Wer ist … Lisa Antoni?

Die gebürtige Wienerin studierte am Konservatorium der Stadt Wien Musical und Operette und beendete 2006 ihre dortige Ausbildung. Dem Musicalpublikum wurde sie 2009/10 mit der Rolle der Mary Baroness Vetsera in der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals “Rudolf – Affaire Mayerling” im Wiener Raimundtheater bekannt. Sie spielte seither an vielen Bühnen in Österreich, Schweiz und Deutschland, unter anderem in “Die 3 Musketiere” oder “Into the Woods”. Im Musical „Rebecca“ verkörperte sie die weibliche Hauptrolle der “Ich” am Theater St.Gallen und sang im Dezember 2012 im Wiener Ronacher die Rolle der Christine Daaé in den semikonzertanten Aufführungen von „Das Phantom der Oper“. Von 2012 bis 2014 war sie fixes Mitglied der Musicalsparte des Landestheaters Linz – und spielte dort in Stücken wie „Die Hexen von Eastwick“, „Next to normal“ oder „Showboat“. Weitere Rollen in ihrem Lebenslauf sind die Guinevere in „Artus-Excalibur“ im Theater St. Gallen, die Rosemary aus „How to succeed in business without really trying“ an der Staatsoper Hannover und später an der Wiener Volksoper. In „The Addams Family“ verkörperte sie Wednesday und auch die Maria in der „West Side Story“ zählt zu ihrem Repertoire. Dieses Frühjahr spielte sie die Whatsername in „American Idiot“ in Frankfurt. Seit 17.2. ist sie in der Uraufführung von „Matterhorn“ in St. Gallen zu sehen und kreierte dort die Rolle der Olivia Buckingham.

Soviel zu den Fakten, was sagt aber Lisa Antoni über sich selbst, wer sie eigentlich ist? Antoni liebt das Theater und den Film, auch Kunst und Kreativität sind ihr sehr wichtig. Sie sagt von sich selbst, dass sie phantasievoll ist und gern von den unendlichen Möglichkeiten träumt ihr Leben zu gestalten. Ihr Beruf als Musicaldarsteller kommt ihr da sehr zugute, da sie sich austoben kann, wenn sie in die verschiedensten Rollen schlüpft. Dass sie gerne mit anderen Leuten an Projekten arbeitet und eine große Musikliebhaberin ist, ist ein weiterer Pluspunkt und wenn man sie kennt, ist ihr die Leidenschaft für das, was sie tut anzumerken.

Auch in Bezug auf ihre Stärken und Schwächen gibt Antoni bereitwillig Auskunft. Zu ihren Stärken zählen: Phantasie, Optimismus, Hartnäckigkeit, Sportlichkeit, Humor, Begeisterungsfähigkeit und sie mag gesunde Ernährung. Als Schwächen gibt sie an, dass sie manchmal zu ungeduldig oder zaghaft ist und manchmal gibt es vielleicht ein Häferl Kaffee zuviel.

Natürlich wollten wir auch von Lisa erfahren, wie und wann sie die Musicalleidenschaft gepackt hat und woher ihre musikalische Begabung stammt.

„Meine Mutter hat klassische Gitarre studiert und insofern habe ich von Anfang an Musik gehört. Meine Eltern haben mir auch klassische Musik vorgespielt als ich sehr klein war und

ich habe Mozarts „Die Zauberflöte“ geliebt.“ Aber das Musical ist ihre eigentliche Leidenschaft. Als Teenager war sie sehr oft im Theater und in Musicals und irgendwann beschloss sie Kindertheater-Kurse zu besuchen, Mitglied einer Kinder Musical Company zu werden und Tanzunterricht zu nehmen. Es folgte die Ausbildung an der Universität f. Musik und darstellende Kunst sowie am Konservatorium Privatuniversität Wien (nunmehr Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien).

Was nahm sie mit aus Ihrer Ausbildungszeit? „Das Wichtigste was ich da gelernt habe ist, meine Ängste zu überwinden, praktische Erfahrung bei den Aufführungen und Prüfungen zu sammeln und natürlich mir eine handwerkliche Technik in Schauspiel Gesang und Tanz anzueignen.“

Gibt es für Lisa Antoni vor einem Auftritt ein Ritual, mit dem sie sich eventuell auch eine mögliche Nervosität nehmen kann? Sie verrät, dass sie manchmal meditiert, stretching macht und auch nochmals ihre Szenen und Lieder durchgeht. Viel Wasser trinken ist auch empfehlenswert und ein wenig gelorevoice 😉 lutschen. Und auf der Bühne gilt es dann ganz viel Spaß zu haben.

