Am 10.10.2017 ging in der Wiener Stadthalle die „Hollywood Dreams“ Tour zu Ende

Ein ganzes Monat lang (von 11.9. bis 10.10.2017) waren die Superstars des Musicals mit der Tour „Hollywood Dreams“ in Deutschland, Schweiz und Österreich unterwegs. Semmel Concerts und Sound of Music (in Wien in Zusammenarbeit mit LS Konzerte) hatten eine tolle Produktion auf die Beine gestellt, bei der das Publikum auf eine musikalische Reise nach Hollywood mitgenommen wurde. Viele Filme wurden auch aufgrund ihrer Musik unvergessen, man erinnere sich an die vielen Disneyfilme oder „Bodyguard“, die Tanzfilme wie „Dirty Dancing“, „Footloose“, „Grease“ oder „Flashdance“. Aber auch Komödien, Dramen, Fantasyfilme… was wären sie alle ohne den Zauber der Musik gewesen. Viele Titel hört man oft im Radio, dass diese aber eigentlich aus einem Film sind, ist nicht immer bekannt und so wurde man auch in dieser Show bei dem ein oder anderen Titel überrascht. Man hat ihn schon mal gehört, aber den zugehörigen Film vielleicht noch nicht gesehen. Fünf Stars der Musicalszene, Pia Douwes, Sabrina Weckerlin, Alexander Klaws, Andreas Bieber und Mark Seibert wurden engagiert und zeigten eindrücklich, dass sie nicht nur gerne im Rahmen eines Musicals auf der Bühne stehen, sondern auch gerne mal das ein oder andere neue ausprobieren. Begleitet wurden die fünf Starsolisten von einer Liveband unter der Leitung von Mario Stork. Das Konzept und die Regie lag in den Händen von Andreas Luketa, der im musicalischen Showbereich mit seinen „Sound of music“ Shows schon lange kein Unbekannter mehr ist. Wir durften uns die finale Show in Wien ansehen und durften einen kleinen Hauch von Hollywood atmen.

Andreas Bieber begrüßte das Publikum zu Anfang gleich mit einem flotten „Servas Wien!“ und freute sich endlich wieder einmal hier zu sein. „Don’t you forget about me“ aus „The Breakfast Club“ baten dann alle gemeinsam und wer würde diesen Abend vergessen, wohl so schnell niemand. „Die Reifeprüfung“ legten Mark und Alexander bei einem harmonischen Männerduett ab und bestanden natürlich. Andreas füllte mit seiner speziellen Stimmfarbe die große Halle mit dem wunderschönen Titel „Bright Eyes“ („Watership down“) und sorgte für Gänsehaut. Dann folgte ein großer „Grease“-Block. Weckerlin hat jetzt nicht die typische „Sandy-Stimme“, aber sie gab „Hopelessly devoted to you“ einen interessanten neuen touch. Andreas Bieber schmachtete mit Lederjacke sein „Sandy“. Vor vielen vielen Jahren war er in dieser Rolle in Wien zu sehen und sind wir ehrlich, die Jacke sitzt noch immer und er hat nichts vom Dannycharme verloren. Auch Pia Douwes spielte damals in derselben Produktion und fand auch in dieser Show „There are worse things I could do“. Bei einem Mix aus „We go together“ und „You’re the one that I want“ ging das Publikum schon perfekt mit. Sabrina Weckerlin stellte sich Wien vor, da sie dachte, dass sie hier niemand kennen würde. Falsch gedacht, ihr guter Ruf ist von Deutschland auch schon nach Österreich gedrungen und das Publikum freute sich, sie endlich einmal auch in Österreich sehen und vor allem auch hören zu dürfen. Sie gestand, dass sie Disneyfilme sehr gerne hat und sorgte mit ihrer „Luftanhalte“-Anekdote à la Arielle für Lacher. Somit wurde auch schon der nächste Block, der sich den Disneyfilmen widmete eingeläutet. Bei „Das Farbenspiel des Winds“ von Pia Douwes konnte der Saal nicht groß genug sein, mit ihrer starken Stimme drang sie bis in den letzten Winkel vor und füllte die Halle. Mit „Are you ready for some seafood?“ begrüßte Bieber im blauen Sakko die Anwesenden und versuchte sich als Krabbe an dem Song „Under the sea“. Sogar Marina Komissartchik, die Lady am Klavier konnte er zu einem Popowackler animieren, was für Lacher sorgte. Weckerlin durfte dann ihren Disneylieblingscharakter Elsa verkörpern und ein unglaublich kräftiges „Let it go“ zum Besten geben. Bei ihr stimmte alles, die leisen Töne bis hin zu den starken, kräftigen. Kalt wurde es einem auch, aber es war eine angenehme Kälte, da Gänsehautschauer über den Rücken liefen. Auch „What a feeling“ aus „Flashdance“ passte gut zu ihr. In dem Song heißt es „…I am rhythm…“. Sabrina hatte den Rhythmus wirklich für sich gepachtet. Powerfrau, Powerstimme, Powersong! Mehr geht nicht. Ruhiger ging es dann mit „Against all odds“ aus dem gleichnamigen Film mit Alexander Klaws zu. In lässigen Klamotten entfachte dann Mark Seibert „St. Elmo’s fire“. Das rockige stand ihm sehr gut und er ging ordentlich ab. Die „Never Ending Story“ wurde dann von Andreas Bieber besungen und sein Fuchurruf nach Atreju bekam einen Zwischenbeifall. Dem Tanzfilm „Saturday Night Fever“ wurde mehrere Songs gewidmet. Vor allem bei „Night Fever“ überraschte Klaws mit tollen Tönen.

