Wer ist…. Hanna Kastner ?

Die 29jährige Hanna Kastner ist vor allem vielen Salzburger Theaterbesuchern ein Begriff, da sie seit nunmehr sieben Jahren am Salzburger Landestheater engagiert ist. Dort hatte sie schon in den verschiedensten Produktionen („Sound of music“, „Annie“, „Im weißen Rössl“, „Spamalot“…) die unterschiedlichsten Rollen verkörpert. Zuletzt in Wien zu sehen war sie in der Tourneeproduktion von „The Addams Family“, wo sie die Wednesday spielte.

Schon als Kind hat Klein-Hanna sehr gern getanzt und gesungen und ihr war schon früh klar, wohin ihr Weg führen soll – auf die Bühne. Nach der Matura zog es sie nach Wien, wo sie eine Gesangs-, Tanz und Schauspielausbildung an den Performing Arts Studios (nunmehr: Performing Center Austria) erhielt. Ihre Bühnenreifeprüfung der Paritätischen Kommission Wien legte sie 2009 ab. Seitdem ist es ihr gelungen ihren Traum zu leben und in jeder Rolle das Publikum zu begeistern.
Wenn wir mit Hanna an ihre Wendla in „Frühlingserwachen“ (Wien, Ronacher, 2009) zurückdenken, dann wird es ein klein wenig sentimental. Hanna ist sehr dankbar, dass sie diese Erfahrung machen durfte und möchte diese Produktion in ihrem Leben nicht missen, da sie etwas ganz Besonderes war. Auch wenn „Frühlingserwachen“ nicht ihre erste Produktion in Wien war (das war „Krawutzi Kaputzi“ im Kabarett Simpl, wo sie die Minki gab), so war sie rückblickend mit Sicherheit wichtig für ihre weitere Laufbahn.

Seit 2011 ist sie am Salzburger Landestheater engagiert. Kastner gibt zu „Ich kannte „Sound of music“ gar nicht wirklich, wusste nur, dass es da ein 16jähriges Mädchen gibt, auf das ich eventuell passen könnte und hab mich daraufhin beworben. Dass ich nun nach sieben Jahren immer noch in Salzburg spielen darf, hätte ich damals bei der Audition niemals gedacht.“ Sehr dankbar für diese große Chance, die ihr geboten wurde, ist sie dem ehemaligen Operndirektor Andreas Gergen und auch dem Intendanten Carl Philip von Maldeghem. Sicherheit ist in jedem, aber vor allem im Showbusiness sehr wichtig und somit brachte es für die junge Künstlerin sehr viele Vorteile, in jeder neuen Saison wieder mit einer schönen Rolle bedacht zu werden und viele neue Dinge ausprobieren zu dürfen. Zu diesen gehören u.a. zwei Stücke im reinen Sprechtheater („Wir sind keine Barbaren“, „Der nackte Wahnsinn“) oder ein Solo Stück („Heute Abend:Lola Blau“). Somit lieferte Kastner auch schon das perfekte Stichwort, denn wir wollten auch noch von ihr wissen, ob sie lieber in einem Ensemble oder allein auf der Bühne steht. Die junge Künstlerin gibt offen und ehrlich zu, dass alles seine Vor- und Nachteile, aber jede Aufgabe auch etwas Schönes an sich hat.

Als Beispiel führt sie ihr Engagement in “Der Besuch der alten Dame” an, im Ensemble mit zwei Covers wurde ihr perfekte Abwechslung geboten.Die Zeit im harmonischen Ensemble und mit einer tollen Gruppe, wo sich alle gut verstanden haben, hat sie sehr genossen. Auch an Wendla und Wednesday denkt sie gern zurück. Ganz besonders beginnen die Augen aber zu leuchten, wenn sie an ihr Solostück „Heute Abend:Lola Blau“ zurückdenkt. Kastner glaubt, dass sie noch nie in ihrem Leben so glücklich auf der Bühne war, wie bei diesem Stück. Auf die Frage warum, gab sie folgende Auskunft: „Du bist ganz auf dich allein gestellt, hast keine Zeit abzugehen, du musst nicht backstage auf den nächsten Auftritt warten und hast daher keine Sekunde Zeit, dich mit irgendetwas anderem zu beschäftigen. Dadurch bist du selbst so in der Geschichte drin, das ist wirklich eine unbeschreibliche Erfahrung. Ich war davor immer unheimlich aufgeregt und fünf Minuten vor Beginn hätte ich mir manchmal den ein oder anderen Kollegen dazu gewünscht, aber wenn es losging, lief es und ich hab es so sehr genossen, diese Geschichte zu erzählen und immer wieder aufs Neue intensiv zu erleben.“ Dass sie für das Stück gebrannt hat, ist einfach zu spüren. Genau so muss es sein, wenn die Leidenschaft für den Beruf von einem Besitz ergriffen hat.
Dass Hanna neben ihrem Engagement in Salzburg auch noch Zeit für „Ausflüge“ in andere Häuser hatte, verschönerte ihren Alltag und machte ihn sehr vielfältig. So führte sie eine Sommerproduktion in das wunderschöne Thun in der Schweiz, die Tour mit der „Addams Family“ auf diverse andere Bühnen und mit „Nonnsens“ trat sie sogar in den Kammerspielen der Josefstadt in Wien auf. Aktuell unterstützt sie als festes Mitglied am Linzer Landestheater in der Saison 2017/18 das Ensemble und da sie gebürtige Linzerin ist, ist die Freude sehr groß einmal in der Heimat spielen zu können, jede Menge großartige Dinge erleben und ein Teil eines neuen Teams sein zu dürfen. Salzburg wendet sie aber nicht ganz den Rücken zu. Kastner verrät: „Einen klitzekleinen Mini-Ausflug nach Salzburg gibt es ja noch, für eine Handvoll „Sound of Music“ Shows. Da freue ich mich auch darauf, da Salzburg doch eine Art zweites Zuhause für mich geworden ist.“

