OFFstage Germany präsentiert das Musical “Thrill Me”, wir haben die Darsteller Kevin Köhler, Gerrit Hericks und den Regisseur Michael Heller im Interview

OFFstage Germany hat es sich zum Ziel gesetzt das Off-Musical nach Deutschland zu bringen. Das nächste Projekt ist …

THRILL ME – eine Kriminalgeschichte nach einer wahren Begebenheit, erzählt die Geschichte der beiden aufstrebenden Jura-Studenten Nathan Leopold und Richard Loeb, die aus reinem Kick das perfekte Verbrechen planen. Handelt es sich zunächst nur um Einbrüche und Brandstiftungen, so wird der Reiz über dem Gesetz zu stehen, insbesondere für Richard, immer größer. Nathan wiederum scheint sein williger Komplize zu sein. Die beiden „Thrill Killers von Chicago“ gingen 1924 in die Kriminalgeschichte ein. Das Musical von Stephen Dolginoff war für vielerlei Preise nominiert, erhielt den ASCAP Music Award und wurde mittlerweile in 100 Produktionen weltweit gezeigt.

Nunmehr kommt im April 2018 eine neue Produktion des spannenden Zwei-Personen-Kammermusicals in der Inszenierung von Michael Heller, der sich als Musicaldarsteller (u.a. als  Alfred in „Tanz der Vampire“) im deutschsprachigen Bereich einen Namen machte, für insgesamt sieben Vorstellungen nach Berlin in das Studio F101 im Admiralspalast (20.-22.4.) und nach Hamburg ins First Stage Theater (27.-30.4.). Die Rolle des Nathan wird übernommen von Kevin Köhler (derzeit in „Der Glöckner von Notre Dame“ in Berlin zu sehen und bekannt als Rusty in „Starlight Express“ in Bochum), Richard wird dargestellt von Gerrit Hericks (zuletzt als Brad in „The Rocky Horror Show“ bei den Schlossfestspielen Ettlingen).

(Quelle: Webseite Offstage Germany).

Wir haben die beiden Hauptdarsteller samt Regisseur zu einem Interview gebeten:

„Thrill me“ ist ein Thriller auf der Bühne, der bis zum letzten Moment spannend gestaltet ist…Schaut ihr euch auch gerne Krimis im Fernsehen an und welche (wahre) Kriminalstory hätte eurer Meinung nach das Zeug zum Musical?

Kevin: „Ehrlich gesagt, schaue ich privat wenig Krimis. Ich bin eher der romantische Filmgucker. Aber um so spannender finde ich es, mich in den Charakter des Nathan zu versetzen und mich in das Thema fallen zu lassen.“

Gerrit: „Auch ich schaue privat fast keine Krimis, auf der Bühne finde ich diesen Stoff jedoch immer sehr interessant. Storys wie „Sherlock Holmes“ oder „Jack the Ripper“ wurden schon öfters in Musicals umgewandelt und haben in der Kombination mit der dunklen Musik einen unglaublichen Reiz.“

Michael: „Ich würde unheimlich gerne mal einen Hitchcock Klassiker wie „Psycho“ oder „Die Vögel“ auf der Bühne als Musical sehen. Das wäre glaube ich total spannend!!!“

Was dürfen sich die Theaterbesucher von „Thrill me“ erwarten?

Michael: „Die beiden Darsteller und unsere Pianistin Lidia Kalendareva schaffen es mit nur wenigen Mitteln diese WAHRE Geschichte ganz authentisch und spannend rüber zu bringen. „Thrill me“ ist eine fesselnde Geschichte. Ich habe versucht die Abhängigkeit der beiden Charaktere zueinander in den Vordergrund zu stellen. Der Zuschauer wird sich bis zum Schluss fragen: „Wer benutzt hier eigentlich wen?“ Sogar nach einiger Probezeit habe ich immer wieder Gänsehaut. „Thrill me“ kommt ohne viel Schnick Schnack und Technik aus. Es ist eine wirklich spannende Geschichte mit wahnsinnig toller Musik. Die Requisiten kommen natürlich alle aus den 20er Jahren und waren sehr schwer zu besorgen. Ich habe Wochen auf Flohmärkten und bei Ebay danach gesucht – dafür bin ich jetzt ein Profi im Handeln. ;-)“

Welcher ist euer Lieblingsmoment im Stück und warum?

Kevin: „Mein Lieblingsmoment ist, wenn Nathan die Oberhand in der Beziehung gewinnt, ohne dass Richard es überhaupt realisiert. Ich liebe den Song “Thrill me”, ab da beginnt Nathan zu zeigen, was wirklich in ihm steckt.“

Gerrit: „Ich liebe jeden Moment im Stück in dem sich Richard seinem Thrill hingibt, egal ob er etwas anzündet, einen Diebstahl begeht oder sogar noch weitergeht. Diese manischen und unberechenbaren Züge in der Rolle durchblitzen zu lassen macht unglaublich Spaß.“

War die Rollenaufteilung wer wen spielt also Kevin Nathan und Gerrit Richard sofort klar oder wurde sie nach bestimmten Kriterien festgelegt?

Michael: „Es war für mich immer klar, dass Kevin Nathan und Gerrit Richard spielt. Als ich das Stück das erste Mal gelesen habe, hatte ich Kevin für diese Rolle direkt im Kopf.“

Seid ihr mit euren jeweiligen Rollen zufrieden oder hättet ihr auch gern den anderen gespielt?