Zu Beginn des zweiten Teils bekam das Publikum bei Alexander kein blaues Auge zu sehen, aber das „Eye of the tiger“ zu hören. Alles andere als stocksteif präsentierte er den Song und sprang am Ende sogar vom Podest, auf dem die Band zu finden war.

Einen großen Aufritt legte Pia Douwes mit „Wind beneath my wings“ hin. Dieses Lied widmete sie einem Freund, der nicht mehr unter uns weilt. Seinerzeit hatte Kevin Bacons Hüftschwung Pia schlaflose Nächte bereitet, jetzt ist es der von Mark. Und sie hatte nicht zuviel versprochen, seine Beine standen bei „Footloose“ wirklich nicht still und am Ende überraschte er sogar mit einer kleinen Schraube. Bei „Who wants to live forever“, einer Hommage an den „Highlander“, kam dank der wunderbaren stimmlichen Harmonie zwischen Sabrina und Alexander eine einmalige Stimmung auf, beide überzeugten mit toller Stimme und lieferten Töne, die ihresgleichen suchten. Als die ersten Klänge von „Time of my life“ erklangen, ging ein „ohhh“ durch die Reihen, der Film um Baby und Johnny bleibt einfach unvergessen. Auch als Pia bei Mark einen kleinen Anrang für den Sprung machte, aber noch rechtzeitig stoppte, war ein süßer Moment an dem Abend. An Bryan Adams versuchte sich Seibert bei „Everything I do“ und es gab sicher die ein oder andere, die gerne mit „you“ in dem Lied gemeint gewesen wäre. Mit „Sie sieht mich nicht“ aus „Asterix und Obelix gegen Caesar“ hatte sich auch ein deutschsprachiges Lied in das Programm verirrt. Interpret Andreas Bieber musste wahrlich keine Angst haben, dass ihn niemand sah oder gar hörte, weil er das so schön und mit viel Gefühl machte. Das Finale bestritten alle gemeinsam mit „My heart will go on“ aus „Titanic“, bei dem alle eigene Gesangsparts hatten und ein tolles Arrangement für das Quintett, sogar mit „Bugformation“ sangen.

Dass das Publikum noch nicht genug hatte, bewies der Beifall und es gab natürlich mit „Fame“ und „You light up my life“ zwei weitere Zugaben. Da einer der Musiker das Geburtstagskind des Abends war, bekam er sogar noch auf der Bühne ein Ständchen gesungen. Ein schönes Finale einer ereignisreichen Tour ging in Wien zu Ende und bei den Sängern schwang natürlich ein wenig Wehmut beim Abschied mit, aber wer weiß, vielleicht sind die „Hollywood Dreams“ noch nicht ausgeträumt und es gibt eine Wiederaufnahme. Zur Freude der Fans gab es dann noch im Foyer der Halle (allerdings nur für die, die es entweder wussten, erahnten oder hofften) eine kleine Autogrammrunde, bei dem die fünf alle stoßweise Karten dabei hatten und sie bereitwillig auch verteilten und auch nette Worte mit den Fans wechselten. Das war auch noch ein schöner Abschluss für die Fans, denn wer möchte nicht gerne den Stars hautnahe begegnen?

Quelle: Andrea Martin

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