Rezension „Frankenstein“ Ballett live aus dem Royal Operahouse London am 18.05.2016 in Nürnberg: Das Monster tanzt

Unser Bild von Frankenstein, oder besser, dessen Monster, ist stark von Hollywood geprägt. Fast jeder denkt dabei an ein großes grünes Monster mit Bolzen im Hals und rechteckigem Kopf. Doch so hat ihn Mary Shelley in ihrem Buch nicht gestaltet. Und auch kann man sich kaum vorstellen, dass dieses Monster tanzen kann, und schon gar nicht Ballett. Doch nun verabschieden wir uns von diesem Monster.

Und wenden uns Liam Scarletts Frankenstein zu. Dieses Monster tanzt, und zwar Ballett, und zwar atemberaubend. Die Story des Balletts konzentriert sich mehr auf Victor Frankenstein und sein Leben, seine Liebe als auf die Kreatur an sich. Genau wie Mary Shelleys Buch. Und dennoch ist das Erwachen der Kreatur einer der packendsten Momente, den man je erlebt hat. Es blieb einem förmlich der Atem weg.

Und genau so ging es weiter. Die Bewegungen der Tänzer waren atemberaubend schön und grazil. Ihre Mimik und Gestik sprach mehr als mancher Darsteller es mit 1000 Worten schafft. Egal wie jung die Darsteller waren, sie waren alle professionell bis in den kleinsten Zeh.

Ensemble:
Conductor: Koen Kessels
Elizabeth: Laura Morera
Victor: Federico Bonelli
The Creature: Steven McRae
Concert Master: Sergey Levitin
Orchestra: Orchestra of the Royal Opera House

Kreativteam:
Choreographie: Liam Scarlett
Musik: Lowell Liebermann
Designer: John Macfarlane
Light Design: David Finn
Projektions Design: Finn Ross

Alle Darsteller und auch alle, die im Hintergrund mitgewirkt hatten, haben Großartiges erschaffen. Dieses Ballett hat das Zeug, groß zu werden. Die Musik packte und riss mit und die Darsteller entführten in Zeit von Victor Frankenstein.

Das Bühnenbild war einfach umwerfend. Detailgetreu und so echt, dass man meinte, man befinde sich in einem echten Anatomiesaal. Auch das Haus der Frankensteins und der Wald waren wundervoll und en detail gestaltet.

Das Ballett ist ein Drei-Akter und dauerte über drei Stunden. Doch wer nun denkt: Oh Gott, da geht doch die Zeit nie um, der irrt sich gewaltig. Wie im Flug verging der erste Akt, der mit dem Erwachen der Kreatur endete. Genauso schnell vergingen die anderen beiden Akte. Die Pausen wurden versüßt durch Interviews und Backstage Einblicke. Selten war ein Ballett so kurzweilig und interessant wie dieses. Und ganz ehrlich: Frankensteins Geschichte, bzw. die seines Monsters ist schon weltbekannt, doch nun hat die Geschichte auch eine würdige Ballett-Version.

Quelle: Christine Daaé

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