Rezension: “Das Orchester, das niemals schläft – Die Wiener Philharmoniker”

28. März 1842: Das erste Konzert – Die Grundsteinlegung für 175 Jahre Musikgeschichte.

Selbst im Vorwort steht es: Noch ein Buch über die Wiener Philharmoniker ? Es gibt doch schon Bücher darüber, die noch dazu als Standardwerke gelten.

Das mag sein, aber dieses Werk ist mehr ein Rückblick und auch Ausblick, der den Leser mit auf die Reise nimmt – und das wirklich gut. Es beginnt schon mit dem kleinen Spaziergang durch Wien, der dem Leser buchstäblich wichtige Stationen vermitteln soll und führt sich fort mit vielen kleinen Häppchen, die das Gesamtbild der Philharmoniker entstehen lassen. Mit allen guten, aber auch schlechten Zeit – denn überall ist Licht und Schatten.

Schon beim ersten Durchblättern fällt auf, daß alles in kleine leicht verdauliche Häppchen aufgeteilt ist. Kaum ein wirklich langes Kapitel, sondern fein säuberlich in Scheibchen serviert. Das erleichtert es ungemein, schon zum 10. Mal “Ich lese noch schnell den Absatz fertig” zu sagen, wenn gerade andere Pflichten rufen. Die Texte erschlagen den Leser nicht, wie es oftmals bei solchen Werken der Fall ist, wo man sich mühsam durch 50 Seiten kämpft, ohne am Ende etwas davon mitgenommen zu haben.

Das Buch blickt zurück auf 175 Jahre Geschichte mit Fakten und Anekdoten unterhaltsam dem Leser näher gebracht. Mit lockerem Text, Witz und auch manchem Augenzwinkern werden die Fakten garniert und zu einem Gesamtwerk drapiert. Es macht Lust auf mehr, vor allem, wenn man sich vorher noch nie mit den Wiener Philharmonikern beschäftigt hat.

Und mehr bekommt man auch: Die viele kleine Geschichten erzählen von der Entstehung und der Entwicklung dieses Orchesters, von der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Nicht immer sind die Begebenheiten mit Quellen belegt, aber das muß es doch auch nicht, denn sonst würde man viel zu schnell in die staubtrockene Auflistung von historischen Daten verfallen.

Am Schluß klappt man das Buch schon fast wehmütig zu, wurde man doch bereichert und sieht das traditionsreiche Orchester nun vielleicht in einem anderen Licht oder hat zumindest neue Facetten entdeckt.

Erschienen im Amalthea Signum Verlag mit der ISBN: 978-3-99050-095-8. Mehr Infos auch unter www.amalthea.at und www.wienerphilharmoniker.at

Quelle: Alexander Brock

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!