Wunder geschehen!, Jan Ammann zu Gast im Wiener Theater Akzent mit Musicalsongs über das Leben und die Liebe

Am 18.9.2017 trat endlich wieder einmal eine der aktuell besten deutschen männlichen Musicalstimmen, dank eines der Sound of music Konzerte, im Theater Akzent im 4. Wiener Gemeindebezirk auf. Jan Ammann hat es leider noch nie länger als für einzelne Konzerte nach Österreich verschlagen und gerade deshalb freuen sich seine Fans, wenn er für eine Stippvisite nach Wien kommt. 2016 brachte er seine CD „Wunder geschehen“ heraus. Die aktuelle Tour von ihm trägt denselben Namen und neben einigen Songs aus dieser CD hat er natürlich noch jede Menge anderer Highlights im Gepäck. Gleich dreifache stimmliche Unterstützung hatte er sich mitgebracht. Maya Hakvoort, Eva Rades und Dennis Henschel unterstützten ihn bei Duetten, hatten aber auch jede Menge Soloauftritte. Eine 5köpfige Band, u.a. mit der Lady am Klavier Marina Komissartchik, sorgte für eine perfekte musikalische Untermalung. Besonders hervorzuheben Vasile Darnea an der Geige. Er sorgte bei einem Großteil der Songs für ganz spezielle Momente und gab den Liedern einen neuen Klang. Großes Lob auch an das Lichtdesign, dass die Scheinwerfer alle Stückerln spielen ließ.

Oft werden Highlights erst gegen Ende dem Publikum präsentiert. Mit dem „Elisabeth“ Block wurden in jedem Fall schon einige gleich am Anfang präsentiert. In „Kein Kommen ohne gehen“ heißt es „… soll deine Seele mich berühren“, Jan hat es sicher mehr als einmal während des Abends geschafft das Publikum zu berühren, das merkte man an den unmittelbaren Reaktionen nach einigen Titeln. Ein „Elisabeth-must-sing“ kam natürlich von „der Kaiserin“ Maya Hakvoort, ihre Stimme und ein schönes Geigenintermezzo sorgten für viel Beifall. Ammann und Henschel befanden dann, dass die Schatten länger werden mussten, wobei Jan als Tod natürlich die Oberhand behielt, so wie es sein soll. Ammann fungierte zwischen den Blöcken auch als Moderator und gab an, gerne authentisch sein zu wollen. Dass jeder einmal crazy und dann wieder normal ist, spiegelte sich im nächsten Block wieder. Nenas „Leuchtturm machte Jan mit seiner unverwechselbaren Stimme mit viel Sehnsucht darin zu seinem eigenen, während man Maya am liebsten gleich einen Berg bei „Mir fehl’n die Berge“ auf die Bühne gezaubert hätte. Dieses Lied und „Superboy und seine Schwester aus Glas“ (Eva Rades) stammten aus „Next to normal“, worin beide Sängerinnen nächstes Jahr auch in Wiener Neustadt auftreten werden. Von einem rockigen Titel ging es in einen melancholischen über. „Wo sind die Clowns“ von Jan und Maya leitete einen ruhigeren Block ein. Da Ammann einige Zeit in Los Angeles gelebt, dort viele Erfahrungen sammeln konnte, an denen er gewachsen ist und erfahren hat, was es heißt, ein Europäer zu sein, hatte er sich für einige Songs aus dem erfolgreichen Film „La La Land“ entschieden. Hand in Hand betragen Hakvoort und Ammann die Bühne und es gab eine deutsche (!) Version von „City of stars“ zu hören. Die Übersetzung mit dem Titel „Glitzernde Stadt“ war sehr stimmig und gesanglich natürlich um einiges besser als von den Protagonisten auf der Leinwand. Auch „The fools who dream“ wurde übersetzt in „Verrückt wie sie“ und man konnte sich nur wundern, was für eine Kraft aus der zierlichen Eve Rades kam. Henschel wollte bei seinem „Start a fire“ Stimmung und die bekam er, nachdem Maya fordernd zum Publikum meinte „schauen wir, was ihr könnt“, vor allem bei Eve, die mit Maya den Background gab, sprühten die Funken des Feuers in ihrer Stimme. 2017 hatte für Jan Ammann bis jetzt viel parat und humorig erzählte er u.a. eine Anekdote betreffend der etwas zu kurz geratenen Probezeit zu „Ludwig²“ in Füssen. Auch gab es einen musikalischen Ausflug dorthin, was dem Publikum gefiel, zumal Füssen ja nicht gerade um die Ecke für einen Wiener ist. Vor allem beim letzten Song des ersten Teils „Kalte Sterne“ sorgte er für Gänsehaut, was bei einem unbekannteren Titel schon sehr bezeichnend ist.

Der zweite Teil wurde mit „Totale Finsternis“ aus „Tanz der Vampire“ eingeleitet, wobei Eve seine Sarah gab und die obligatorische Knabberei am Hals inbegriffen war. Danach hielt das Publikum nichts mehr auf den Sitzen und es jubelte beiden lautstark entgegen. Ein sehr starkes Duett lieferte Jan mit Dennis bei „Der einfache Weg“. Ammann hat auch seine Liebe zu Udo Jürgens Liedern entdeckt und so fanden sich gleich drei im entsprechenden Block. Das ruhige „Vater und Sohn“ war ebenso vertreten wie „Immer wieder geht die Sonne auf“ als Duett Rades/Henschel. Beide harmonierten sehr gut miteinander. Sie schafften es zwar nicht die Sonne aufgehen zu lassen, wohl aber viele Herzen. Mit gleich acht Songs war der Block rund um das Musical „Rebecca“ der längste. Ammann interpretierte „Zauberhaft natürlich“, was es in Wien noch nicht gegeben hatte, Rades sang im unschuldigen weißen Kleid ein kräftiges „Zeit in einer Flasche“ und natürlich trat Maya als böse Mrs. Danvers in schwarzem Kleid mit „Rebecca“ auf. Henschel überzeugte bei „Eine Hand wäscht die andere Hand“ und nach Jans Solo „Kein Lächeln war je so kalt“ erhob sich wieder der ganze Saal.

Natürlich gab es für das begeisterte Publikum noch eine Zugabe. Alle sangen gemeinsam „Wunder gescheh’n“ aus „Das Wunder von Bern“. Bei der Zugabe sind mit „alle gemeinsam“ die Sänger und das Publikum gemeint, denn in der Pause wurden Zettelchen mit dem Text verteilt und um kräftiges Mitmachen ersucht, was auch ganz gut klappte.

Ein stimmungsvoller Abend war zu Ende, aber die Sänger nahmen sich danach bei der Bühnentür noch ausgiebig Zeit für ihre Fans, machten Selfies, schrieben fleissig Autogramme und alle hatten sogar einen Stoß Autogrammkarten dabei. Das ließ natürlich jedes Fanherz höherschlagen.

Wer von Jan Ammann nicht genug bekommen kann, dem sei der nächste „Sound of music“ Konzerttermin am 23.10. im Theater Akzent wärmstens ans Herz gelegt. Dann wird man ihn, gemeinsam mit Roberta Valentini, Kerstin Ibald und Florian Peters bei „Michael Kunze – A musical tribute“ erleben dürfen. Karten sind noch genügend vorhanden (www.akzent.at)

Quelle: Andrea Martin

 

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