Swingende Entertainer mit einer ordentlichen Portion Humor, das sind „The Gentlemen of Swing“, Novomatic Forum in Wien, 30.10.2017

Seit 2016 sind Ramesh Nair und Lukas Perman zu zweit unterwegs und das sehr erfolgreich. Beide sind seit Jahren befreundet und beide stehen u.a. auch auf Swingmusik. Was lag da näher als ein gemeinsames Programm auf die Beine zu stellen? Da sie aber nicht nur singen wollten, wurde es im Endeffekt ein Swingprogramm mit Comedyelementen (Autor und Regisseur: Andy Hallwaxx), das überall sehr gut ankommt, was vor allem dem Charme der beiden zu verdanken ist und dieser macht ja u.a. auch den perfekten Gentleman aus.

Am 30.10.2017 traten die zwei im Novomatic Forum (www.novomaticforum.com) auf, welches sich vis-a-vis der Secession im ersten Bezirk befindet. Seit einem Umbau im Jahr 2009 steht das Jugendstil-Gebäude auch als Veranstaltungslocation z.B. für Modeschauen, Ausstellungen, Konferenzen uvam. zur Verfügung.

Für die swingenden Gentlemen wurde der Festsaal mit Theaterbestuhlung versehen, seitlich gab es aber auch Tische mit Hockern. Sobald die beiden die Bühne betraten, verteilte Ramesh auch schon in alle Richtungen Komplimente. „Hübsch seid’s ihr“ hörten natürlich alle gern.

Das erklärte Ziel war es, als die ehrlichsten Entertainer vor allem die Herzen des Publikums zu erobern. Wobei das Wort „ehrlich“ bald mit mehr als einem Augenzwinkern zu sehen war. Mit „Bad bad Leroy Brown“ wurde der Abend eröffnet und dass die beiden auch kleine bad boys sein können, erfuhr das Publikum im Lauf des Abends, manche sogar am eigenen Leib. „Me and my shadow“ hieß ein weiterer Titel, der von beiden gemeinsam gesungen wurde, wobei niemand während des ganzen Abends der Schatten des anderen war. Jeder spielte seine ihm zugeordnete Rolle und beide eroberten auf unterschiedliche Art die Herzen der Gäste.
Von Ramesh Nair erfuhr man so einiges während des Abends über seine Familie, mit welchem Wahrheitsgehalt, das weiß vermutlich nur Ramesh selbst bzw. konnte man es erahnen, dass nicht alles so ernst gemeint war.
So erzählte er, wie er das Tanzen erlernt hatte (Stichwort sechs Brüder und ein WC) und wie seine Mutter seinen Vater kennenlernte, was zu „Come fly with me“ mit schönen Flugzeugeinblendungen im Hintergrund führte. Während Ramesh über „sein“ Leben philosophierte läutete ganz „atemlos“ das Handy von Lukas und seine Mutter war am anderen Ende, sodass er fast seinen Bühnenpartner vergaß. Ramesh wollte Lukas auch zu einer theatralischen Lebensgeschichte animieren. Schlussendlich ließ sich dieser breitschlagen und erzählte eine haarsträubende Story, bei der man sich das Lachen nicht verkneifen konnte und die, oh Wunder, wieder zum nächsten Song „Moon River“ führte, bei dem er auch seine Pfeifkünste unter Beweis stellte. „Ehrlichkeit“ ist ein großes Thema im Programm und vor allem Nair hat i.S. Geldbeschaffung seine eigene Interpretation davon. Auch wenn „The lady a is tramp“, befand Nair „Frau’n regier’n die Welt“ und ging der Frage auf den Grund, was wichtiger ist, Frauen oder Geld, wobei so ganz konnte die Frage während des Programms nicht geklärt werden. Bei „Puttin‘ on the Ritz“ zeigte Ramesh Nair, wo der Bär steppt, obwohl seine Darbietung alles andere als tapsig ausfiel. Im Gegensatz zu Lukas, der sich auch am Tanzen versuchte, aber auch am Schuhplatteln scheiterte. Da sich Ramesh im Programm als Frauenheld darstellte, wollte Lukas so wie er sein und himmelte ihn als sein Vorbild an. Und welches Lied passte hier besser als „I wanna be like you“? Sehr humorig wurde diese Einlage, da Lukas bis dahin etwas unordentlich aussah, sein Hemd hing aus der Hose, die Krawatte war nachlässig gebunden, das Sakko fehlte und die Haare waren wirr. Ramesh nahm jetzt das Styling in seine Hände. Das Hemd verschwand in der Hose, ein Sakko wurde angezogen und Ramesh kämmte ihm auf Teufel komm raus einen flachen Seitenscheitel. Danach wollte er ihm auch noch das richtige Benehmen beibringen, das ihm mehr Anerkennung in der Frauenwelt bringen sollte. Hier gab es auch eine kleine „Küss die Hand“ Interaktion mit dem Publikum.

