Rezension „Anything goes“ am 17.12.2016 im Landestheater Coburg: Alles war möglich!!!

Klassische Musicals haben einen Vorteil gegenüber den modernen Musicals: sie sind einfach klassisch und wahre Klassiker. Leider werden sie viel zu selten gespielt. Doch nun hat sich das Landestheater Coburg eines klassischen Musicals angenommen und hat damit eine wahre Punktlandung hingelegt. „Anything goes“ von Cole Porter feierte am 17.12.2016 seine umjubelte Premiere. Das Publikum im Landestheater war restlos begeistert.

Die wunderbar eingängige Musik von Cole Porter, gepaart mit erstklassigen Darstellern, gemischt mit einer undurchsichtigen und verworrenen Geschichte, dazu noch Stepptanz und, um die Dramaturgin Carola von Gradulewski zu zitieren: einige Happy Enden, und schon hat man einen vergnüglichen Abend, der trotz später Stunde viel zu schnell verging.

Hier eine Kurzfassung der Geschichte (übernommen vom Landestheater Coburg):
Der blinde Passagier Billy Crocker versucht, die anberaumte Eheschließung seiner Geliebten Hope mit dem Briten Sir Oakleigh zu verhindern. Eine bunte Gesellschaft von skurrilen Typen steht ihm dabei manchmal im Wege und manchmal hilfreich zur Seite. Dass dabei Irrungen und Wirrungen vorprogrammiert sind, darf jedem klar sein. Die Lachmuskeln werden bei diesem Musical stark beansprucht, aber auch die Klatschmuskeln.

Die Besetzung im Einzelnen:

Carolin Soyka als Reno Sweeney (Nachtclubsängerin und Laienpredigerin)
Wow was für eine Stimme! Und was für eine Bühnenpräsenz! Diese Dame ist für die Bühne geboren. Sie lebt ihre Rolle richtig und begeistert und faszinierte wirklich jeden der Zuschauer. Völlig zu Recht bekam sie beim Schlußapplaus dem meisten Applaus. Ihr „Blow, Gabriel, blow“ fegte wirklich jeden von seinem Sitz. Bei so einer Predigerin möchte jeder seine Sünden beichten.

Julia Harneit als Hope Harcourt (Tochter von Evangeline Harcourt)
Wer könnte besser in die Rolle der engelsgleichen Hope passen als sie? Bezaubernd und warmherzig lebte sie ihre Rolle und ihre Stimme ließ die Herzen höher schlagen. Man könnte sie fast mit einem Weihnachtsengel vergleichen.

Gabriela Künzler als Evangeline Harcourt (Witwe eines Börsenmaklers)
Was für eine große Frau! Und was für eine große Stimme. Es machte richtig Freude und Lust, ihr zuzusehen, wie sie Ihre Rolle zum Leben erweckte. Den Spass und die Freude sah man ihr in jeder Sekunde an. So stellt man sich gelungenes Theater vor.

Dirk Mestmacher als Lord Evelyn Oakleigh (Reicher Soll-Schwiegersohn)
Very very british this lord! Und so herrlich witzig und leicht spielte und sang er seine Rolle. Es war ein Augen- und Ohrenschmaus. Egal ob dieser Lord nun Geld hat oder nicht, ihm verfällt man sofort.

Stephan Mertl als Elisha Whitney (Boss von Billy und Geschäftsmann)
Ihn haben wir schon in so manchen Rollen gesehen und waren nie enttäuscht von ihm, so auch dieses Mal nicht. Mit Witz und Charm gab er den Elisha Whitney, der nun leider durch den Verlust seiner Brille leicht gehandicapt war. Aber wozu gibt es denn Ferngläser? Und hohe Schuhe?

Andreas Langsch als Billy Crocker (hoffnungsvoll verliebt)
Diesem Billy kann man nur verfallen. Egal als was er sich verkleiden musste, er sah immer gut aus. Besonders jedoch in seiner Rolle als Gangster. Er kann steppen, singen und tanzen und sieht gut aus. Erste Wahl!

Martin Benjamin Hübner als Moonface (Gangster)
Selten gab es einen lustigen Gangster als ihn. Und dennoch hatte man Respekt vor ihm in seinem Nadelstreifenanzug.

Veronika Hörmann als Erma (Blondine)
Böse gesagt war sie das Blondchen und klang auch so, wenn sie sprach. Aber ihr Gesang, der kam von ganz woanders her. Da blieb einem tatsächlich der Mund offen stehen. Man muss aber Respekt aussprechen, eine ganze Show lang seine Stimme so zu verstellen wie sie es tat.

Felix Rathgeber als Kapitän
Ein sehr beeindruckender Mann mit sehr beeindruckender Stimme. Ihn als Kapitän einzusetzen war ein genialer Schachzug.

Norman Hofmann als Zahlmeister
Dieses Grinsen vergißt man so schnell nicht wieder. Er war der Sonnenschein dieser Aufführung und zauberte immer wieder ein Kichern auf die Lippen. So einen lustigen Zahlmeister hatte man selten. Lustig ja, albern nein.

Mit im Luxusboot waren auch noch Tae-Kwon Chu und Jaehan Bae als Luke und John, die bekehrten Chinesen, Kostas Bafas, Jan Korab, Simon van Rensburg und Marcello Mejia-Mejia als das Männerquartett und die vier Matrosen, Chih-Lin Chan, Lucia Colom, Natalie Holzinger und Mireia Martinez Pineda als die Engel, bzw. die vier Showgirls und Emily Lorini als Mädchen.

Sie alle zusammen, unterstützt vom Chor des Landestheaters, dem Ballett, dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters Coburg und Band und der Statisterie, erweckten die Bühne zu einem gigantischen Ozeandampfer, der „MS America“. Udo Herbster hatte da wirklich ganze Arbeit geleistet. Da kann man nur eines sagen: Respekt!

Respekt gilt auch Roland Fister, der für die musikalische Leitung verantwortlich war, ebenso für Iris Limbart, die die Choreografie und Inszenierung innehat. Heike Korn war für die Kostüme verantwortlich und Carola von Gradulewski für die Dramaturgie.

Wer also einen vergnüglichen und sehr kurzweiligen Abend möchte, der solle einen der unten genannten Termine wahrnehmen. Dieser Klassiker ist es sowas von wert!

Termine (ohne Gewähr):

Mi, 21.12.2016 – 19.30
Mo, 26.12.2016 – 19.30
Sa, 31.12.2016 – 15.00
Sa, 31.12.2016 – 19.30
Do, 05.01.2017 – 19.30
Do, 12.01.2017 – 19.30
Mi, 18.01.2017 – 19.30
Fr, 27.01.2017 – 19.30
Sa, 28.01.2017 – 19.30
So, 05.02.2017 – 15.00
Sa, 11.02.2017 – 19.30
So, 12.02.2017 – 15.00
Fr, 17.02.2017 – 19.30
Sa, 04.03.2017 – 19.30
So, 26.03.2017 – 18.00
Sa, 01.04.2017 – 19.30
Sa, 15.04.2017 – 19.30
Di, 25.04.2017 – 19.30
So, 21.05.2017 – 15.00
Fr, 30.06.2017 – 19.30
So, 09.07.2017 – 18.00
Quelle: Christine

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