CulinarICAL – Dinner & Musical, ein besonderer kulinarischer Hörgenuss

Aufgrund des großen Zuspruchs vor einem Jahr wurde beschlossen die Dinner und Musicalshow „CulinarICAL“ wieder aufzunehmen. Dieses Mal mit dem Zusatz 2.0. Schauplatz ist das unter Denkmalschutz stehende Novomatic Forum, welches sich gegenüber der Wiener Secession befindet. Von 11.1. bis 4.2. stehen insgesamt 12 Dinner & Musical bzw. vier Brunch & Musical Termine am Programm.

Das Besondere ist, dass jeder der 18 Tische einem Musical gewidmet ist und eine entsprechende Dekoration aufweist. So zeigt der „Phantom der Oper“ Tisch eine Maske, Ballettschuhe und einen kleinen Luster, der „Aladdin“ Tisch hat eine Wunderlampe und Schätze zu bieten oder der „Schöne und das Biest“ Tisch jede Menge Rosen, wobei sich auch eine unter einem Glassturz befindet, sowie eine Uhr oder eine Teekanne. Weitere Tische waren u.a. „Tanz der Vampire“, „Lion King“ oder „Mozart!“ gewidmet. Auf der Galerie befinden sich 10 weitere Tische für je zwei Personen, die einem bekannten weiblichen Musicalcharakter zumindest namentlich gewidmet sind.

Sehr informativ war auch das Programmheft. Neben Lebensläufen der SängerInnen und der Songauswahl waren auch ganz viele Informationen zu allen Musicals, die an dem Abend in den Showblöcken dargeboten wurden, darin enthalten.

Für die Regie konnte wieder Rita Sereinig, die zur Zeit auch in „I am from Austria“ auf der Bühne steht, gewonnen werden. Bernd Leichtfried hatte die musikalische Leitung übernommen. Schon vorweg lässt sich sagen, dass die Akustik wirklich toll war und die Arrangements so angelegt, dass man oft in Versuchung geriet, sich im Raum oder unter den Tischen umzusehen, ob nicht noch wo weitere Sänger versteckt waren. Mehr als nur einmal klangen die fünf SolistInnen nach „mehr“. Hervorzuheben sind auch die vielen großflächigen Einblendungen hinter der Bühne, die bei den Songs zum Einsatz kamen und als Bühnenbild dienten. Bei „Mozart!“ wurde u.a. Wien gezeigt, bei „Chess“ Schachfiguren oder bei „Evita“ die komplette Balkonszene, einerseits mit einer Menschenmenge, andererseits mit einer Silhouette von Eva Perón. Das viergängige Galamenü wurde von Alexandra Zerava, Chefkoch des Novomatic Forums entworfen.

Wolfgang Eder, seines Zeichens Geschäftsführer des Novomatic Forums begrüßte höchstpersönlich die Gäste und danach konnte es auch schon mit einem „Gruß von der Küche“ losgehen. Diesen überbrachten die fünf SolistInnen: Katharina Dorian, Katrin Mersch, Andreas Wanasek, Stefan Bleiberschnig (alternierend zu Jakob Semotan) und Marcus Tesch. Ganze 14 Titel wurden zu einem Musical Vienna Mashup Medley „verarbeitet“. Von „Sound of music“, „Jekyll & Hyde“, „Freudiana“ oder „Romeo & Julia“ war alles vertreten. Bei „Wär det nich wundascheen“ übergab Mersch sogar einen kleinen Blumengruß an eine Dame im Publikum, die sich sehr darüber freute und bei „And the money kept rolling in“ wurde mit Geldscheinen geworfen.

Die Vorspeise bestand aus in Miso gebeizter Rinderhüfte mit Wildkräutern und Melonen-Senf Relish auf Salatherzen in Balsamico-Lack.

Danach wurden wieder gesangliche Hors d’oeuvres serviert. Es folgte ein „Mozart!“ Block mit „Hier in Wien“, „Mozart! Mozart!“ und „Wie wird man seinen Schatten los?“ Bleiberschnig sang diesen Titel mit der stimmlichen Qualität, die man von ihm gewohnt war, spielte mit Mimik und Gestik und ging sogar theatralisch zu Boden. „I know him so well“ war ein schönes Duett der beiden Damen, bei dem Mersch sogar passenderweise ein schwarz/weißes Outfit trug.

An der Stelle sei auch erwähnt, dass es fast zu jedem Song andere Outfits gab oder zumindest noch ein zusätzliches Accessoire, sodass der Abend in gewisser Weise auch schon einer kleinen Modenschau gleichkam. Die vielen Kleidungswechsel stellten natürlich auch noch eine zusätzliche Herausforderung dar. „Don’t cry for me Argentina“ war definitiv keine Herausforderung für Dorian, sie sang es mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen suchte und konnte mit ihrem Auftritt begeistern. Aus „Cats“ gab es dann von Katrin Mersch „Macavity“, bei dem sie sogar Kontakt mit den Gästen suchte. Wanasek präsentierte lässig in Jeans und Shirt mit „Purpose“ aus „Avenue Q“ ein eher unbekannteres Lied in unseren Breiten und hatte am Ende einen ganz speziellen Gesangspartner am Arm. Bei „Can you feel the love tonight“ aus „Der König der Löwen“ hatte Bleiberschnig die Leadstimme über und Mersch zeigte gemeinsam mit Tesch eine schöne Tanzeinlage. Als chaotisches Pärchen verabschiedeten dann Bleiberschnig und Wanasek das Publikum in die „Suppenpause“ mit „Hakuna Matata“. Sie hatten es offenbar auf das Essen abgesehen, denn sie verließen den Saal mit dem flotten Spruch „wie kosten vor, sie kosten nach“.