Zwischendurch streute Ramesh immer Weisheiten, die ihm sein Vater mit auf den Weg gegeben hatte. Diese tauchten immer wieder auf und das Publikum musste schon grinsen, wenn Ramesh nur ans Mikro trat und seinen Zeigefinger hob. Das war das trügerische Zeichen für eine weitere Weisheit, die es in sich hatten wie z.B. „Egal, wie tief du schläfst, Albert schläft wie ein Stein“. Manche waren es natürlich auch Sickerwitze, wo es ein wenig dauerte, aber diese Sager waren schon ein Hit während der Show. Aufgrund Lukas übereifriger Publikumsanimation bei „Just a gigolo“ war Ramesh etwas ungehalten, da er ihm kurz zuvor noch etwas ganz Anderes beigebracht hatte. Da kam natürlich ein Anruf von Lukas Mutter zurecht, bei dem sich dieser über seinen Bühnenpartner beschwerte. Wenn die beiden dann plötzlich auf der Bühne noch einen kleinen ungeplanten Lachanfall bekommen und sich dann wieder zusammenreißen müssen, um „geplante“ Scherze zu machen, dann amüsierte das das Publikum natürlich auch sehr. Um dann herauszufinden, wer der bessere „Geldverdiener“ ist, schlossen sie eine Wette ab und wollten den Damen im Publikum Geld abluchsen. Ein potentielles Opfer war bald gefunden und dieses wurde abwechselnd von Lukas („Gö du mogst mi“) und Ramesh („You are so beautiful“) angeschmachtet, Körperkontakt inklusive. Während Ramesh mit seinen braunen Rehaugen zu verführen versuchte, packte Lukas eine tiefe Kuschelbärstimme aus. Als die Dame dann nur 5 EUR spenden wollte, war das beiden doch zu wenig und es ging auf die andere Seite des Publikums zur Wahl der nächsten Dame. Ramesh zog wieder alle Register, nahm sogar auf dem Schoß Platz und es hätte gewinnbringend für beide enden können, wenn nicht plötzlich Polizeisirenen ertönt wären. Beide hatten Angst als Hochstapler aufzufliegen und flohen mit einer Geisel (die letzte Dame wurde hier einfach mitgenommen) aus dem Raum. Eine perfekte Überleitung zur Pause.

Zu Beginn des zweiten Teils verrieten sie, wie sie der Polizei entkommen waren, wobei ihnen eine Komplizin geholfen hatte. Lukas möchte dann Ramesh mehr Zuspruch von den Frauen verschaffen. „Use what you got“ war ein guter Tipp und bei „Sway“ wurde mit Ramesh ein Bewerbungsvideo für’s Internet erstellt. Perman nahm nun die „Vermarktung“ seines Kollegen in die Hand und diktierte ihm auch, was er bei einem Flirtversuch zu schreiben hätte – „I’ve got you under my skin“. Für Ramesh war das Resultat, was er aus dem Laptop zu sehen bekam wohl eine Spur zu heiß, doch Lukas konnte es nicht zu schnell gehen und er fand, dass „Love and Marriage“ am besten Hand in Hand, wie die beiden dann veranschaulichten, gehen sollte. Danach gab es als Gesangssolo von Lukas Perman „Mr. Bojangles“ bei dem ihn Ramesh mit tänzerischer Leidenschaft unterstützte. Da es für die beiden in der Frauenwelt, zumindest in ihrer Show, nicht so gut läuft, gaben sie sich als „Strangers in the night“ betrunken und sinnierten über ihr Leben. Besonders Ramesh war eine Nummer für sich, da er sehr schräge Töne von sich gab und sogar beim Singen wirklich gelungen auf betrunken machte. Das Leben ist nicht immer einfach, aber „That’s life“. Auch dieser Titel war toll, eine unglaublich kräftige Nummer, bei der Ramesh stimmlich alles aus sich herausholte. Nach einem letzten Anmachversuch von Ramesh bei einer Besucherin, bei dem er ihr das Blaue vom Himmel versprach und man ihm aufgrund des Dackelblicks nichts abstreiten konnte, passierte etwas, womit niemand gerechnet hatte. Diese kleine Wendung sei aber an dieser Stelle nicht verraten, sonst würde ja die Spannung verloren gehen. Fakt war aber, dass sich das Programm der beiden schon zu Ende neigte. Sie sangen gemeinsam „My way“, gingen diesen dann aber doch gemeinsam und wohin sollte sie dieser führen als nach „New York, New York“.

Zwei Künstler einmal abseits der Musicalbühne zu erleben, noch dazu mit beswingten Songs gefiel auch dem Publikum im Novomatic Forum sehr gut und es bekam zum Dank noch einmal „Bad bad Leroy Brown“ zu hören, bei dem Lukas auch mit einer Stepeinlage nicht nur Ramesh überraschte.

Wer eine kleine Videokostprobe möchte, die bietet Rehling Musik Management auf Vimeo hier an: https://vimeo.com/175402470 .

Wer sich mit den beiden Künstlern auch in weihnachtliche Stimmung versetzen lassen möchte, der hat am 5. und 12.12.2017 dazu, ebenfalls im Novomatic Forum, Gelegenheit.

Neben ihrem Swingprogramm wird es auch Weihnachtssongs geben, begleitet von einem 3 Gänge Menü.

Karten gibt es bei WIEN-TICKET 

Auch für 2018 gibt es bereits einen Fixtermin; am 15.1.2018, 20:00 im Wiener Metropol (www.wiener-metropol.at), Karten sind über die Onlineseite des Theaters oder telefonisch unter +43-1-407 77 407 erhältlich.

Quelle: Andrea Martin

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