Es ist nie zu früh für Weihnachten! Musical Christmas in der Burg Perchtoldsdorf

Bereits im September liegen die Lebkuchen in Regalen, warum nicht auch schon ein Weihnachtskonzert im November? Das Datum, dass Organisator Christian Rutka von der musical-makers company ausgewählt hatte, hatte noch eine tiefere Bedeutung für ihn. Genau vor 10 Jahren fand im Wiener Raimundtheater eine Benefizgala „Gemeinsam in einem Boot“ statt. Am 21.6.2007 verwüstete ein schwerer Sturm das 180 Jahre alte Clubhaus im Ruderclub Donaubund. Bei diesem Unglück kam seine Mutter ums Leben. Zur menschlichen Tragödie kam ein großer Sachschaden hinzu. Vielen VBW Stars wirkten damals mit. So auch Dean Welterlen und Jana Werner.

Beide wären auch Bestandteil dieser Veranstaltung gewesen, aber es kam leider etwas anders. Welterlen erkrankte ein paar Tage zuvor und ein Auftritt war leider nicht möglich. Alle Hebel wurden in Bewegung gesetzt, um neben Jana Werner, Ann Mandrella und Aris Sas noch einen vierten im Bunde zu finden. Gefunden hatte man dann niemand geringeren als Peter Lesiak, der sich bereit erklärte einzuspringen. Wahrlich kein Unbekannter in der Musicalszene und es war schön, ihn unverhofft in dieser Rolle als Weihnachtsliedsänger zu erleben. Unterstützt wurde das Quartett von Walter Lochmann am Klavier, Richard Redl sorgte für das stimmungsvolle Licht. Lochmann sprang auch als Moderator zwischen den einzelnen musikalischen Darbietungen ein und hatte die ein oder andere Anekdote zu den Darstellern oder zum Fest der Liebe parat. Stimmgewaltig begrüßten alle zusammen das Publikum mit „Joy to the world“. Interessant war die Tatsache, dass das Publikum schon von Anfang an auf „five golden rings“ aufmerksam gemacht wurde und diese drei Wörter auch immer wieder singen musste, wozu wurde aber noch nicht aufgeklärt. Es folgten jede Menge Weihnachtslieder, die einen perfekt auf das nahende Fest der Feste einstimmten. So bekam man u.a. „Jingle Bells“, „Leise rieselt der Schnee“, „Oh du fröhliche“ oder „Oh Tannenbaum“ zu hören. Gelungen war auch die Mischung aus deutschsprachigen und englischen Liedern. Während Jana bei „Have yourself a merry little Christmas“ mit ihrer Stimme den großen Saal füllte, dass dieser schon fast zu klein wurde, gab Ann mit ihrer sympathischen Art eine Adventgeschichte mit Gruselfaktor von Loriot zum Besten. Nachdem Aris ein wenig über seine vergangenen und das kommende Weihnachten berichtet hatte, war er sich sicher „I’ll be home for Christmas“. Mit seiner markanten Stimme sorgte er für einen tollen Moment. Mandrella verriet, dass „der“ Weihnachtstag in ihrer Familie aufgrund ihrer und Drew Sarichs Herkunft der 25.12. ist und dass es ihr schon wichtig ist, Traditionen an ihre Kinder weiterzugeben. Für Peter Lesiak war die Flucht aus der Großstadt zu Weihnachten eine wichtige Sache und etwas Erholung findet er mit seiner Familie immer auf einer Kärntner Almhütte. Jana Werner berichtete von einem Erlebnis während einer Tournee in Polen, welches auch schon zum nächsten Lied „Lullaby, Sweet Jesus“ führte. Sas überraschte in seiner Muttersprache zu Beginn auf polnisch, der Rest wurde von allen gemeinsam auf englisch bestritten. Lesiak schlüpfte bei einer kleinen Geschichte in die Rolle eines Kärntner Buben, der zuhause eine ganz spezielle Weihnachtskrippe hat und sorgte damit für schmunzeln im Saal. Als kleine Überraschung holte dann Jana ihre Tochter Milena auf die Bühne, die ganz schüchtern mit ihrer Mama die „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ besang. Ein ganz wunderbares Arrangement von „Maria durch ein Dornwald ging“ sangen alle gemeinsam und Werner hatte eine ganz besondere Geschichte rund um Lametta mitgebracht. Die beiden Herren erzählten dann die bekannte Geschichte von „Rudolph, the rednosed reindeer“, bei dem sich die Damen mit passenden Haarreifen schmückten. Dann folgte eine große Mitmachaktion, bei der alle gefragt waren. Lochmann empfahl „learning by doing“. Es handelte sich um den Song „Twelve days of Christmas“. Ein traditionelles englisches Weihnachtslied in Form eines Kinderreims. In dem Lied wird in Form einer Zählgeschichte aufgelistet, welche Geschenke der Sänger an den Zwölf Weihnachtstagen zwischen dem Weihnachtstag (25. Dezember) und dem Dreikönigstag (6. Januar) von seiner wahren Liebe (true love) erhalten hat. Das Publikum wurde in vier Gruppen aufgeteilt, jeder Sänger hatte eine zwecks Animation bekommen, dann wurde in „Ich packe meinen Koffer-Manier“ gesungen. Man muss wirklich sagen, dass sich alle sehr bemühten, das Problem war nur, dass das Lied vermutlich niemand kannte und die mitzusingenden Textstellen nicht immer ganz deutlich zu verstehen waren und somit das genaue Wiedergeben die Herausforderung darstellte. Bei „War is over“ zeigten noch einmal alle gemeinsam, was für tolle Stimmen sie haben, doch ohne das bekannteste Weihnachtslied „Stille Nacht“, wollten sie nicht gehen und man bekam es in mehreren Sprachen zu hören. Nach einer Zugabe wollte das Publikum noch immer mehr haben und nach einer kurzen internen Besprechung wurde einfach noch einmal das Anfangslied „Joy to the world“ gesungen. Danach war das knapp 2stündige Konzert (ohne Pause) auch schon zu Ende und das Publikum verließ gutgelaunt und in vorweihnachtlicher Stimmung die Burg Perchtoldsdorf.

Quelle: Andrea Martin

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