Ein Musicaldarsteller ist, sofern nicht in einem fixen Engagement, immer auf der Suche nach passenden Auditions, was kann uns Lisa darüber berichten? Seit vielen Jahren hat sie eine Agentur, die ihr die Ausschreibungen weiterleitet. Selten macht sie aber bei Auditions mit, wo sie schon von Anfang an denkt, dass keine passende Rolle für sie dabei ist, da sich das auch auf ihre Motivation in Sachen Gesang auswirken würde und es ist doch wichtig bei der Jury in positiver Erinnerung zu bleiben und sei es nur für spätere Projekte. Unangenehm findet sie es allerdings, wenn die Jury so wirkt, als hätte sie keine Lust sich die Leute anzusehen bzw. anzuhören.

Über die Frage „was wäre, wenn es längere Zeit kein Engagement gäbe“ hat Antoni noch nicht nachgedacht, sie ist positiv gestimmt und sieht immer einen Weg, den sie gehen kann. Ihr Statement: „Ich lasse mich nicht von meinen Ängsten leiten, sondern folge meinem Herzen.“ Hier passt auch wunderbar ihr Lebensmotto: „So positiv wie möglich bleiben und versuchen Humor zu haben und sich selber treu bleiben“.

Vor nicht allzu lange Zeit wurde „Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen“ an der Wiener Volksoper gespielt. Lisa Antoni spielte darin die Rosemary. Wir wollten von ihr wissen, ob sie der Meinung ist, dass einem alles in den Schoß fallen kann, wenn man es nur geschickt genug anstellt und ob ihr schon einmal etwas geschenkt wurde, womit sie nicht gerechnet hat. „Nein ohne gewisse Arbeit passiert nichts im Leben. Aber wenn man seine Arbeit mag ist es ja auch erfüllend! Ich habe nicht den Eindruck hart arbeiten zu müssen, obwohl ich das in den Augen anderer vielleicht tue, aber ich liebe meinen Beruf, daher mache ich das gern. Auch J. Pierrepont Finch (der Hauptcharakter im Musical) legt sich ja ins Zeug um hoch zu kommen in der Firma, aber eben auf seine Weise;).

Lisa Antoni hat ja schon einiges an Bühnenerfahrung hinter sich, glaubt sie, dass ihr eine Rolle auf den Leib geschneidert ist? Die Darstellerin nennt hier gleich mehrere und fängt als erstes mit der Mary Vetsera aus „Rudolf-Affaire Mayerling“ an. Dieses Stück hat sie sehr gerne, da sie die Musik direkt ins Herz getroffen hat. Als nächstes nennt sie die Christine aus dem „Phantom der Oper“, da ihre Stimme für diese Rolle sehr passend ist und sie den Charakter als sehr angenehm empfindet, das gleiche gilt für die Cinderella aus „Into the woods“. Zwei weitere Rollen, die sie noch nicht gespielt hat, werden auch genannt. Antoni ist der Meinung, dass sie auch aus der Eliza aus „My fair lady“ etwas machen könnte und sie glaubt auch, dass ihr die Kaiserin Elisabeth aus dem Musical „Elisabeth“ liegen würde. Also wer immer das liest, vielleicht darf Antoni diese beiden Rollen einmal spielen.

Natürlich hatte sie schon viele schöne Momente auf der Bühne, auf die Frage, welcher der schönste für sie war antwortete sie: „Vielleicht bei „Das Phantom der Oper“ im Ronacher, als das allererste Lied begann, da war ich jeden Abend so dankbar und begeistert dabei zu sein. Ich liebe das Stück.“ Die Liebe zu einem Stück ist schon eine gute Voraussetzung, um auch die passenden Gefühle entwickeln zu können. Wie ist das aber, wenn man Emotionen auf Knopfdruck abrufen muss? „Manchmal ist es leicht, aber manchmal muss man sich im Vorfeld auch sehr konzentrieren oder gewisse Erinnerungen abrufen, die einen in die passende Gefühlstimmung versetzen.“

Passend zum schönsten Moment auf der Bühne wollten wir noch von ihr das Musicallied wissen, das sie am meisten berührt. Sie hat ganz viele Lieder, die etwas in ihr auslösen, aber es gibt eines, das sie immer berührt und das ist „Bring him home“ aus „Les Miserables“.

Bei einem Weihnachtskonzert in Chemnitz hat sie „Your Song“ von Elton John gesungen. Ob sie ein Lied hat, das sie als „ihres“ bezeichnen würde, weil es ihr Leben oder Gedanken am besten ausdrückt? Lisa muss etwas überlegen und nach einem anfänglichen „nein“ entscheidet sie sich doch für „Vertrau in uns“ aus „Rudolf-Affaire Mayerling“. Als Begründung gibt sie an „weil es darum geht seinem Herzen zu folgen und die Angst zu überwinden“ und das ist für Antoni eine tolle Botschaft.

Unsere letzte Frage galt natürlich wieder der eigenen Beschreibung mittels Emojis, welche bei Lisa Antoni wie folgt sind:

Vielen Dank an Lisa Antoni für das nette Gespräch und noch ganz viele erfüllende Momente im Leben!

Quelle: Andrea Martin

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