“Hair” Benefiz im Cafe 7stern in Wien

Unser erstes Mal in Österreich und schon wurden wir mir haarigen Tatsachen konfrontiert!

Ute Bock kennt man in Österreich aufgrund Ihres Flüchtlingsprojekts und als Initiatorin zahlreicher humanitärer Projekte im Bereich der Flüchtlingshilfe. Ihr Name steht als Sinnbild für eine menschliche, respektvolle und faire Asylpolitik. Obdach, Beratung und Bildung sind zentrale Themen. Zahlreiche Menschen solidarisieren sich nach wie vor mit den Ideen von Ute Bock und legen mit ihr den Grundstein für eine menschliche Asylpolitik und eine gelungene Integration.

Das Ensemble des diesjährigen Musicalsommers in Amstetten, dass „Hair“ zeigt, hat sich dazu entschlossen vor Ort während den Shows, wie gut, dass es 8 (!) Zusatzshows gibt, Spenden für das „Flüchtlingsprojekt Ute Bock“ zu sammeln und konnte schon jede Menge Spenden erzielen. Das war einigen aus dem Ensemble aber noch nicht genug und so riefen sie kurzfristig zu einem kleinen „Wohnzimmerkonzert“ im Cafe 7stern im 7. Wiener Bezirk auf, welches am 31.7.2017 stattfand. Dort gibt es einen Raum, der sich als „Wohnzimmer“ bezeichnet und auch sehr kuschelig eingerichtet war. Ein wenig Werbung wurde gemacht, vor allem auf Facebook, aber mit dem Massenansturm hat dann wohl niemand gerechnet.

20 Minuten vor 20 Uhr war Saaleinlass, aber die Schlange ließ auch nicht nach, nachdem schon alle einen Platz auf den verfügbaren Sitzgelegenheiten gefunden hatten, im Endeffekt gab es Bodenplätze und wurden noch Extrastühle beschafft und es wurde kuschlig heiß. Das tat der guten Stimmung, die dann aufkam aber keinen Abbruch und die anwesenden Künstler legten sich ordentlich ins Zeug. Präsentiert wurden nicht nur „Hair“-Songs, sondern es gab auch viele musikalische Überraschungen und auch special guests.

Mit „Walking in space“ präsentierten sich alle anwesenden Mitglieder des „Hair“-Ensembles (David Rodriguez-Yanez, Marjan Shaki, Barbara Obermeier, Christopher Dederichs, Michelle Catherine Härle, Mischa Kiek, Stefan Konrad, Lina Leter, Chayenne Lont, Juneoer Mers, Michael Souschek, Livia Wrede, Sherefa Yorks, Tessa Jill Brockhoff), vor allem Barbara Obermeier hört man mit so einer Stimmfarbe selten bis nie und hatte schon zu Anfang einen von vielen Wow-Momenten.

Begleitet wurden die Darsteller abwechselnd von Florian C. Reithner, Christian Frank (Piano), Konstantin Sieghart (Gitarre), Cajon: Klaus Pérez-Salado, manchmal griffen einige aber auch selbst zum Instrument.

Dass „Black Boys“ die besseren sind wollten Livia, Michelle, Tessa und Bettina Bogdany (als Gastsängerin) wissen, während Chayenne, Lina und Sherefa meinten die besseren Argumente für die „White Boys“ zu haben. Mit „jetzt bin ich dran“ enterte Rodriguez-Yanez die Bühne. Er hatte sich von Kollegin Shaki das Lied „Easy to be hard“ geborgt und interpretierte es auf seine Art und Weise mit jeder Menge Gefühl und Soulpower. Gemeinsam mit Marjan sang er dann noch „Lucky“ von Jason Mraz/Colbie Caillait. David begleitete das Lied auf Gitarre und beide waren wirklich süß anzusehen und anzuhören. Eine sehr stimmige Eigenkompostion gab es von Bogdany mit „Es ist die Liebe“, es hätte fast aus einem Musical sein können. Tessa Jill Brockhoff’s übte mit „Gravity“ (Sara Bareilles) auch jede Menge Anziehungskraft auf’s Publikum aus und überzeugte auf ganzer Linie mit dieser ruhigen Nummer. Vielen wird es spanisch vorgekommen sein, was Michael Souschek mit „Chilquin de bachin“ zum Besten gab, kein Wunder sang er doch einen spanischen Titel und das gar nicht einmal so schlecht ;).

