Schon in die 13. Runde ging die Benefizveranstaltung „Musical Mamis“ am 26.2.2018 im Wiener Metropol!

Einmal im Jahr kommen sie zusammen, die „Musical Mamis“, um gemeinsam mit dem Publikum etwas Gutes zu tun. Seit nunmehr 13 Jahren wird mit dieser einmaligen (man beachte die Doppeldeutigkeit) Veranstaltung das Projekt „Young Mum“ im Krankenhaus Göttlicher Heiland unterstützt. Es handelt sich um eine Einrichtung, die sich der Begleitung schwangerer Teenager verschrieben hat. Vor, während und ein ganzes Jahr nach der Geburt stehen Hebammen, GynäkologInnen, SozialpädagogInnen, PsychologInnen sowie eine Ernährungsberaterin zur Seite. Zudem kann man im Rahmen von „YoungMum“ angebotene Kurse besuchen und andere Teenager in der gleichen Situation treffen. Man kann sich im Rahmen dieser Treffen optimal und professionell begleitet austauschen. Dieses Jahr kam bereits das 2.000 Baby im Rahmen des Projekts zur Welt. Trotz des großen Bedarfs erhält die bis heute in Österreich einzigartige Einrichtung dieser Art keine Unterstützung der öffentlichen Hand und ist auf Spenden angewiesen.

Von Anfang an stellt das Wiener Metropol unentgeltlich an diesem Abend seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Die beiden Organisatorinnen Suzanne Carey und Petra Kreuzer hatten wieder jede Menge namhafter prominenter Damen (ein paar Herren schummelten sich auch auf die Bühne) zusammengetrommelt, die sich alle in den Dienst der guten Sache stellten.

Als Moderator des Abends konnte Alexander Jagsch gewonnen werden, er sprang kurzfristig für den verhinderten Stefano Bernardin ein. Jagsch ist derzeit im Metropolmusical „Der Frauenversteher“ zu sehen und entpuppte sich auch während des Abends als solcher. Sprich er ließ den Damen den Vortritt, übernahm gekonnt und relaxed die Moderation, drängte sich aber nie in den Vordergrund. Der diesjährige Abend bestach vor allem durch wunderbare Stimmen und einer guten Mischung aus Balladen und unterhaltsamen Momenten. Begleitet wurden die Gesangsnummern von Otmar Binder am Keyboard, Alexander Lackner am Bass und Christian Ziegelwanger am Schlagzeug.

Den ersten Wow-Moment lieferten vier junge Damen, die natürlich noch keine Mamis sind, aber zumindest eine von ihnen, nämlich Marvie, ist die große Tochter von niemand geringerem als Caroline Vasicek-Pfeifer. Sie hat mit ihren Freundinnen Teresa und Chiara die Girlgroup „TMC“ gegründet und sie sind schon mehrmals bei den „Musical Mamis“ aufgetreten. Dieses Mal gemeinsam mit Sophia Braun und Mama Caroline am Keyboard. Da die Mädchen offenbar Fans der Kinofilmreihe „Pitch Perfect“ sind, haben sie sich zu einem Mash-up von „Eye of the tiger“ und „Grenade“ entschieden. Die Next Generation zeigte sich alles andere als aufgeregt (zumindest nach außen hin) und boten harmonisch und stimmgewaltig einen toll zusammengemischten Songmix. Eva-Maria Scholz, die ebenfalls sehr jung ihr Kind bekommen hat und Teil des Projektes „YoungMum“ wurde trat, wie auch in den letzten Jahren, gemeinsam mit Tochter Laura, die schon zu einem bildhübschen Fräulein herangewachsen ist, auf. Sie hatten eine Szene bei einem Casting einstudiert, bei dem sich Mutter und Tochter für dieselbe Rolle bewarben. Musical Mami Neuling Wietske van Tongeren kam gleich mit sichtbar doppelter Frauenpower. Sie ist im sechsten Monat schwanger und erwartet nach ihrem Sohn nun ein Mädchen (wir wünschen an der Stelle der werdenden Mami alles Gute). Sie besang von Scott Alan ein wunderschönes „Home“ und es war klar wer ihr zuhause ist, nämlich ihre kleine, bald vierköpfige Familie. Mit dem Song „Smile“ von Charlie Chaplin machte eine sehr relaxte und entspannte Ann Mandrella darauf aufmerksam wie wichtig es ist, wenn man mit einem Lachen oder zumindest Lächeln durch’s Leben geht. Rockig wurde es dann mit dem Titel „Lauf“ von Interpretin Astrid Golda. Begleitet wurde sie an der Gitarre von Thomas Palme, den Song gibt es zum Nachhören auf ihrer Vinyl-LP „Zuhören“. Vom Kopf bis zur Zehenspitze auf Jazz eingestellt war Tania Golden bei „Everything must change“ von Randy Newman. Für solch ein Stimmvolumen ist das Metropol fast schon zu klein und auch ihr Freestyleteil groovte ordentlich. Vasicek durfte dann selbst noch einmal an die Tasten und begleitete sich selbst bei ihrem eigenen Song „Am falschen Ort“. Nicht nebeneinander herleben, sondern mit Personen, die einem etwas bedeuten, ein Stück des Weges gehen lautete die Devise. Aida Loos brachte das Publikum mit Ausschnitten aus ihrem Kabarettprogramm „Achtung! Fertig! Loos“ zum Lachen. Man erfuhr Details über ihre Ehe, ihre Putzallergie und ihr Song „Dalli dalli, gemma gemma“, bei dem sie von Johannes Glück am Keyboard begleitet wurde, setze dem Ganzen das Krönchen auf. Man erfuhr, was alles mit den lieben Kleinen passieren kann, wenn man glaubt es eilig zu haben. Adriana Zartl sang „I’m a woman“ und Recht hatte sie! Als letzte des ersten Teils interpretierte Marika Lichter „Bei mir bistu shein“ teils in einer jiddischen Version, teil so wie man es von den Andrew Sisters kennt.