Kevin: „Ich denke beide Parts haben etwas Interessantes und es geht letztendlich in dem Stück um die Abhängigkeit und Verbindung der beiden, daher finde ich schon das Richard etwas Interessantes hat, dass ich im Schauspiel gerne erkundet hätte. Aber mit der Rolle des Nathan bin ich super glücklich. Ich liebe die Entwicklung der Rolle sehr!“

Gerrit: „Nathan ist für mich ein Rollentyp den ich schon öfters in ähnlichen anderen Rollen verkörpert habe. Aus diesem Grund mag ich die Rolle sehr. Richard jedoch ist etwas völlig Neues für mich. Ein Typ, den ich komplett neu für mich entdecken musste, was mir im Probenprozess auch zugegebenermaßen nicht immer leichtgefallen ist. Umso spannender ist es nun für mich Richard verkörpern zu können.“

Ist ja nicht deine erste Regie. Was ist leichter als Darsteller auf der Bühne zu stehen und Anweisungen entgegenzunehmen oder diese zu geben? Glaubst du ist es leichter ein guter Regisseur zu sein, wenn man bereits auch als Darsteller tätig war?

Michael: „Es hat beides seine Vor- und Nachteile: Als Darsteller muss man natürlich viel Text lernen und das fiel mir persönlich immer schwer und war viel Arbeit. Als Regisseur ist die Vorbereitung eine ganz andere. Man muss sich im Vorfeld anhand des Materials eine Vorstellung machen, wie man diese Texte und Musikstücke in einem visuellen Konzept miteinander verknüpft. Man muss sich Gedanken dazu machen, wie die Rollen zueinanderstehen und wo man Schwerpunkte setzen will. Man braucht also eine Vision für das Stück und natürlich eine Idee für den Look des Ganzen, das alles muss man dann mit dem Bühnenbildner, Maske, Licht und Ton in die Tat umsetzen. Man sieht also – es gibt viel mehr zu erledigen und organisieren als Regisseur.

Ich finde es ist definitiv ein Vorteil, wenn man selber schon auf der Bühne gestanden ist. Dadurch hat man einfach auch die Erfahrung und das Wissen, was beim Publikum ankommt und man hat auch ein Gefühl dafür, wie die Darsteller sich auf der Bühne fühlen.“

Ist Michael ein strenger Regisseur und was eurer Meinung nach einen guten Regisseur aus?

Kevin: „Es ist für mich etwas komplett Neues mit einem langjährigen Freund und Kollegen als Regisseur zusammen zu arbeiten. Ich finde Michael hat supertolle, frische und energiegeladene Ansätze, die dem Stück und den Charakteren mit einfachen Mitteln eine neue Farbe geben. Und das sind Charakteristika, die ich gerne an einem Regisseur sehe.“

Gerrit: „Michael wusste durch seine langjährige Erfahrung auf der Bühne genau, welche Anweisungen man als Darsteller braucht und welche Entscheidungen man lieber dem Künstler selber überlässt. Das war eine unglaublich kreative und entspannte Arbeitsweise. Andere Regisseure, die selbst nie auf der Bühne gestanden haben, tendieren manchmal dazu den Bezug zu ihren Darstellern zu verlieren oder „betriebsblind“ zu werden.“

Wenn euch jemand auf ähnliche Weise reinlegen würde, wie es in dem Stück passiert, was würdet ihr mit der Person anstellen? Gleiches mit gleichem vergelten oder ist diese dann für euch gestorben?

Kevin: „Ich glaube es scheitert bei mir schon an dem Fakt der Abhängigkeit. Ich würde mich nie von einem Menschen so abhängig machen, wie Nathan es tut. Abhängig machen von einem Menschen, der solche Fantasien wie Mord hegt. Dann muss man noch bedenken, dass Homosexualität ein großes Tabuthema war zu der Zeit, in der diese Geschichte spielt, was natürlich eine ganz andere Abhängigkeit zu einer Person bringt, die ich mir heutzutage gar nicht auszumalen mag.“

Gerrit: „Ich glaube wir haben uns in unserem Leben alle schon einmal auf eine Person eingelassen, die uns nicht gutgetan oder uns gar geschadet hat. Das schmerzt natürlich immer aber es gehört auch zum Leben dazu und man geht als ein stärkerer Mensch daraus hervor. Wie es allerdings bei einer Abhängigkeit in dem Ausmaß, wie wir es bei „Thrill Me“ zeigen, aussehen würde ist schwer theoretisch vorzustellen.“

Was fasziniert euch generell am Genre Musical?

Kevin: „Menschen mit Schauspiel, Tanz und Gesang zu bewegen. Drei Sparten, die in sich einen ganz eigenen Reiz haben. Bewegende Geschichten zu erzählen, mit denen das Publikum den Alltag hinter sich lassen kann. Und Rollen zu erforschen, die mich den Alltag vergessen lassen und mir Seiten meines Charakters offenbaren.“

Gerrit: „Das Musical hat durch seine Vielfalt und seine Erzählweise die Möglichkeit das Publikum in einem Maße zu berühren, wie es kaum ein anderes Genre vermag. Wenn ich es schaffe Menschen mit meiner Arbeit zu berühren oder vielleicht sogar zum Nachdenken über das Gesehene bewegen kann, dann habe ich meinen Job erfüllt.“

Michael: „Musical ist für mich die Unterhaltungsform, die so viele künstlerischen Bereiche zusammenführt und deshalb liebe ich dieses Genre so abgöttisch!! Für mich als Darsteller reicht es nicht, mich nur in einer Weise auf der Bühne auszudrücken, ich wollte immer alles gleichzeitig und deshalb war für mich Musical immer die einzige Option.“

Danke an das sympathische Trio für das Interview und toi toi toi an Kevin Köhler, Gerrit Hericks und Michael Heller für die neue Produktion.

Mehr Informationen und einem link für den Ticketkauf gibt es unter www.offstage-germany.de

Quelle: Andrea Martin

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