Rezension „Fame“ am 02.04.2016 im Opernhaus Halle: Der lange Weg zum Ruhm

Das Musical „Fame“ basiert auf dem gleichnamigen Film von Alan Parker aus dem Jahre 1980. Zwar wurde die Geschichte für die Bühne etwas angepasst, doch im Grunde ist die Geschichte erhalten geblieben. Auch wenn man die Handlung des Musicals nicht kennt, kennt man doch eines: den Titelsong „Fame“. Dieser Song erhielt sogar einen Golden Globe Award und wurde für den Oscar nominiert. Und es war auch genau dieser Song, der in Halle die Zuschauer von den Sitzen holte.

Handlung des Stückes (übernommen von den Bühnen Halle):
Das Stück spielt an einer New Yorker Kunsthochschule – der High School of Performing Arts. Es geht um junge Menschen – Schauspieler, Musiker, Tänzer – die alle auf ihre Weise davon träumen, eines Tages berühmt zu werden. Doch vor dem Ruhm steht die Ausbildung. Und vor der Ausbildung steht eine harte Aufnahmeprüfung. Das Musical begleitet einige dieser Studenten und 4 ihrer Lehrer, alles ganz verschiedene Charaktere, von der Aufnahme- bis zur Abschlussprüfung. In diesen 4 Jahren müssen sich die angehenden Künstler auf verschiedenste Art mit sich selbst, mit ihren Wünschen und Hoffnungen, ihren Ängsten und Unzulänglichkeiten und mit ihrer Lebensrealität auseinandersetzen. Und sie müssen lernen, jeder für sich zu bestehen und dennoch miteinander zu leben. Es geht um die harte Arbeit auf dem Weg zum Ruhm, um den Traum von der großen Karriere, um erste Erfolge, aber auch um Enttäuschungen und Niederlagen. Und es geht natürlich um ganz große Gefühle – um Freundschaft, Sehnsucht und Liebe. All das eingebettet in das einzigartige Lebensgefühl und die mitreißende Stimmung der 80er Jahre.

Und man fühlte sich wirklich in die achtziger Jahre zurückversetzt. Wobei man hier hinzufügen sollte, dass das Publikum aus sehr vielen sehr jungen Leuten bestand, die die achtziger Jahre wohl nur aus Erzählungen kennen. Doch diejenigen die „damals“ live mit dabei waren, erinnerten sich lebhaft an diese wilde und faszinierende Zeit. Und natürlich auch an Polyluxe.

Das Bühnenbild von Katja Lebelt war einfach, und dennoch genial. Die grosse drehbare Konstruktion konnte auf alle Situationen perfekt angewendet werden und zusammen mit den Videoinstallationen von Conny Klar ergab sich ein ideales Gesamtbild.

Besonders süss war die Rahmengeschichte der Familie Knockers, gespielt von Hilmar Eichhorn und Axel Gärtner, zwei „Urgesteinen“ des Theaters Halle. Es passte sich in die Geschichte nahtlos ein und ergänzte sich mit halleschem Charme.

Hier finden Sie alle Darsteller auf einen Blick:
Miss Shermann: Franziska Hayner
Miss Bell: Danne Suckel
Mr. Sheinkopf: Stanislaw Brankatschk
Mr. Myers: Peter W. Bachmann
Serena Katz: Nele Schulz
Nick Piazza: Dirk Zöllner
Joe Vegas: Manuel Zschunke (Studio)
Joe Vegas: Justus Verdenhalven
Carmen Diaz: Lena Zipp
Tyrone Jackson: Frank Schilcher
Iris Kelly: Christina Athenstädt
Mabel Washington: Natascha Mamier
Schlomo Metzenbaum: Jörg Kunze
Schlomo Metzenbaum: Manuel Zschunke (Studio)
Grace Lamb: Natalja Joselewitsch (Studio)
Grace Lamb: Petra Straussová
Goodman King: Florian Stauch
Mr. Gus Knockers: Hilmar Eichhorn
Mrs. Linda Knockers: Axel Gärtner
Sarah Summerfield (Tanz): Anna Schumacher
Susan Knockers: Kim Boenig/Celine Gründler
Mitglieder des Ballett Rossa

Wer den Film zuvor nicht gesehen hat, hat den Vorteil, dass man sich ganz neu auf die Charaktere einlassen kann und ist unbeeinflusst. Und genauso sollte es auch sein. So erkennt man, wieviel Liebe und Mühe hinter jedem Charakter steckt und wie ihn sich der entsprechende Darsteller vorstellt. Nun mag zwar der Name Lena Zipp nicht sehr spanisch klingen, doch war sie die heißblütigste Spanierin, die man wohl je auf der Bühne des Theaters Halle erlebt hatte. Auch unter Frank Schilcher stellt man sich keinen Tyrone Jackson vor, aber er WAR es, wenn auch nicht dunkelhäutig, aber dennoch obercool. Franziska Hayner erinnerte sehr an Barbra Streisand, mit ihrer Brille und der Frisur. Bei Danne Suckel als Miss Bell musste wohl jeder, der das Phantom der Oper kennt, an die Ballettmeisterin Madame Giry denken, so mit ihrer dunklen Kleidung in ihrem eleganten Auftreten, es fehlte eigentlich nur noch der Stock. Auch die beiden männlichen Lehrer waren einfach ideal besetzt mit Stanislaw Brankatschk und Peter W. Bachmann. Solche Lehrer kann man sich nur wünschen.