Kastners erste Show in Linz ist „Hairspray“, wo sie die Amber van Tussle spielt, die das komplette Gegenteil von der Person Hanna Kastner zu sein scheint. Ob man mit dieser Annahme richtig liegt? Hanna meinte daraufhin, dass Amber nicht das komplette Gegenteil von ihr ist „In jedem Mensch steckt doch ein bisschen Zicke, ein bisschen Diva und ein bisschen Tussi, es ist nur die Frage, ob man das als höflicher Mensch herauslässt.“ Für Hanna Kastner ist es sehr wichtig eine eigene Meinung zu haben, diese auch kund zu tun, wohlgemerkt aber immer mit Respekt anderen gegenüber. Sowohl im beruflichen, als auch privaten Bereich findet sie sinnloses Herumzicken und Arroganz unnötig. Das Proben für diese Rolle hat ihr sehr viel Spaß gemacht und zusammen mit ihrer Kollegin und Bühnen-Mutter Anaïs Lueken genießt sie das Böse-sein sehr 🙂 Privat ist sie ganz eine Liebe, setzt sich gerne für andere ein und ermutigt auch ihre Mitmenschen, wenn sie ungerecht behandelt werden, sich nicht alles gefallen zu lassen und ihre Meinung zu sagen.

Amber hat ja so ihre Probleme zu akzeptieren, dass alle Menschen etwas wert sind und macht auch ihre Abneigung gegen Farbige deutlich. Wie schafft es die Musicaldarstellerin die Amber so richtig biestig werden zu lassen und glaubwürdig rüber zu bringen?

„Rassismus ist für mich persönlich nicht nachvollziehbar und völlig intolerabel. Anfangs kam es mir total absurd vor „Ekel“ oder „Unbehagen“ zu spielen, so wie es das Buch vorschreibt, irgendwie war es mir auch unangenehm den Kollegen gegenüber. Als Beispiel kann ich die Szene nennen, in der Amber in Mrs. Motormouths Plattenladen reinplatzt, in dem gerade eine Party der „Schwarzen“ stattfindet. Aber so ist das Stück nunmal geschrieben und es zeigt ja auch nur auf, wie aktuell die Thematik leider immer noch ist.“ Das ist eben die Herausforderung für einen Darsteller, auch in Rollen zu schlüpfen, die der eigenen Person nicht so ganz entsprechen. Wir konnten uns selbst überzeugen, Hanna machte ihre Sache ganz toll.

Die Rolle der Amber weist doch Unterschiede zu ihren bisherigen Rollen, da es auffällt, dass Hanna sehr gerne als die „junge Verliebte“ besetzt wird. Für sie selbst ist das aber weder negativ noch langweilig, da es in dieser Rubrik tolle Rollen gibt, die viele schöne Sachen zu singen haben. Als außergewöhnlich Verliebte nennt sie die Wednesday aus „Die Addams Family“, die eine eigene, spezielle Persönlichkeit hat, aber eben auch verliebt ist.

Wir wollten von Hanna Kastner auch wissen, ob in ihren Rollen immer etwas von ihr selbst enthalten ist und ob es manchmal schwierig ist, sich in einen Charakter hineinzuversetzen. Kastner stellte klar, dass es für sie sehr wichtig ist, eine Rolle möglichst authentisch zu verkörpern und sie ist auch der Meinung, dass in jedem von ihr dargestellten Charakter ein kleines bisschen Hanna miteinfließt. Natürlich ist es einfach für sie Rollen darzustellen, die der eigenen Persönlichkeit näher sind, da sie einem leichter und schneller von der Hand gehen. Spannender findet sie allerdings die Tatsache, wenn sie in jemanden hineinschlüpfen darf, der einem selbst gar nicht entspricht. „In „Wir sind keine Barbaren“ z.B. habe ich eine Fitnesstrainerin gespielt, die einerseits viel mit mir gemeinsam hatte, ich konnte also viel von mir mit reinpacken, politisch aber ziemlich krasse Ansichten hatte, mit denen konnte ich mich absolut nicht identifizieren. Aber das dann trotzdem authentisch rüberzubringen, ist total spannend und macht richtig Spaß.“

Natürlich wollen wir auch noch wissen, was Hanna Kastner noch so vorhat und haben sie gefragt, wo sie sich in 10 Jahren sieht. Genau wollte sie sich nicht festlegen, da sie die Dinge gern auf sich zukommen lässt. Auf jeden Fall hofft sie natürlich, dass es so wie in den letzten Jahren weitergeht, wo sie so viele wunderbare Sachen erleben und mit tollen Leuten zusammenarbeiten durfte. „Es gibt noch so viele schöne Rollen, die ich gern spielen möchte und ich bin gespannt, was das Schicksal für mich bereithält.“

Die Standardfrage zum Schluss:
Wenn du dich mit drei Emojis beschreiben müsstest, welche wären das?


Der ist mein Lieblings-Emoticon und ich verwende es am häufigsten.


Die “feiernden” Hände verwende ich auch gern, weil ich ein Optimist bin und das Leben feiere, sowohl mein eigenes als auch das der Menschen um mich rum.


Und die Läuferin, weil Sport neben dem Theater meine große Leidenschaft ist.

Vielen Dank an Hanna Kastner und weiterhin viel Erfolg im beruflichen und privaten Leben!

Quelle: Andrea Martin

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