Das „Suppen – Duett“ bestand aus einer sehr spicy Kürbis-Curry Suppe mit Liebstöckel-Öl und einer getrüffelten Schaumsuppe von der Trüffelkartoffel mit knusprigem Schinkenspeck, die beide in kleinen Gläsern serviert wurden.

 

Ein „zauberhafter Zwischengang“ war dann die Überschrift des nächsten Gesangsblocks. Das Quintett brachte Schwung mit „Lass die Liebe rein“ aus „Sister Act“ in den Saal. Danach folgte mit „Kitsch“ (Tesch), „Die Schatten werden länger“ (eine sehr interessante Paarung mit Wanasek und Bleiberschnig, die es wohl so nicht sehr oft zu sehen und zu hören geben wird) und „Ich gehör nur mir“ (Dorian lieferte eine tolle Leistung, bei der jeder Ton 1a saß) ein „Elisabeth“ Block. Aus „Fosse“ gab es „Mr. Bojangles“ (Wanasek: Gesang, Tesch: Tanz), das man schon am bekannten Intro erkannte. Dass „All that jazz“ auch nur mit zwei Personen klappen kann bewiesen Mersch und Tesch infolge. Sehr humorig war Stefan Bleiberschnigs „Mr. Cellophan“, ebenfalls aus „Chicago“. Im übergroßen Sakko und mit Brille macht er sich Sorgen, dass ihn niemand wahrnimmt und stolperte, sich für die Störung entschuldigend, die Treppen von der Bühne. Katharina Dorians Gesicht ist das beste Beispiel für die Redewendung, dass etwas Bände spricht. So auch bei ihrer Darstellung der Janet aus der „Rocky Horror Show“. Wanasek agierte als Brad und Tesch überraschte in interessantem Lederoutfit und mit wahnsinnig hohen (17,5 cm hohe Absätze) Plateauschuhen (Plateauhöhe 8 cm) mit Nieten am Absatz als Frank’n’Furter. Wie er selbstverständlich damit agierte ließ fast darauf schließen, dass es sich um normale Straßenschuhe für ihn handelte.

Als Hauptgang wurde dann Zweierlei vom Kalb serviert. Geschmortes Backerl und in Heubutter konfiertes Rückenfilet auf gelber Zucchini mit Safran-Chili-Baumkuchen.

Danach folgte eine musicalische-süße Komposition. Bei „Hello“ versuchten alle gemeinsam das „Book of Mormon“ anzupreisen. Auch Mersch präsentierte mit „Breathe“ aus „The Heights“ einen eher unbekannteren Titel und mit beiden letztgenannten wurde das Interesse auf das ganze Stück geweckt. Mit einer tollen Gesangs/Tanzeinlage konnte auch das Duo Wanasek/Tesch bei „Torn apart“ aus „Notre Dame de Paris“ punkten. Gleich drei Lieder folgten aus „Les Miserables“. Dorian legte mit ihrem „I dreamed a dream“ nochmals eine Schippe drauf und mit wehenden französischen Fahnen gab es dann „Red and black“ sowie „Do you hear the people sing?“ Und wie man das stimmgewaltige Quintett hören konnte! „Jesus Christ Superstar“ war mit „I don’t know how to love him“ (Dorian) und „Heaven on their minds“ (Bleiberschnig lieferte eine Top-Einlage) vertreten. Perfekt auch sein Outfit – eine Lederjacke, die er gleich beim nächsten Song „Greased Lightning“ anbehalten konnte. „You are the one that I want“ hieß es dann für Mersch und Tesch mit einer flotten Tanzeinlage. In „Ein ehrenwertes Haus“ luden dann Wanasek und Bleiberschnig und gaben sich am Ende sogar einen dicken Kuss zum Gaudium der Gäste. Eine perfekte Überleitung zum letzten Gang war mit „Aber bitte mit Sahne“ gefunden worden.

Eine Dessertvariation (Mango Panna Cotta mit Gin Tonic-Luft, Schokoladekuchen mit Portwein-Weichseln, Weißes Schokolademousse mit Mohn) stand als letzter kulinarischer Genuss auf der Speisekarte.

Ein allerletzter Musicalblock war noch als klangvoller Digestiv ausständig. „Mamma Mia“ hieß es dann oder „Almost Paradise“ („Footloose“, Dorian/Tesch) und mit Wanasek war man dann „Lost in the wilderness“ („Children of Eden“). Dass Tesch toll tanzen kann, bewies er an diesem Abend einige Male, seine stimmlich beste Leistung lieferte er bei „Why god“ aus „Miss Saigon“. Speziell der finale Ton ließ aufhorchen. Auch „Bui Doi“ erklang von allen sehr bombastisch und wurde mit Kerzen in den Händen stimmungsvoll dargeboten. Mersch zeigte bei „42nd Street“ eine Stepeinlage und Dorian und Bleiberschnig überzeugten bei „Phantom of the opera“. Sobald der Saal in rotes Licht gehüllt war, wurde der letzte Block mit „Tanz der Vampire“ eingeläutet. Das „Gebet“ gefolgt von „Totale Finsternis“ (Mersch bekam ein kleines „Bisschen“ von Bleiberschnig am Hals) und dem großen Vampirfinale beschloss den Abend.

Das Publikum war sehr begeistert von den musikalischen Darbietungen und wollte die SängerInnen noch nicht in den Feierabend entlassen. Gottseidank hatten diese mit „You can’t stop the beat“ aus „Hairspray“ und „Seasons of love“ noch zwei Zugaben vorbereitet.

Quelle: Andrea Martin

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