Mit Dirk Zöllner stand ein weiterer bekannte Hallenser auf der Bühne. Er gab seiner Rolle den richtigen Drive und Schwung. Nele Schulz als das Mädchen, das in ihn verknallt war und in ihrer Jugend in Sachen Liebe aber alles falsch machte, war einfach berührend. Fast schon wollte man sie packen und schütteln und sagen: Mensch Mädchen. So überzeugend war sie einfach. Auch Justus Verhalven lebte seine Rolle, mal mit Hose oben, mal mit Hose unten. Für die Rolle der Iris Kelly war Christina Athenstädt ideal: hübsch, elegant, zierlich, aber auch temperamentvoll und feurig. Natascha Mamier passte einfach zu 100 % in ihre Rolle und Jörg Kunze gab den „Nerd“ einfach zu überzeugend. Petra Straussová erinnerte verblüffend an Nena und Florian Stauch war einfach nur cool, auch ohne Worte.

Creativteam:
Regie: Matthias Brenner
Musikalische Leitung: Alexander Suckel
Choreografie: Alexandre Tourinho
Bühne und Kostüme: Katja Lebelt
Videografie: Conny Klar
Dramaturgie: Henriette Hörnigk
Choreografische Assistenz: Frank Schilcher/Petra Straussová
Dramaturgische Mitarbeit und Redaktion: Claudia Remus
Produktionsleitung: Dietmar Rahnefeld

Orchester:
Klavier: Alexander Suckel
Bass: Roberto Volse
Drums: Ralf Schneider
Gitarre: Scotti Gottwald
Keyboard und Percussion: Jürgen Kober
Reed: Magnus Mehl
Trompete: Norman Hausmann
Posaune: Stephan Krause

Chor:
Franziska Faust, Kati Götz, Kathrin Herold, Peggy Klemm, Christina Mattaj, Kaori Sekigawa, Sebastian Byzdra, Kristian Giesecke, Maik Gruchenberg, Andreas Guhlmann, Matthias Schulze, Till Voß

Oftmals ahnt man gar nicht, wieviele Menschen an einem Stück beteiligt sind. Sie alle gaben auf und hinter der Bühne wirklich alles und schafften es, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Sie harmonierten wunderbar mit einander, so dass alles zusammen passte und ein großes harmonisches Ganzes ergabe. Die Darsteller waren und sind wie für diese Rollen gemacht. Und dafür ernteten sie und alle anderen Beteiligten auch den gebührenden Schlußapplaus.

„Fame“ ist in Halle eine Koproduktion des Thalia Theaters, des neuen theater und der Oper, sowie jungen Tänzerinnen und Tänzern des Tanzstudios „ad libitum“ e.V. Halle und der Theaterballettschule Magdeburg e.V.

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Quelle: Christine Daaé
  • Fame - Szenenbild
    Fame - Szenenbild
    © Bühnen Halle
  • Auch Gregor war mit dabei
    Auch Gregor war mit dabei
    © Buehnennetzwerk.de
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    © Bühnen Halle

 

2 Comments

  1. Christine Daaé

    Zum Schluß erlauben wir uns noch eine Anmerkung in eigener Sache: Es ist nicht immer leicht, freundlich zu sein, doch sollte man wissen, dass wenn man mit Gästen und Publikum arbeitet, die sich auf einen Theaterabend freuen, dann sollte man seine schlechte Laune überspielen können. Wir sind alle Menschen und bekommen auch mal schlechte Nachrichten, doch muss man in der Lage sein, egal in welchem Job, seine Kunden es nicht merken zu lassen. Desweiteren sollte doch jungen Theaterbesuchern, die mit ihren Lehrern im Theater sind, vielleicht sogar zum ersten Mal in ihrem Leben, im Vorfeld ein Mindestmaß an Anstand beigebracht werden. Es ist nicht angenehm, w enn nebenan nur gezappelt und hinter einem nur getuschelt wird. Auch das ständige aufs Handy schauen sollte im Theater nicht sein. Auch, so finden wir, gehört Politik nicht ins Theater, zumindest nicht in ein Stück wie „Fame“.

    Reply
    1. Stefan

      Das kann nur jemand schreiben,dass Politik nicht ins Theater gehört, der absolut keine Ahnung davon hat.

      Reply

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