Musical Box, das „Wünsch dir was“ Programm im Theater 82er Haus in Gablitz bei Wien

Leider nur an drei Tagen stand das allseits beliebte Programm „Musical Box“ am Spielplan des Theater 82er Haus im niederösterreichischen Gablitz. Jeder der vier SängerInnen (Antje Kohler, Megan Crain, Bettina Bogdany und Markus Richter) hatten ein vielschichtiges Repertoire an Songs und das Publikum durfte vor Showbeginn sich von jedem Sänger einen wünschen und auf einem Zettel ankreuzen. Wurde dieser dann während des Abends gezogen, wurde der Song demjenigen gewidmet. Somit wussten weder die Interpreten, noch Jürgen Tauber, der am Klavier begleitete noch das Publikum, was auf sie zukam. Rein theoretisch hätte man alle drei Vorstellungen somit besuchen können und hätte unter Umständen immer ein anderes Programm serviert bekommen. Abschreiben war somit nicht sinnvoll, denn was nützt ein Song, der schon dran war?

Als Einstieg gab es von allen vier „I’ll be there for you“ von „The Rembrandts“ somit war eindeutig wem die SängerInnen die Songauswahl widmen wollten, dem Publikum.

Mit ihrem selbstgeschriebenen Song „Gone“ und einer witzigen Geschichte rund um ihr erstes „gefundenes“ Keyboard durfte sich Megan Crain vorstellen. Sie begleitete sich selbst am Klavier und präsentierte ein unglaubliches Stimmvolumen mit leichtem Gospeltouch. Gottseidank fing der Abend erst an und sie war nicht gleich „Gone“. Auch Antje Kohler durfte zuerst ein selbst ausgesuchtes Lied singen. Es war „Hold on“ aus „The Secret Garden“, welches sie bei ihrer ersten Musicalaudition gesungen hatte. Sie hatte die Rolle damals auch bekommen und somit ist der Titel für sie auf jeden Fall mit positiven Erinnerungen verbunden.

Nach dem Motto „ihr Wunsch ist uns Befehl“ wurde dann abwechselnd für das Quartett aus einer großen Box gezogen. Markus Richter startete und sein erster Titel war „Gente di Mare“. Viele Stammgäste des Theater 82er Haus verbinden damit das seinerzeitige „Best of Song Contest“, wo das Publikum seinen Lieblingssong küren durfte und dieser immer gewonnen hatte. Bettina Bogdany war die nächste und powerte bei „Think“ von Aretha Franklin ordentlich los, während Jürgen Tauber in die Tasten haute. Passend zu ihrem eigenen rothaarigen Look interpretierte Crain aus „Arielle, die Meerjungfrau „Part of your world“, bei dem sie sowohl stimmlich als auch mit kleinen Gesten in die Rolle schlüpfte. Von Kohler wünschte man sich aus „Mozart!“ „Irgendwo wird immer getanzt“. Eine Textzeile im Lied lautet: „…und es wäre doch zu schad einen Spaß zu versäumen“. Gottseidank musste das Publikum diesen Song nicht versäumen. Ein außergewöhnliches Duett von Bogdany und Richter folgte mit „Wenn ich tanzen will“ aus „Elisabeth“. Bettina hatte in der Stimme und im Ausdruck eine gewisse schnippische Art und zeigte damit dem Tod, wo es lang ging. Danke an den Wünschenden, das war wirklich eine gelungene Interpretation. Auch von Bogdany gab es eine kleine Anekdote zu dem Musical zu hören, da sie bereits mitgespielt hatte und sich an ein kleines Sprachenhoppala (deutsch wurde plötzlich zu flämisch) erinnerte und für Lacher sorgte. Crains „The Winner takes it all“ begann mit „I don’t want to talk“… das Publikum mochte es schon, wenn sie sprach, da sie einen entzückenden amerikanischen Akzent hatte und auch gesanglich ließ sie keine Wünsche offen und erntete stets großen Beifall. Antje Kohler erfüllte den nächsten Musikwunsch an sie gemeinsam mit Gesangspartner Markus Richter, der nur fragen musste „soll ich dir den Cocker machen?“ und alle wussten, welches Lied nun kommen würde, nämlich „Up where we belong“. Ein von den SängerInnen selbst gewähltes „Seasons of love“ aus „Rent“ beendete den ersten Teil. Bei Richters Interpretation von Billy Joels „Piano man“ ging es ruhig zu, während Bettina ihrer „Fastnamensvetterin“ Tina Turner mit „Simply the best“ alle Ehre machte. Im zweiten Teil durften sich die Darsteller auch untereinander etwas wünschen. Richter und Bogdany schufen mit einem kleinen smalltalk den perfekten Übergang zu „The girl in 14g“. In dem Song ging es darum, dass man es nicht immer nur mit leisen Nachbarn zu tun hat und Bogdany zeigte gekonnt ihren ganzen Stimmumfang, den man sich so nie erwartet hätte. Opernhafte Töne im Theater 82er Haus sind etwas Besonderes und man konnte nur so staunen. Ein Lied aus seiner „Jugend“ durfte dann Markus Richter für Antje Kohler performen, die sich „Any dream will do“ aus „Joseph“ wünschte. Die Titelrolle in dem Stück hatte Richter seinerzeit gespielt und Kohler hatte ihn damals gesehen und somit verband sie eine gemeinsame Erinnerung daran. Dann ging es mit den Publikumswünschen weiter und Bogdany überraschte mit einer ganz speziellen dreisprachigen (englisch, deutsch, holländisch) von „Memory“ aus „Cats“, bei dem sie auf Zuruf in die jeweils andere Sprache wechselte. Hut ab, eine tolle Leistung. Dank Megan Crains „I’m so excited“ kam Partystimmung auf und Bogdany huschte sogar kurz zu Tauber ans Klavier und sie machten eine kleine vierhändige Einlage. „What the world needs now“ erfuhr man dann in einer stimmungsvollen Version von Antje Kohler und nach „Copacabana“ von Richter war das offizielle Wunschprogramm schon wieder zu Ende. Als Zugabe folgte ein tolles Arrangement von drei Andrew Lloyd Webber Songs aus drei verschiedenen Musicals. „Love changes everything“, „Unexpected Song“ und „I don’t know how to love him“ wurden auf gekonnte Art ineinander verwoben und klar wirklich sehr stimmig. Als wirklich allerletzte Zugabe, das Publikum wollte einfach noch nicht nachhause gehen, gab es noch „That’s what friends are for“. Ein schöner Abend ging für alle zu Ende und viele freuen sich schon jetzt auf das kommende Weihnachtsprogramm „Sound of Christmas“, das dieses Jahr ins 23. Spieljahr geht.

Quelle: Andrea Martin

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