Bei Petra Kreuzer und Astrid Golda‘s ganz eigener Version von Grönemeyers „Männer“, welches sie einem österreichischen Politiker widmeten, indem sie noch den Zusatz „Basti“ dazufügten. Bei den beiden ging ordentlich die Post ab und das Publikum hatte richtig Spaß. Ein weiterer Neuzugang war Patricia Nessy, die sich für eine Interpretation von „Not while I’am around“ aus Sondheim’s „Sweeney Todd“ entschieden hatte. Shlomit Butbul hatte Amina Figarova, die sie am Keyboard unterstützte mitgebracht und von Butbul bekam man ein jiddisches Lied dargeboten, hinter dem sehr viel Seele und Leidenschaft steckte. Zusammen mit Golden gab es von Butbul dann noch ein sehr beswingtes „Happy days are here again“. Das Wort stimmgewaltig für beide zu verwenden ist noch stark untertrieben, die zwei Stimmen gemeinsam sind einfach unschlagbar und Gottseidank haben sie sich gefunden und dem Publikum eine Kombination ihrer Stimmen nicht vorenthalten. Danach folgte die große Scheckübergabe der Sponsoren an OA Dr. Stefan Zawodsky (interim. Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe) und Nisfeta Pacic (Leiterin YoungMum und Haus Lena). Ebenfalls schon ein fixer Bestandteil des Benefizabends sind die Darbietungen der Improgruppe English Lovers. Dieses Mal vertreten durch Bronwynn Mertz Penzinger, Barbara Willensdorfer und Magda Leeb. In der ersten Runde ging es um das Dolmetschen eines improvisierten Textes mittels Körpersprache. Während Mertz-Penzinger Willensdorfer zum Thema Bügeln interviewte (das vom Publikum vorgegeben wurde) verrenkte sich Leeb bis zum geht nicht mehr, nur um alles möglichst detailgetreu nachstellen zu können. Das Publikum ging ordentlich mit und amüsierte sich königlich, vor allem ein Spagat brachte sie ins Schwitzen. Danach wurden Willensdorfer und Mertz-Penzinger zu Schwestern und mussten mit aus dem Publikum zugerufenen Emotionen einen Dialog spielen. Leeb „fror“ immer die Szenen ein und verlangte nach neuen Emotionen. Monika „the voice“ Ballwein gab dann Rainhard Fendrichs „Löwe und Lamm“ zum Besten. Er hatte ihr versprochen, ihr dieses als Ständchen auf ihrer Hochzeit zu singen, da es aber noch nicht dazu gekommen war, sang sie es einfach für sich selbst. Mit ihrer angenehmen und unverwechselbaren Stimme bewies sie eindrucksvoll, dass auch Frauen die Lieder von Rainhard Fendrich ohne Probleme singen können. Partystimmung kam dann bei Suzanne Careys Beitrag „Venus“ von Bananarama auf. Sie tobte über die Bühne und wurde von ihrem Mann Guido Kirchner an der Gitarre begleitet. Danach wurde der vorläufige Spendenendstand (man konnte danach natürlich im Theater noch weiter spenden) bekanntgegeben. Sie machten es spannend und der große Scheck enthielt die stolze Summe von EUR 66.379,–. Ein neuer Spendenrekord, den das Projekt zu verzeichnen hatte und auf den alle Beteiligten sichtlich stolz waren. Mit der letzten Nummer ging der Abend auch schon zu Ende. Als Stargast kam Ina Regen auf die Bühne und sang mit allen Mamis ihren Hit „Wia a kind“, der nicht hätte besser zur Veranstaltung passen hätte können. Ein stolzes Leading Team, glückliche Sängerinnen und ein zufriedenes Publikum, Herz was willst du mehr? Jetzt heißt es wieder ein Jahr warten, denn die 14. Ausgabe der „Musical Mamis“ kommt bestimmt!

Quelle: Andrea Martin

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