Rezension „Die Grönholm-Methode“ am 28.05.2016 im Landestheater Coburg: Bewerbertraining mal anders… oder doch nicht…

Erinnern Sie sich noch, wie Sie Ihren Job bekommen haben? Also ich ja und nach dem Besuch dieses Stückes bin ich bestimmt nicht die Einzige, die froh ist „nur“ ein Bewerbungsgespräch geführt haben zu müssen.Und sehr viele der leider sehr wenigen Besucher des Stückes stellten fest, dass sie es nie hätten soweit kommen lassen bei sich.

Inhalt (übernommen vom Landestheater Coburg):
Vergessen Sie einfach alles, was Sie bislang über Bewerbungsverfahren zu wissen glaubten. Denn nun wurde die „Grönholm-Methode” entwickelt. Mit ihrer Hilfe sucht ein multinationaler Konzern einen geeigneten Kandidaten für die vakante Top-Manager-Stelle. Vier Bewerber werden mit Aufgaben betraut, die sie an den Rande ihrer Möglichkeiten bringen – manchmal auch darüber hinaus. Wissen, worauf es in einem Job ankommt, das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden können, sich selbst in den Dienst eines Teams stellen und dabei dennoch einen eigenen Charakter bewahren: Nie waren die psychischen Anforderungen an einen Arbeitsplatz so hoch wie heute.

Das Traurige an der Sache ist jedoch, dass das Stück zwar überspitzt ist, aber dennoch nah an der Wahrheit ist. Manche Bewerbungsgespräche laufen ja wirklich so ab. Man denke doch nur an die zahlreichen Fernsehbeispiele.

Die Darsteller auf der Bühne waren in ihrem Vorstellungsgespräch für ihre Rollen wohl sehr überzeugend, denn sie waren hervorragend gecastet und gaben alles und zogen das Publikum mit. Es war so spannend, dass man sich nicht zu atmen traute, weil man Angst hatte, etwas zu verpassen. Man schwankte zwischen Spannung und lustigen Momenten, es hielt sich genau die Waage. Auch die kleinen Pointen zum aktuellen Geschehen und/oder zur Region passten perfekt und wurden mit lautem Gelächter bedacht.

Darsteller:
Sebastian Weigand: Thorsten Köhler
Richard Möhrle: Niklaus Scheibli
Fiona Bellinghausen: Anne Rieckhof
Erik Petzold: Nils Liebscher

Jede Rolle hat seinen ganz eigenen Charakter und stellte den auch überzeugend dar. So war Anne Rieckhof eine kalte Geschäftsfrau, die wortwörtlich über Leichen ging und vor Thorsten Köhler und seinen cholerischen Anfällen bekam man wirklich richtig Angst. Niklaus Scheibli gab den besorgten Geschäftsmann aus einer kleineren Firma und Nils Liebscher blühte in seiner Rolle als lässiger Typ so richtig auf. Sie waren so überzeugend, dass die Wandlungen der Charaktere das Publikum buchstäblich eiskalt erwischte.

Man mag zwar nun denken: ‘Was nur vier Mann?’ Aber dies war genau die richtige Anzahl und sie erfüllten die gesamte große Bühne des Landestheaters mit Leben und Emotionen.

Das Bühnenbild war recht schlicht und fragil, doch erfüllte es seinen Zweck und glänzte nach seinem gewaltsamen „Abbau“ durch Abwesenheit, es wurde aber nicht sehr vermißt. Das Stück sprach für sich und mit ihm seine vier Darsteller. Auch die Kostüme waren modern und man konnte sich teilweise darin wiedererkennen. Es war eben Kleidung, die man zu einem Bewerbungsgespräch trägt.

Creativteam:
Inszenierung: Alice Asper
Bühnenbild und Kostüme: Karlheinz Beer
Dramaturgie: Carola von Gradulewski

Natürlich werden auch wir der Bitte von Dramaturgin Carola von Gradulewski nachkommen und das Ende nicht verraten. Uns hat es sehr gut gefallen und das sagen wir weiter. Wer immer sich vor Augen führen möchte, wie gut doch sein Job ist, der solle sich dieses Stück ansehen. Und auch die, die einen faszinierenden und brillanten Theaterabend erleben möchten, sollten dieses Stück nicht missen. Es ist recht kurz, dafür aber auch kurzweilig.

Quelle: Christine Daaé

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  • Unser kleiner Frosch war natürlich auch sehr froh, seinen Job bei uns einfach so bekommen zu haben.
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  • Premierenfeier
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  • Landestheater Coburg
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  • Jordi Galceran: Die Grönholm-Methode/ R Alice Asper/ A Karlheinz Beer/ Premiere: 28. Mai 2016/ Großes Haus/ Landestheater Coburg
    Jordi Galceran: Die Grönholm-Methode/ R Alice Asper/ A Karlheinz Beer/ Premiere: 28. Mai 2016/ Großes Haus/ Landestheater Coburg
    © Andrea Kremper
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