Als ein weiterer bejubelter special guest betrat dann Mark Seibert die Bühne. Zunächst schnappte er sich nur eine Gitarre, um Kollegin Obermaier bei ihrem „Hallelujah“ zu begleiten. Wenn man einen ganz speziellen magic moment von diesem Abend hervorheben möchte– hier war er zu hören.

Seibert griff natürlich auch noch selbst zum Mikro und besang mit Barbara und Christopher den „Boulevard of broken dreams“ von Green Day. Als letzten Song vor der Pause gab es „Somewhere only we know“ von einem Quartett, das aus Mark, Marjan, Christian und Barbara bestand. Stefan Konrad trug dann ein kleines Gedicht vor, das er von seiner Klavierlehrerin in sein Stammbuch geschrieben bekommen hatte. Es handelte sich dabei um „Das Göttliche“ von Johann Wolfgang von Goethe. Das Handy verwendete er als Ablesehilfe, was ihm jede Menge Gelächter brachte. Mit „Big black man“ fegte dann Juneoer Mers über die kleine Bühne und hätte am liebsten das Publikum zum mitmachen animiert, was aber aufgrund der beengten Gegebenheiten nicht gut möglich war. Chayenne Lont, ein Blickfang mit toller Stimme bezauberte mit ihrem „Love you I do“ aus „Dreamgirls“. Mit ausgezogenen Schuhen war Souschek bei „Can’t stop“ wahrlich nicht zu stoppen, ausdrucksstark tobte er wie wild herum und der Schweiß floss in Strömen. Als weiterer special guest konnte Ruben Dimitri gewonnen werden. Er präsentierte als erstes mit Barbara einen eigenen Song „Out of my head“ und darauf „Say something“, beide Male harmonierten beide wunderbar und man merkte ihnen an, dass sie gerne zusammen musizierten. Als weiteren Gast durfte man Ariana Schirasi-Fard begrüßen, aktuell Ensemblemitglied am Landestheater Linz und auch in den heimischen Charts mit „Hold“ (Poptracker feat. ArianA) vertreten. Sie lieferte mit „Running“ (James Bay) mit ihrer kräftigen Stimme ein stimmgewaltiges Solo und erntete dafür viel Beifall. Mit viel Gefühl beschwor dann Marjan mit „Autumn leaves“ den Herbst hervor. Beim „Lava Song“ (aus dem Pixar-Kurzfilm „Lava“ und so nennt sich auch der Amstettner Tribe) von Obermaier und Rodriguez-Yanez kamen dann schon fast karibische Gefühle auf. Schuld daran war auch die musikalische Begleitung von Stefan Bischoff auf der Ukulele. Für den eigentlich letzten Song „Let the sunshine“ in versammelten sich alle SängerInnen auf der Bühne und verbreiteten noch einmal so richtig das typische „Hair“-Feeling. Auf dem Spickzettel für den Ablauf stand bei den Zugaben „wirklich nur, wenn gewünscht“, also als wunschlos ließ sich das Publikum wahrlich nicht bezeichnen, denn es forderte natürlich Zugaben und bekam sie auch mit „Hippie life“ und „Good morning starshine“.

Ein sehr stimmungsvoller und besonderer Abend brachte EUR 1.940,– für das Hilfsprojekt ein. Gratulation an die Beteiligten!

Quelle: Andrea Martin

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