurückgewinnen und damit Ruhm und Reichtum erlangen?

Und genau diese sexy Geschichte feierte am 06.03.2016 in der bayrischen Hauptstadt seine Premiere, natürlich am Deutschen Theater. Passend zu dieser lasziven Geschichte wurde der (blut)rote Teppich ausgelegt, über den alle Gäste dieser Premiere schreiten durften.

Neugier erfüllte das Foyer und durch das Stimmengewirr hörte man immer wieder, wie gespannt man auf diese Premiere sei. Immerhin gibt es ja den bekannten Film mit Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger und Richard Gere von 2003. Ob es diese Premiere wohl schaffen würde, an diesen Film heranzukommen? Die Antwort würde man bald bekommen, sehr bald. Die Spannung stieg ins Unermessliche… und dann ertönte der erste Ton und das Publikum verstummte. Jeder starrte gebannt auf die Bühne, die Münder offen. Jede Erwartung war übertroffen und man konnte nur noch eines sagen: WOW, what a jazz!!!

Es perfekt zu nennen, wäre zu lapidar. Was dort auf der Bühne geboten wurde, war jenseits von gut und böse. Es war Spielfreude pur, gepaart mit brillanten Stimmen und ausgezeichneten Darstellern. Jeder, egal in welcher Rolle, war seine Rolle. Man spielte die Rolle nicht, nein, man lebte sie.

Und das Stück lebt mit seinen Darstellern. Besonders die beiden Hauptdamen Velma Kelly (Caroline Frank) und Roxie Hart (Carien Keizer) verzauberten mit ihrer Spielfreude und Laszivität das Publikum. Man spürte förmlich wie die Temperatur im Deutschen Theater stieg und stieg und stieg… Ausgesprochen beliebt war der “Schusseldussel” Amos Hart (Volker Metzger). Er war so liebenswert in seiner Rolle, dass man wirklich Mitleid mit dem armen Kerl bekommen konnte, den nun wirklich jeder immer wieder übersah, sogar das Orchester. Und natürlich schlugen die Frauenherzen alle höher, als Billy Flynn (Livio Ceccino) die Bühne betrat. So einem Anwalt würde man doch alles glauben. Mama Mortons (Isabel Dörfler) etwas herrische Art kam nicht nur bei den Damen und Herren auf der Bühne gut an, oh nein. Und jeder liebte Mary Sunshine (Martin Schäffner), sie war ein wahrer Sonnenschein, nicht nur schauspielerisch, sondern auch gesanglich.

Der Premierencast noch einmal im Einzelnen:
Velma Kelly: Caroline Frank
Roxie Hart: Carien Keizer
,Mama‘ Morton: Isabel Dörfler
Billy Flynn: Livio Ceccini
Amos Hart: Volker Metzger
Mary Sunshine: Martin Schäffner
Ensemble: Fleur Jagt, Michelle Fichtner, Marcella Adema, Janina Hinrichs, Danielle Delys, Rachel Colley, Alan Byland, Matt Huet, Matthieu Vinetot, Rene Becker, Joshua Donovan, Shane Landres, Luke Jarvis
Swings: Marleen de Vries, Birgit Arquin, Dorit Oitzinger, Andre Naujoks, Perry Beenen, Rhys George (Dance Cpt.)

Auch das Orchester, bestehend aus Robert Pau, Lukas Brenner, Dirk Schmigiotzki, Greg Dinunzi, Alex Hötzinger, Christian Vogel, Viktor Wolf, Karola Elßner, Skip Reinhard, Jotham Bleiberg, Thomas Moore, Friedrich Milz, Matthew Bookert und Florentin Chiran, befand sich mitten auf der Bühne. Sie alle gingen zu über einhundert Prozent in ihrer Rolle auf. Man konnte den Spaß den sie hatten, richtig spüren. Unter der musikalischen Leitung von Jochen Kilian konnte man die Freude an diesem Musical und der verführenden Musik in ihren Gesichtern strahlen sehen. Zu Recht wurden alle mit tosendem Applaus belohnt, nicht nur beim Schlußapplaus, sondern auch bei den einzelnen Liedern.

Jedoch muss man nicht morden, um sich dieses Musical ansehen zu können. Es gastiert noch bis zum 10.04.2016 im Deutschen Theater München und entführt die Zuschauer in einen Strudel ans Mord, Intrigen und Liebe. Und man läßt sich in diesem Fall nur zu gern entführen.

Quelle: Christine Daaé

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